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Kultur: Ein neues Wohnzimmer für Sechzig90: Theatergruppe zieht ins Opel-Altwerk ein

Von Nachdem die Theatergruppe Sechzig90 mangels Proberaum kurz vor dem Aus stand, ist nun alles abgewendet: Die Schauspieler ziehen ins Opel-Altwerk.
Endlich angekommen: Die Theatergruppe Sechzig90 um Präsident Georg Ansas Otto (Mitte) ist nach langer Raumsuche in die Halle A1 des Opel-Altwerks eingezogen. Endlich angekommen: Die Theatergruppe Sechzig90 um Präsident Georg Ansas Otto (Mitte) ist nach langer Raumsuche in die Halle A1 des Opel-Altwerks eingezogen.
Rüsselsheim. 

Licht fällt in der Dämmerung durch die Industriefenster links des Opel-Hauptportals am Bahnhofsvorplatz. Auf der Rückseite des Gebäudes offenbart sich gleich an der Eingangstür, wer hier nun wohnt und dass ein neuer, kreativer Wind weht – dort kleben nämlich schon Logo und Plakat der Rüsselsheimer Theatergruppe Sechzig90.

Der lange Leidensweg des Vereins ist beendet – nach schier endloser Raumsuche, Umzügen und Beinahe-Auflösung hat die Truppe um Präsident Georg Ansas Otto eine permanente und vor allem prominente Bleibe gefunden: das Opel-Altwerk. Im Erdgeschoss der Halle A1 hat das Künstler-Kollektiv Räumlichkeiten bezogen, die sich optimal für dessen Ansprüche eignen.

An Platz mangelt es nicht

Verdammt viel Platz haben die rund 20 Aktiven hier: Es gibt ein Büro, eine große Freifläche, eine kleine Kochecke, eine Spielkonsole, Stauraum für Requisiten, Instrumente und Technik, gemütliche Sofas und natürlich eine Bühne zum Proben.

In der Raummitte steht ein riesiger Konferenztisch. Erst seit August ist das Ensemble hier untergebracht, die Tischplatte wackelt etwas. „Die ist noch nicht verschraubt“, sagt Sechzig90-Schauspieler Holger Kraft schmunzelnd. Heimisch haben sich die Künstler hier sofort gefühlt. „Wir sind überglücklich“, erklärt Georg Ansas Otto und strahlt. Großer Dank, das betont er mehrmals, gehe an Kulturdezernent Dennis Grieser (Grüne) und Christian Reiling von der Kultursteuerung der Stadt. „Die beiden haben den Kontakt zu Simone Adamek und Frank Dörflinger von Motorworld hergestellt“, erzählt Otto.

Man sei sich sofort sympathisch gewesen. Die Offenheit, die die Vermieter der Gruppe entgegengebracht hätten, hat Holger Kraft begeistert: „Das ist nicht üblich, wenn man in der Kultur unterwegs ist.“

„Wir sind gespannt“, sagt auch Simone Adamek. Der Einzug „so netter Mieter“ freut sie, sie kann sich vielleicht sogar ein Open Air im nächsten Jahr auf dem Gelände vorstellen. Was genau Sechzig90 geplant hat, verraten die Kreativen aber noch nicht.

Klar ist, dass viel passieren wird. „Man wird sehen, dass wir hier sind“, sagt Otto und lächelt. Das Versprechen auf eine langfristige Bleibe habe eine unheimliche Kraft freigesetzt. „Wir können alles hier machen, die Ideen sprühen gleich wieder.“ Ein neues Stück sei für nächstes Jahr in Planung, auch soll für und mit Kindern etwas erarbeitet werden.

Die Funkstille ist vorbei

Die Funkstille der vergangenen Jahre, die dem Raumfindungs-Dilemma geschuldet war, ist vorbei. „Wir lassen uns vom Ort inspirieren – das Altwerk ist einfach faszinierend“, so Otto weiter. Kraft gefällt vor allem der persönliche Bezug zum Altwerk, alle seine Großeltern hätten hier gearbeitet. Nicht zuletzt hätte auch eine der ersten Aufführungen 2007 im Altwerk stattgefunden. „Der Kreis schließt sich“, findet er.

Für die Theaterleute ist die Situation einerseits entspannt wie nie, weil der Mietvertrag sich „im gegenseitigen Einvernehmen“ verlängern soll, so Adamek. Andererseits schmälert die Miete auch das Produktionsbudget. In dieser Hinsicht wolle man noch mal mit der Stadt sprechen.

Erst einmal sei man aber dankbar, dass die Kulturverantwortlichen Dennis Grieser und Christian Reiling nicht lockergelassen haben. Außerdem sei die Planungssicherheit enorm wichtig für das Ensemble, betont Holger Kraft. „Das Altwerk funktioniert“, findet auch Reiling. „Das Ambiente ist toll.“ Ob weitere kulturelle Projekte den Schauspielern ins Altwerk folgen werden, ist indes noch nicht klar. Grundsätzlich sei man aber offen für alles, erklärt Simone Adamek.

Für die Schauspieler ist die neue Bleibe jedenfalls ein Glücksgriff und Inspiration gleichermaßen. „Es brodelt – und das ist ein angenehmes Gefühl“, freut sich Georg Ansas Otto und sein Kollege Holger Kraft ergänzt: „Das hatten wir lange nicht mehr.“

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