E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Hofheim am Taunus 14°C
1 Kommentar

Eselswiese: Stadtverordnetenvorsteher drängt auf Bürgerversammlung

Von Auf der Eselswiese sollen Wohnungen für tausende Menschen entstehen. Der Parlamentschef appelliert jetzt an den Magistrat, die Bürger bei einer Versammlung über das Bauprojekt zu informieren.
Auf der Eselswiese soll gebaut werden. Foto: Göckes Auf der Eselswiese soll gebaut werden.
Bauschheim. 

Es geht um Wohnraum für 3000 bis 4000 Menschen und ein Gewerbegebiet. Beides soll auf einer Fläche von rund 60 Hektar entstehen. Und zwar auf der Eselswiese, dem Ackerland im Nordosten Bauschheims. Das Projekt steht am kommenden Donnerstag auf der Tagesordnung der Stadtverordnetenversammlung.

Stimmen die Mitglieder der jetzigen Beschlussvorlage zu, werden die Kosten für die Bauland-Erschließung im Zuge eines sogenannten Umlegungsverfahrens von den rund 50 Grundstückseigentümern gemeinsam getragen. „Eine andere Form der Entwicklungsfinanzierung wäre aktuell wahrscheinlich kaum über den städtischen Haushalt zu leisten“, teilte der Magistrat mit. Allein an öffentlichen Investitionskosten wird laut Magistrat ein Volumen von 80 bis 100 Millionen Euro erwartet, private Investitionen für Wohnhäuser oder gewerbliche Gebäude kämen noch hinzu. Der städtische Haushalt soll durch die Umlegung nicht belastet werden.

Mehrfach angesprochen

Der Bauschheimer Ortsbeirat sprach sich einstimmig für die Bebauung der Eselswiese aus. In der Sitzung im September wurden die Pläne für das Projekt auch in groben Zügen vorgestellt. Nichtsdestotrotz wird es in dem Rüsselsheimer Stadtteil mitunter skeptisch gesehen. Stadtverordnetenvorsteher Jens Grode (SPD) zufolge seien viele Menschen verunsichert und wünschten sich weitere Infos zum Thema.

Immer wieder sei er diesbezüglich angesprochen worden. Deshalb drängt Grode darauf, eine Bürgerversammlung abzuhalten, um die Menschen mitzunehmen. Zu einer solchen Versammlung einladen kann er als Parlamentschef allerdings nur in Abstimmung mit dem Magistrat. Dessen Vertreter habe er wiederum mehrfach wegen eines möglichen Termins für eine Bürgerversammlung angesprochen. In der jüngsten Sitzung des Ältestenrats habe Oberbürgermeister Bausch (parteilos) ihm dann von Baudezernent Nils Kraft (SPD) ausrichten lassen, dass für eine solche Versammlung momentan noch zu wenige Informationen zum Projekt vorlägen. „Das muss ich so zur Kenntnis nehmen“, sagt Grode. Eigentlich habe er sich eine Versammlung noch in diesem Jahr gewünscht. Doch nun werde es dazu nun wohl erst im nächsten Jahr kommen. Das Thema dürfe auf keinen Fall aus den Augen verloren werden, appelliert Grode an den Magistrat.

Wie sehr das Thema Eselswiese manchen Bauschheimern unter den Nägeln brennt, zeigen auch die Kommentare auf Grodes Beitrag auf der Internet-Plattform Facebook.

Arbeiten wohl ab 2022

Dort kündigte Grode an, zu eine Bürgerversammlung einladen zu wollen, sobald der Oberbürgermeister die Terminfrage geklärt habe. „Wäre definitiv mal angebracht, da in meiner Nachbarschaft, die relativ nah angrenzt, viel Unmut darüber herrscht“, kommentiert eine Nutzerin. Später ergänzt sie: „Schöner wäre es, wenn überhaupt keine Bagger rollen würden. Bauschheim verliert dadurch nur an Qualität zu leben.“ Bekannt ist bislang abgesehen von den ungefähren Kosten etwa, dass die Entwicklung des Geländes die Nassauische Heimstätte Wohnungs- und Entwicklungsgesellschaft treuhänderisch für die Stadt übernehmen soll. Es geht um 30 Hektar für ein bis zwei geschossigen Wohnraum, 13 Hektar Gewerbegebiet, 5 Hektar gemischte Baufläche und einen zehn Hektar großen Grünstreifen zwischen Wohn- und Gewerbegebiet. Läuft alles reibungslos, könnten 2022 die Arbeiten beginnen. Dauern sollen sie etwa bis 2028.

Die städtische Pressestelle teilt auf Nachfrage mit, dass es über den im Ortsbeirat und der aktuellen Ausschussrunde berichteten Sachstand hinaus keine Informationen gebe, die Anlass für eine Bürgerversammlung seien. Man gehe davon aus, dass im kommenden Jahr weitere Informationen zur Entwicklung der Eselswiese vorliegen. Dann könne auch eine Bürgerversammlung zwischen dem Stadtverordnetenvorsteher und dem Oberbürgermeister vereinbart werden.

Zur Startseite Mehr aus Rüsselsheim

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutz Über unsere WerbungRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse

Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen