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Ausflug: Mit dem Rad auf den Spuren Rüsselsheims

Vor fünf Wochen war es noch brütend heiß gewesen. Viel zu warm für eine Fahrradtour durch Rüsselsheim und seine Stadtteile. Deshalb wurde sie damals abgesagt. Doch jetzt waren die Bedingungen ideal.
Die Radler beim Start am Rüsselsheimer Landungsplatz. Die Radler beim Start am Rüsselsheimer Landungsplatz.
Rüsselsheim. 

Vielleicht war es am Morgen noch ein wenig frisch, aber schon bald konnte man das Jäckchen in die Satteltasche packen.

Harald Lehmann von der Unteren Naturschutzbehörde feierte mit der Radtour zwar eine Premiere, sprach aber schon von einer Wiederholung im kommenden Jahr, ja sogar von einer festen Einrichtung im Terminkalender der Stadt. Den Menschen die Geschichte und die Entwicklung der Stadt vorstellen, das war die Intention. Auf einer Strecke von rund 20 Kilometern gab es auch ordentlich was zu sehen und zu hören. Drei Stunden wollte sich Lehmann Zeit nehmen.

Mit von der Partie war auch Familie Leonhardt. „Wir machen das für die Kinder“, sagte Markus Leonhardt, der mit seiner Frau Merisa Leonhardt, Sohn Marvin und Tochter Mia an der Radtour teilnahm. Die Familie zog vor ein paar Jahren aus Flörsheim nach Königstädten und wollte Wissenswertes über die Rüsselsheimer Stadtentwicklung erfahren.

Landungsplatz, Opel-Hauptportal, Ostpark, Horlachgraben, Alt-Hassloch, Königstädten, Streuobstwiesen, Opel-Rennbahn und Bauschheim waren einige Stationen, die die 19 Teilnehmer ansteuerten. Der Main und seine alten Arme sollten das verbindende Element der Radtour sein.

Start am Landungsplatz

Sie starteten an der Statue des Leinreiters am Landungssteg. Die Leinreiter zogen früher die Schiffe flussaufwärts. Am heutigen Hotel Mainlust befand sich eine Umspannstation, hier wurden die Pferde gewechselt. Mit der Industrialisierung hatten die Leinreiter Anfang des 19. Jahrhunderts ausgedient, sie wurden durch Dampfantrieb in den Schiffen ersetzt.

Eine entscheidende Rolle für die Entwicklung der Stadt spielte die Firma Opel. Nach dem Zweiten Weltkrieg hatte der Autobauer 8000, Mitte der 70er Jahre 45 000 Mitarbeiter. 2015 waren es dann nur noch 14 000 Beschäftigte.

Die Bevölkerungszahl wuchs mit der Entwicklung von Opel. Nach dem Krieg zählte die Stadt 14 700 Einwohner, 1978 waren es 63 000 Menschen. Viele Mitarbeiter kamen mit dem Bus aus dem Hunsrück und dem Odenwald. Es sei wichtig gewesen, dass die Belegschaft in der Stadt ansässig wurde, deshalb habe Opel den Wohnungsbau gefördert, so Lehmann.

Die Burggrafenlache mit ihren Feuchtwiesen bildete noch vor dem Zweiten Weltkrieg die natürliche östliche Grenze. Es entstanden der Ramsee sowie die A- und B-Siedlung. Erst nach dem Krieg wurde die Linie überquert. Das Berliner Viertel, der Eichgrund, der Dicke Busch und auch Hassloch-Nord wurden aus dem Boden gestampft. „Das war ein wahnsinniger Aufbruch in dieser Stadt“, beschrieb Lehmann die Entwicklung.

Zeugnis des Wachstums

Der heutige Horlach-Graben ist ein Zeugnis des Wachstums der Stadt. Der Mainarm wurde 1962 zu Regenrückhaltebecken ausgebaggert, die bis nach Königstädten reichten. Seine 13 Becken haben eine Länge von insgesamt 17 Kilometern.

An der vorletzten Station vor der evangelischen Kirche in Bauschheim, der Ortsteil ist übrigens die höchste natürliche Erhöhung im Kreis, rückte Lehman noch einmal Opel in den Fokus. Die Opel-Rennbahn wurde 1920 eingeweiht, verlor aber schon zehn Jahre später an Bedeutung. 2010 wurde die Nordsteilkurve freigelegt.

„Wir haben coole Sachen gesehen“, stellte dann auch Marvin Leonhardt am Ende der Radtour lachend fest. Seine sechs Jahre alte Schwester überstand sogar einen Sturz mit ein paar Kratzern an der Hand. Auch die Eltern waren nichtsdestotrotz ziemlich begeistert von der Tour mit dem Drahtesel. „Wir haben viel erfahren, was wir vorher nicht wussten“, lobte Markus Leonhardt.

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