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Sie wollen sich einmischen: 4000 VdK-Mitglieder setzten sich dafür ein, die soziale Spaltung zu stoppen

Mit bundesweit 1,8 Millionen Mitgliedern und 265 000 in Hessen-Thüringen ist der Sozialverband VdK ein Spiegel der Gesellschaft. Mit 4000 Besuchern beim Landestreffen während des Hessentags ist die Veranstaltung die größte in der Opel-Werkshalle K 48.
Die Opel-Werkshalle K 48 ist voll besetzt. Die Rednerin wird auf einen Monitor übertragen. Die Opel-Werkshalle K 48 ist voll besetzt. Die Rednerin wird auf einen Monitor übertragen.
Rüsselsheim. 

Für Gertrud Meyer, VdK-Vorsitzende des Ortsverbands Oberursel und Steinbach, ist das Landestreffen während des Hessentags ein wichtiger Treffpunkt, um Freunde wiederzusehen und sich auszutauschen. Mit 40 Mitgliedern ist sie angereist. Die kleine Truppe verliert sich fast in der großen Halle, die voll belegt ist. Ganze Scharen von VdK-Mitgliedern, die an einem rot-weißen Fähnchen, befestigt am Oberteil, zu erkennen sind, begeben sich noch vor Beginn der Veranstaltung in Richtung Hessentag, um möglichst viel von den Darbietungen in Rüsselsheim zu sehen.

Wer in der Halle bleibt, kann gleich auf mehreren Monitoren das Geschehen auf der Bühne verfolgen. Der gesprochene Text kann unter den Bildern zeitgleich mitgelesen werden.

Ein starker Verband

Seit 1975 ist das VdK-Landestreffen Teil der Hessentage. Die stellvertretende Landesvorsitzende Helma Schnell-Kretschmer bringt die Sache auf den Punkt: „Wir wollen uns einmischen.“ Das diesjährige Thema lautet: „Soziale Spaltung stoppen“. Paul Weimann, seit dem 1. Juni kommissarischer Landesvorsitzender des VdK Hessen-Thüringen, spricht in seiner Rede von wachsenden Mitgliederzahlen, die deutlich zeigen, dass es Probleme gibt. Der VdK sei ein starker Verband. Aber auch die Probleme werden stärker.

Zu den aktuellen Themen und Forderungen des VdK gehören Mindestlohn-Erhöhung auf 11,50 Euro und ein Rentenniveau, das auf 50 Prozent angehoben werden müsse. Die Erwerbsminderungsrente müsse umgesetzt werden, und für die Mütterrente dürfe es keinen Stichtag geben, bei dem alle leer ausgehen, die davor liegen. Auch gelte es, bessere Konditionen für pflegende Angehörige zu realisieren und die Bezahlung der Pflegekräfte zu erhöhen. Für Weimann ist es nicht hinnehmbar, überlebenswichtige Medikamente mit einer Mehrwertsteuer zu belegen.

Weimann fordert einen „Hessenpakt gegen soziale Spaltung“, der zwischen Parteien und VdK beschlossen werden soll. Denn „immer weniger Menschen in Deutschland haben Anteil an Wohlstand und wirtschaftlicher Entwicklung. Der Paritätische Wohlfahrtsverband geht von mehr als 800 000 an oder unter der Armutsgrenze lebenden Menschen im Bundesland Hessen aus“.

Einzelne Punkte des Paktes fordern die Wiedereingliederung von Langzeitarbeitslosen, die Versorgung mit bezahlbarem und angemessenem Wohnraum. Ein besseres Bildungs- und Teilhabepaket, eine bessere ärztliche Versorgung im ländlichen Raum und den Erhalt von Versicherungsämtern (bereits in fünf hessischen Landkreisen gebe es schon keine Versicherungsämter mehr).

Gut zuhören

Antworten auf einige Forderungen gibt Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) in einem Saal, der sich nach zwei Stunden verbaler Politik bereits massiv geleert hat. Der VdK gebe Schwachen eine starke Stimme. „Und daher hören wir auch gut zu“, so der CDU-Mann. Das Anliegen, soziale Spaltung zu verhindern, sei ein gemeinsames Anliegen. Doch gebe es nicht nur richtig und falsch. Zu bedenken sei, dass es Deutschland so gut gehe wie nie. „Es gab noch nie eine Generation vor uns, der es so gut ging. Deshalb werbe ich für Maß und Mittel.“ Ziel sei es, dass alle Menschen aus eigener Kraft ein würdiges Leben gestalten können.

Das Thema Renten sei nicht einfach. „Wer mehr Leistungen will, der muss eine Idee haben, wo es herkommt.“ Bouffier versprach, auch weiterhin engagierte und ehrliche Diskussionen mit dem Sozialverband VdK zu führen.

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