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Bischofsheim: Unbekannte vergraben Glasscherben auf Spielplatz

Eltern sind bestürzt, Bauhof-Mitarbeiter verärgert, die Polizei ist alarmiert: Unbekannte haben auf einem Spielplatz Glasscherben vergraben. Jetzt handelt die Gemeinde.
Der Spielplatz „Am Alten Gerauer Weg“ ist erst einmal auf unbestimmte Zeit geschlossen. Foto: (Dorothea Ittmann) Der Spielplatz „Am Alten Gerauer Weg“ ist erst einmal auf unbestimmte Zeit geschlossen.
BISCHOFSHEIM. 

Verlassen wirkt der Spielplatz „Am Alten Gerauer Weg“. Kein Kinderlachen, keine quietschenden Schaukeln oder wippenden Federtiere. Den Eingang versperrt ein eiserner Bauzaun, dahinter steht ein Schild mit der Aufschrift „Spielplatz gesperrt aufgrund scharfkantiger Gegenstände“.

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Der Spielplatz ist bis auf weiteres geschlossen. Zusätzlich wurden alle beweglichen Spielgeräte abgebaut, das teilt die Gemeindeverwaltung Bischofsheim mit. Der Grund: Es wurden im Sand vergrabene Fensterglasscherben gefunden, die eine Größe von bis zu 25 Zentimetern aufweisen. An allen Spielgeräten befinden sich Sandbereiche, die das rutschende oder schaukelnde Kind sanft auffangen sollen. Genau dort wurden die Scherbenfunde gemacht.

„Wie ein Messer“

„Sie wirken wie ein Messer, wenn ein Kind – vielleicht sogar noch mit nackten Füßen – auf die scharfen Glaskanten aufkommt“, sagt die Leiterin des Bauhofs, Susanne Schnell. Sie wolle nicht daran denken, was hätte passieren können. Deshalb wurde der Spielplatz umgehend geschlossen und alle beweglichen Spielgeräte abgebaut. Damit soll verhindert werden, dass der Zaun überwunden und Geräte genutzt werden, bevor die Gefahr gebannt ist. „Wir müssen den kompletten Sand an allen Spielgeräten austauschen“, erklärt Schnell, warum der Platz jetzt länger nicht benutzt werden kann.

Auch Jugendliche betroffen

Die Bauhof-Mitarbeiter hatten die Glassplitter bei ihrem Kontrollgang entdeckt. Alle zwölf Tage laufen sie die Spielplätze in der Gemeinde ab. Sollten beim Leeren der Mülleimer alle zwei bis drei Tage große Verunreinigungen oder gefährliche Gegenstände auffallen, werde sofort gehandelt, gibt ein Bauhof-Mitarbeiter Auskunft.

Von der Sperrung betroffen ist auch die Jugendpflege Bischofsheim. Normalerweise treffen sich die Pädagogen mit den Kindern „Am Alten Gerauer Weg“ montags und donnerstags zum Spielnachmittag. Das ist nun nicht mehr möglich.

Doch es ist nicht das erste Mal, dass Scherben auf diesem Spielplatz aufgefunden wurden. Verstreute Flaschenscherben liegen immer wieder herum. Im Juli letzten Jahres entdeckten Mitarbeiter des Bauhofs bei ihren Kontrollgängen vergrabene scharfkantige Glasflaschenböden vor der Rutsche. Nicht nur der Spielplatz „Am Alten Gerauer Weg“, sondern auch der Spielplatz „Im Klinker“ war betroffen.

Anzeige bei Polizei

Bürgermeister Ingo Kalweit (CDU) dazu: „Dass sich so etwas in noch schlimmerer Form wiederholt, werden wir keinesfalls hinnehmen. Der Bauhof ist angewiesen, jeden Fall bei der Polizei zur Anzeige zu bringen.“ Neben den engmaschigen Kontrollgängen durch Mitarbeiter des Bauhofs könne die soziale Kontrolle durch Spielplatzbesucher und Anwohner zur Aufklärung beitragen, hofft Kalweit.

Wer beobachtet, dass Manipulationen an Spielgeräten oder dem Sand vorgenommen werden, sollte sofort die Polizei Bischofsheim unter (0 61 44) 9 66 60 anrufen.

Beweis mit der Kamera

Besonders in lauen Sommernächten treffen sich Jugendliche gerne auf Spielplätzen und hinterlassen dort ihren Müll. Eine Anwohnerin dokumentierte den Zustand penibel mit ihrer Handy-Kamera. „So ein schöner Spielplatz voll mit Scherben, Zigarettenkippen und Sonnenblumenkernschalen“, kommentiert sie. Sonnenblumenkerne sind noch harmlos im Gegensatz zu Pfirsichkernen, die scharfkantig sind und leicht empfindliche Kinderfüße verletzen können, wie sie auch schon auf dem Spielplatz gefunden wurden.

„Sobald wir mit unseren Kindern dort sind, haben wir sauber gemacht, weil da immer was liegt, was die Kinder verletzt“, so eine Mutter. Sie spreche die Schmutzfinken auch direkt an, wenn sich eine Gelegenheit bietet. „Jeder möchte die Spielplätze benutzen, aber niemand sieht sich verpflichtet, da mal selbst Hand anzulegen“, ist sie frustriert.

Den Mitarbeitern des Bauhofs bleibt jedenfalls nichts anderes übrig, als die betroffenen Plätze zu sperren und zu reinigen – eine Sisyphosarbeit. dit/red

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