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Carneval Club Raunheim: Besuch bei den Komitee-Damen des Carneval Clubs

Heute endet die Kampagne des Carneval Club Raunheim. Die Frauen des Komitees bereiten das Heringsessen vor. Für Heidrun Schrimpf ist es das letzte Mal.
Die Komitee-Damen bereiten den eingelegten Hering vor: Marion Bonitz, Sarina Walloschek, Heidrun Schrimpf, Simone Hirzel, Gertrud Bender und Beate Gutbrod (von links). Bilder > Die Komitee-Damen bereiten den eingelegten Hering vor: Marion Bonitz, Sarina Walloschek, Heidrun Schrimpf, Simone Hirzel, Gertrud Bender und Beate Gutbrod (von links).
RAUNHEIM. 

Das schaut doch schon richtig lecker aus: Äpfel, Zwiebeln, saure Gurken und natürlich die Heringfilets liegen auf der Theke. Die Messer sind gewetzt. Die Damen des Komitees des Carneval Club Raunheim (CCR) stehen in der Küche der Franz-Schmid-Stube der Heinrich-Press-Halle in den Startlöchern.

Und los geht es: Packungen öffnen, das frische Obst und Gemüse sowie den Fisch auf die Brettchen legen und die scharfen Klingen durchziehen. Mit Schmand und süßer Sahne vermengt, soll das ein köstlicher Heringssalat werden.

Nach Hausfrauenart

Heringssalat sei das aber eigentlich gar nicht, wirft Simone Hirzel ein. „Das ist eingelegter Hering nach Hausfrauenart“, stimmt ihr Heidrun Schrimpf zu. Denn in einen Heringssalat gehörten Salat und Rote Beete, sind sich die Frauen einig.

100 Portionen wollen die beiden Damen mit ihren Kolleginnen aus dem Komitee, Gertrud Bender, Marion Bonitz, Beate Gutbrod und Sarina Walloschek, vorbereiten. Der CCR beendet am heutigen Aschermittwoch, ab 19.11 Uhr in der Heinrich-Press-Halle, mit dem Heringsessen seine Kampagne. Und wie jedes Jahr wird der eingelegte Hering selbst zubereitet.

Die Komitee-Frauen stehen zum vierten Mal in der Küche, sie haben die Aufgabe von älteren Frauen des CCR übernommen. Im ersten Jahr ging das in die Hose: Noch ein wenig ungeübt, wuschen sie zu viel Salz von den Heringen ab, so dass die Soße am Ende ein wenig fad schmeckte. Inzwischen verwenden sie Matjeshering, der nicht gewässert werden muss.

Heidrun Schrimpf zerlegt eifrig die Filets in mundgerechte Stücke. Für die 52-Jährige ist das so ziemlich die letzte Aktion für die Carnevalsabteilung des Turn- und Sportvereins. „Morgen esse ich noch den Hering“, sagt sie mit einem weinenden und einem lachenden Auge. Denn wenn sie sich den Fisch auch schmecken lassen will, nimmt sie mit dem Heringsessen Abschied.

Berufliche Gründe würden sie den ehrenamtlichen Job nicht mehr so ausfüllen lassen, wie sie es von sich erwarte, sagt Schrimpf, die ihre Brötchen als Assistentin der Geschäftsführung eines Bauträgers verdient.

Mit ihr geht der Carnevalsabteilung eine wichtige Stütze verloren. Sie gestaltete nicht nur den Narrenspiegel, die Broschüre des CCR, sondern war auch hauptverantwortlich für das Bühnen- und das Wagenbild für die Straßenfastnacht zuständig.

Beim Zwiebelschneiden angelangt, kullern ihr ein paar Tränen die Wangen hinunter – für die anderen Komitee-Frauen Zeit zum Unken: Sie vergieße Tränen des Abschieds. Die Zutaten sind schon beinahe alle geschnitten, Sabine Hirzel verrührt Schmand, Sahne und gewürfelte saure Gurken. Letztere hatte Komitee-Mitglied Andreas Wolf zerkleinert eingekauft, darüber sind die Frauen froh.

Schrimpf vergießt also durchaus den einen oder anderen Wermutstropfen. Den Carneval kennt sie aus ihrer Heimat in Mülheim-Kärlich (Rheinland-Pfalz), dort werde aber mehr die Straßenfastnacht gefeiert. Beim CCR habe sie mit der Saalfastnacht eine neue Komponente kennengelernt. Elf Jahre saß sie im Komitee. „Das war mehr als nur da oben zu sitzen und nett in die Gegend zu schauen“, betont sie. Das Komitee ist für die Saalgestaltung verantwortlich.

Kochen mit Spaß

Und die Damen bereiten eben auch den Hering vor. Zum einen, weil das traditionelle Dankeschön-Essen für die aktiven Mitglieder eben jemand zubereiten muss, verrät Schrimpf. Zum anderen aber auch, weil es in der Gemeinschaft Spaß mache, gemeinsam zu schnippeln und zu schwätzen.

Wer solle es sonst übernehmen? Die Jugend? Kann der Nachwuchs so viel kochen? Die Damen seien das zumindest von ihrer Arbeit im Verein gewohnt. Der Fisch muss noch in die Schüssel. Nach kaum 40 Minuten ist die Speise fertig. Die Tränen sind getrocknet, es wird aufgeräumt, der Hering kommt in den Kühlschrank.

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