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Parkplätze markiert: Schluss mit dem wilden Parken im verkehrsberuhigten Bereich

Die Gemeinde hat im verkehrsberuhigten Bereich von Alt-Nauheim Parkplätze markiert. Mehr Sicherheit bedeutet weniger Komfort: Autofahrer rotieren nun auf der Suche nach einer Lücke.
Reihenweise Altstadtnägel: Die neuen Markierungen zeigen, wo in Alt-Nauheim geparkt werden darf. Foto: RBEUTEL PRM Reihenweise Altstadtnägel: Die neuen Markierungen zeigen, wo in Alt-Nauheim geparkt werden darf.
Nauheim. 

Schon in den 1990er Jahren hagelte es Kritik: So wie der alte Ortskern rund um das Historische Rathaus gestaltet ist, müssen Parkplätze auf dem Pflaster eingezeichnet sein. Waren sie aber nicht. Mit dem bislang wilden Parken ist nun Schluss.

Die Kreisverkehrswacht hat bei jedem Ortstermin darauf hingewiesen. In einem verkehrsberuhigten Bereich sei ausgewiesene Stellflächen Vorschrift. Stattdessen verständigten sich die Anlieger untereinander, suchten sich Lücken wo es offiziell keine gab und parkten auch mal vor dem Hoftor. Notfalls auch vor der Einfahrt des Nachbarn. Der klingelte und bat darum, das Auto wegzufahren, wenn er selbst mit dem Auto rein oder raus wollte.

Fehlverhalten geduldet

Knöllchen für Falschparker gab es angeblich keine oder selten, weil die Gemeinde das Fehlverhalten duldete und sich bewusst war, keine Rechtsgrundlage für ein Bußgeld zu haben. Es soll sogar Autofahrer gegeben haben, die sich auf die offene Rechtslage im alten Ortskern beriefen und sich bei einem an anderer Stelle in Nauheim gegen sie verhängten Strafzettel auf „Willkür“ beriefen.

Über den Sommer wurde nun umgesetzt, was die Straßenverkehrsbehörde vorsorglich groß angekündigt hatte: Geparkt werden darf nur noch, wo Parkbuchten markiert sind. Dazu wurden sogenannte „Altstadtnägel“ verwendet, so dass das Kopfsteinpflaster nicht mit Unmengen weißer Striche verunstaltet ist.

Zur Anlieferung von Fenstern parkt der Lieferant der Schreinerei  notgedrungen etwas außerhalb des Erlaubten. Bild-Zoom Foto: RBEUTEL PRM
Zur Anlieferung von Fenstern parkt der Lieferant der Schreinerei notgedrungen etwas außerhalb des Erlaubten.

Die Folgen wirken sich schon aus. Am Wochenende geht ohnehin nicht viel. Viele Anwohner sind zu Hause, ihre Autos stehen meist auf der Straße auf den markierten Stellflächen. Etliche Lücken bleiben leer, weil sie nicht markiert sind. Nicht anders ist es bei Veranstaltungen im Alten Rathaus oder in der Kirche. Jetzt gilt es, fernab das Auto abzustellen und einen Fußweg in Kauf zu nehmen.

Es hat sich wohl herumgesprochen, dass die Gemeinde strenger kontrollieren will. Jedoch war eine gewisse Schonfrist zugesichert worden, so dass sich die Autofahrer an die neuen Zustände gewöhnen können. Täglich sind mehrere potenzielle Stellflächen zu sehen, die sich anböten, dort ein Fahrzeug zu platzieren. Doch ohne Altstadtnägel bleiben sie ungenutzt.

Weniger als zuvor

Insgesamt sollen 27 Stellflächen entstehen, hatte das Rathaus angekündigt. Es seien weniger als bisher, hieß es ebenfalls. Bürgermeister Jan Fischer (CDU) erklärte auf Anfrage, dass noch weitere Parkbuchten ausgewiesen werden sollten. Seines Wissens fehlten noch vier, unter anderem gegenüber der evangelischen Kirche und zum Beispiel an einem Haus in der Vorderstraße.

Zugespitzt hat sich die Situation seit dem Abriss des Klassentrakts der alten Grundschule. Wegen der Baustelle hat die Gemeinde ein Einbahnstraßensystem eingerichtet. Nun gibt es einen Kreisverkehr im Uhrzeigersinn durch die Straßen Im Gehren, Schulstraße und Waldstraße. In der Schulstraße sind gleich mehrere Stellflächen auf der Straße weggefallen.

Auf besondere Weise hat die Schreinerei Schneider in der Waldstraße mit den beengten Verhältnissen in Alt-Nauheim zu kämpfen. Lieferanten kommen schon mal mit ausladenden Sattelschleppern, um Holz oder Türen anzuliefern. In der Waldstraße können die langen Fahrzeuge nicht parken, um ausgeladen zu werden. Dies würde jeden Durchgangsverkehr blockieren. Also stehen die Brummis in der Mühlstraße, notfalls gegen die Fahrtrichtung. Das funktioniert allerdings nur, wenn dort die Reihe rarer Parkplätze auf einem breiten Gehweg frei ist – was in jüngster Zeit immer seltener der Fall war.

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