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Auftritt am 18. November im Stadttheater: Interview mit Kabarettist Mathias Richling: Weniger Öffentlichkeit für Populismus

Am Samstag, 18. November, gastiert der Kabarettist Mathias Richling mit seinem aktuellen Programm „Richling und 2084“ im Stadttheater. Mit Echo-Mitarbeiterin Stella Lorenz hat er über Politik und Populismus im Kabarett gesprochen.
Mathias Richling nimmt à la George Orwell das Jahr 2084 unter die Lupe. Foto: ( Lanju Design) Mathias Richling nimmt à la George Orwell das Jahr 2084 unter die Lupe.

In Ihrem aktuellen Programm geht es um die Zukunft. Ist Ihr „2084“ eine Dystopie?

MATHIAS RICHLING: Nein, das kann ich wirklich nicht behaupten. Ich versuche immer, bei den destruktiven Dingen, die passieren – national wie international, aktuell oder vergangen –, im Programm abzubilden, was in der Realität als Begleiterscheinung passiert: Menschen werden durch das Negative auch gezwungen, zusammenzuhalten.

Können Sie ein Beispiel nennen?

RICHLING: Denken Sie an die vielen Pro-Europa-Demonstrationen, die durch internationale Ereignisse wie den Brexit entstanden sind. Auch die Entstehung extremer Parteien wird bewirken, dass sich andere Parteien einigen müssen. Das Negative ist immer mit einer positiven Aussicht verbunden.

Ist die gegenwärtige politische Situation die vielleicht beste Inspiration, die Sie je für Ihr Programm hatten?

RICHLING: Jeder Tag in den letzten 40 Jahren war die beste Inspiration. Manchmal ist es dramatischer, manchmal weniger – ich mache die Politik schon kabarettabel.

Gibt es einen Unterschied zwischen Ihrer persönlichen und Ihrer kabarettistischen Meinung?

RICHLING: Wenn der Kabarettist nicht so denkt, wie er es auf der Bühne verbreitet, spüren die Menschen das sofort. Wir transportieren ja unsere Meinung, und das geht nur, wenn man wirklich dahinter steht.

Wie gehen Sie mit Populismus um?

RICHLING: In der Zeit der schnellen Verbreitung muss aufgepasst werden, wie schnell sich Vorurteile in den Köpfen zementieren. Ich bin der Ansicht, dass man dieser gewissen populistischen Partei, die Sie vielleicht ansprechen möchten, zu viel Raum zuspricht. Ich weiß auch schon gar nicht mehr, wie sie heißt. (lacht)

Was finden Sie an der Öffentlichkeit des Populismus problematisch?

RICHLING: Zu sagen, dass man populistische Politiker in Talkshows holen muss, damit Parteianhänger Anschuldigungen wie „Lügenpresse“ nicht verbreiten, halte ich für falsch. Denn das tun sie trotzdem, da rennen Sie gegen Wände.
 

„Big Brother“ schreckt niemanden mehr ab

„Wenn Sie ein Bild von der Zukunft haben wollen, so stellen Sie sich einen Stiefel vor, der auf ein Gesicht tritt. Unaufhörlich.“ George Orwell in seinem Roman „1984“. Orwells literarische

clearing

 

Welches Beispiel fällt Ihnen spontan ein?

RICHLING: Vor zwei Jahren gab es eine Demo von 500 Leuten in Dresden. Ein einzelner Heini trug einen Galgen für Frau Merkel. Ich kann nicht verstehen, warum das die Meldung Nummer Eins war, denn die Folge war ein Nachahmereffekt, bei dem zig Leute so einen Galgen getragen haben. Populismus reicht aber auch in arrivierte Parteien herein. Denken Sie an die wohl unerzogene Frau Nahles, die ein Vokabular benutzt, wo sich der normale Bürger denkt: „Wenn die sich so ausdrückt, kann ich meinem Nachbarn auch morgen in die Fresse hauen.“ Das ist eine Verrohung, die die gesamte Gesellschaft betrifft.

 

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