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Einsatz nach Aufbruchsserie: Spürhunde suchen Autoknacker

Von Zwei Hunde mit ausgebildeter Spürnase halfen der hiesigen Polizei. Die Tiere wurden auf die Spur eines Autoknackers angesetzt, der bei 36 Fahrzeugen die Scheiben eingeschlagen hat.
Spürnase Claude erschnüffelt sich seine Fährte. Spürnase Claude erschnüffelt sich seine Fährte.
Mörfelden-Walldorf. 

Claude hat einen markanten Duft in der Nase, zielgerichtet trabt der fünf Jahre alte Coonhound – eigentlich zur Waschbärjagd gezüchtet – seinem Geruchssinn nach. Der Hund von Polizeikommissarin Jamie Mongeau ist als Personenspürhund ausgebildet und kam, ebenso wie sein vierbeiniger Kollege Kimba, ein acht Jahre alter Schweißhund, mit Herrchen Polizeihauptkommissar Kai Fischbach, gestern Vormittag in Mörfelden zum Einsatz.

Die beiden vierbeinigen Helfer gehören der Gruppe der Personenspürhunde aus Rheinland-Pfalz an, die bei vermissten Personen ebenso zum Einsatz kommen, wie bei der Verbrecherjagd. In Mörfelden machten sich Kimba und Claude auf die Spuren eines besonders rüden Autoknackers: Ein bisher Unbekannter hat es nämlich in der Nacht vom vergangenen Dienstag auf Mittwoch ordentlich krachen lassen. Und das im wahrsten Sinne des Wortes: Am Bahnhof, in der Bahnhofstraße, auf dem Parkdeck und in den umliegenden Straßen wurden bei 36 Autos die Scheiben eingeschlagen und Wertsachen entwendet. „Allerdings ist der Sachschaden viel höher als der Wert der Diebstähle“, berichtete Roland Pohl, Kriminaloberkommissar in Rüsselsheim. „Es wurden zwei Navigationsgeräte gestohlen, sonst nur Münzgeld und eine Tüte Bonbons.“

Die Einbrüche haben sich nicht nur nicht gelohnt, der Täter hat auch Spuren hinterlassen. „Er hat sich verletzt, in einem Auto haben wir einen Handschuh mit Blut gefunden, und ein Taschentuch haben wir auch noch“, erläuterte Pohl. Und da kamen Kimba und Claude ins Spiel.

 

Per GPS aufgezeichnet

 

Zunächst durfte Kimba an einer Kompresse mit Blutgeruch schnüffeln, und der Rüde ging sofort los. An langer Leine folgte ihm Hundeführer Kai Fischbach mit schnellem Schritt. Alle Wege wurden mit Hilfe eines GPS-Geräts aufgezeichnet, und die Hundeführer hielten auch fest, wo der Hund gestoppt und intensiv geschnüffelt hat. Diese Daten bekommt das Ermittlerteam in Rüsselsheim. „Der Weg von dem Hund bestätigt unsere Vermutung, dass der Täter wahrscheinlich mit der S-Bahn angekommen und damit wieder weggefahren ist“, sagte Pohl.

Auf der zweiten Seite des Bahnsteigs angekommen, sprang Kimba Kai Fischbach an. „Das ist das Zeichen, dass seine Fährte zu Ende ist“, erklärte der Hundeführer. Claude bekam von den Polizisten einen anderen Startpunkt gezeigt, und der Coonhound lief mit den Beamten mehr als fünf Kilometer durch den strömenden Regen.

„Er läuft tatsächlich die Strecke, auf der wir aufgebrochene Autos gefunden haben“, sagte Roland Pohl. Seine Hoffnung, dass einer der beiden Hunde an einem Haus anschlägt und vielleicht sogar direkt zum Täter führt, erfüllte sich nicht. Denn Claude zeigte ebenso wie Kimba am Bahnhof an, dass seine Route beendet war.

„Sie sehen ja, wie schwer er sich tut, mir zu sagen, hier ist jetzt nichts mehr“, erläuterte Mongeau das Verhalten ihres Hundes. Der Vierbeiner trödelte ein bisschen und sprang seine Hundeführerin dann auch an. „Wenn wir jetzt zurückkommen, dann lege ich eine Übungsfährte mit einem Ergebnis, damit er ein Erfolgserlebnis hat“, versprach die Hundeführerin.

Die Ausbildung der Personensuchhunde dauert zwei Jahre, und die Tiere leben bei den Beamten mit in den Familien. „Die Ausbildung und die Arbeit ist eine ganz andere als bei den Schutzhunden und noch aufwendiger“, erklärte Kai Fischbach.

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