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Verzicht aufs Auto: Mit dem Velo zur Arbeit am Main entlang

Unser Reporter hat aufs Auto verzichtet und das sonnige Wetter genutzt, um mit dem Drahtesel am Main entlang zur Redaktion zu fahren – Hindernisse inklusive.
Am Main entlang mit dem Rad ins Büro: Es gibt tristere Arbeitswege. Am Main entlang mit dem Rad ins Büro: Es gibt tristere Arbeitswege.
Kreis Groß-Gerau. 

Die Luft ist raus. Nachdem das Fahrrad aus dem Keller getragen ist, folgt der beherzte Tritt in die Pedale. Nur mühsam rutschen die Reifen über den Boden. Mit dem Vorankommen klappt es auf den ersten Metern kaum.

Also aufpumpen, vorne wie hinten. Immerhin ist das ruckzuck erledigt. Und war auch klar, dass das nötig sein würde. Immerhin stand das Rad, ein schwarzes aus Holland, seit Monaten im Ständer. Der Rest des Drahtesels scheint die Winterpause gut überstanden zu haben. Sogar das Licht funktioniert. Dabei wird es gar nicht gebraucht. Die Sonne scheint, das Thermometer zeigt fast 20 Grad Celsius an und als ich dann endlich den heimischen Hinterhof in Sindlingen am Stadtrand von Frankfurt verlassen habe, weht der Fahrtwind angenehm um die Nase.

Felder und Wiesen

Der Hinterhof war einmal Teil eines richtigen Bauernhofs, die allesamt zu Wohnungen umgebaut wurden. In einer davon wohne ich seit kurzem, habe sie gegen ein deutlich näher am Stadtzentrum gelegenes Apartment eingetauscht. So ist der Weg zur Redaktion in Rüsselsheim deutlich kürzer. Keine 20 Kilometer sind es mehr mit dem Auto.

Bei Kelsterbach endet der Weg vorerst. Das Rad muss dann die Treppe hochgetragen werden. Bild-Zoom
Bei Kelsterbach endet der Weg vorerst. Das Rad muss dann die Treppe hochgetragen werden.

Dementsprechend schnell geht es für mich neuerdings auch ins Büro. Wären da nicht die Staus, die es auf der B 43 oft zu geben scheint. Mit dem Fahrrad sind es nach Rüsselsheim nicht einmal mehr 15 Kilometer – Staus ausgeschlossen. Dafür führt die Strecke größtenteils am Main entlang, vorbei an Feldern und Wiesen. Und das bei sonnigem Wetter mitten im Mai. Es gibt wirklich tristere Arbeitswege.

Uferseite wechseln

Doch auch die Strecke entlang des Flusses hat ihre Tücken. Zunächst gilt es, die Uferseite zu wechseln. Der Anstieg zur Brücke kostet mehr Kraft als gedacht. Bergab rollt es sich zwar gut, dafür droht das Rad wegen des vom nächtlichen Regen noch feuchten Wegs etwas ins Schlingern zu geraten. Der Lärm der Bundesstraße liegt jetzt hinter mir. Auf den Grünflächen am Kelsterbacher Mainufer haben sich die ersten Sonnenanbeter ausgebreitet. Kurz hinter dem Ortsausgang geht es dann plötzlich nicht mehr weiter. Ein Bauzaun versperrt den Weg am Fluss. Also trage ich das Fahrrad eine nicht enden wollende Treppe hinauf, an deren Ende ich mich mitten in einem Wohngebiet mit großen Mehrfamilienhäusern wiederfinde. Nach einem abermaligen Abstecher zur Bundesstraße geht es bald Richtung Raunheimer Mainufer. Dort sind viele Spaziergänger mit Hund unterwegs. Manch Vierbeiner bellt derart laut, dass ich vorsichtshalber fester in die Pedale trete.

Kurz vor Rüsselsheim sehe ich von weitem eine Frau auf einer Bank sitzen, die Kamera schon griffbereit. Als ich näher komme, beginnt sie zu knipsen. Wo ich denn so lange geblieben sei, will die Kollegin wissen. Kundzutun, dass ich froh bin, überhaupt angekommen zu sein, verkneife ich mir. Die letzten Meter fahren wir gemeinsam. In der Redaktion angekommen, schaue ich sofort, wann abends die S-Bahnen fahren. Die gibt es ja auch noch.

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