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U19-Nationalmannschaft: Kinder brüllen Junioren-Kicker zum Sieg

Von Die Fußballstars von morgen haben in der Stadt Station gemacht. Ihren Auftritt verfolgten tausende Kinder.
Ein ums andere Mal hat der deutsche Angriff die slowakischen Verteidiger in Bedrängnis gebracht. Ein ums andere Mal hat der deutsche Angriff die slowakischen Verteidiger in Bedrängnis gebracht.
Rüsselsheim. 

Harry Lehretz hat alle Händen voll zu tun. Eine Wurst nach der anderen geht über die Theke. Also schnell Nachschub holen. Die Schlange vor dem Kiosk-Häuschen wird schließlich nicht kürzer. Ohne Lehretz, der mit roten Haaren und Irokesen-Frisur schon von weitem zu erkennen ist, und seine Kollegen vom TV Haßloch würde am Sommerdamm am Montag nichts gehen.

Knapp zweieinhalbtausend Menschen sind ins Stadion gekommen, um das Fußballspiel der deutschen U-19-Nationalmannschaft gegen die Slowakei zu verfolgen. Der TV Haßloch, mit 60 Kindern und 20 Erwachsenen mit von der Partie, hilft dem DFB bereits zum vierten Mal, ein Testspiel einer seiner Junioren-Mannschaften in Rüsselsheim über die Bühne zu bringen. Während die Stadt das Stadion zur Verfügung stellt, kümmern sich die Vereinsmitglieder etwa um die Verpflegung für die Spieler und die Bewirtung der Zuschauer. Bei letzteren handelt es sich überwiegend um Kinder. „Für die ist das ein Erlebnis“, weiß Lehretz.

Eine La-Ola-Welle schwappt über die Tribüne. Die Kinder machen begeistert mit. Bild-Zoom
Eine La-Ola-Welle schwappt über die Tribüne. Die Kinder machen begeistert mit.

Dass Kinder an diesem Tag klar in der Mehrzahl sind, ist indes kein Zufall. Denn der Hessische Fußballverband hat Schulen das Angebot gemacht, für ihre Schützlinge Eintrittskarten für jeweils einen Euro zu erstehen. Nicht nur Bildungseinrichtungen aus der näheren Umgebung haben sich auf den Weg nach Rüsselsheim gemacht. Auch die Jungen und Mädchen der Kreuzburgschule Hainburg sind dabei. Der Ausflug ist die Belohnung dafür, dass die Schüler fast 20 000 Plastikdeckel für den Kampf gegen Kinderlähmung gesammelt haben. 500 Deckel ermöglichen nun jeweils eine Impfung.

Kapitän steht frei

Als das Fußballspiel endlich beginnt, feuern alle Kinder die deutsche Mannschaft von Anfang an begeistert an. „Deutschland vor, noch ein Tor“, brüllen sie über den Platz, da steht es noch 0:0. Tatsächlich fällt der erste Treffer nach einer knappen halben Stunde. Der Ball kommt von rechts, kann von den Slowaken nicht richtig geklärt werden. Plötzlich steht Kapitän Nicolaus Kühn frei. Der Stürmer von Ajax Amsterdam bringt den Ball mit dem Fuß links unten im Tor unter. Nach der Pause, die zweite Halbzeit ist gerade erst angepfiffen worden, erhöht Maurice Malone auf 2:0. Der Angreifer, unter Vertrag beim FC Augsburg, lässt im Strafraum einen Gegenspieler alt aussehen, zieht ab ins rechte untere Eck – Tor. Auf der Führung ruhen sich die Deutschen dann etwas zu sehr aus. Mitte der zweiten Hälfte verliert die Partie an Tempo.

Die Tatsache, dass sein Einsatz gerade nicht sonderlich gefordert wird, nutzt ein Balljunge, um mit dem runden Leder das Hochhalten zu üben. Beinahe verpasst er, wie die Slowakei aus dem Nichts den Anschluss schafft. Einen steilen Pass aus dem Mittelfeld nimmt ein Slowake auf, sprintet einige Meter mit dem Ball und befördert ihn über den Kopf von Christian Früchtl (FC Bayern München) hinweg ins Tor.

Auf der Linie gerettet

Kapitän Nicolaus Kühn jubelt über sein Tor. Bild-Zoom
Kapitän Nicolaus Kühn jubelt über sein Tor.

Ein paar Chancen haben beide Mannschaften anschließend noch. Defensiv-Mann Tobias Raschl von Borussia Dortmund muss in der Nachspielzeit sogar noch mal auf der Linie klären. Am Ende bleibt es aber beim 2:1 für Deutschland. DFB-Trainer Guido Streichsbier ist die Erleichterung darüber anzumerken. Hatte seine Mannschaft am Freitag in Hanau bei der Begegnung gegen die Schweiz (2:2) den Sieg doch noch aus der Hand gegeben. „Wir waren in Richtung Tor zielgerichtet unterwegs, haben es allerdings verpasst, unsere klaren Chancen besser zu nutzen“, resümiert er nach Abpfiff.

Ein paar Meter weiter sorgt Adler Paule, das Maskottchen des DFB, dann noch für gute Stimmung. Es werden Bilder gemacht, man klatscht sich gegenseitig mit den Händen ab. Die Kinder haben ihren Spaß.

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