E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Hofheim am Taunus 27°C

Zu wenig Platz: Vereine kämpfen gegen Bürgerzentrum

Es hagelt weiterhin Kritik für das geplante Bürgerzentrum. Einige Vereine, beispielsweise der Carneval-Club, sind dagegen. Auch das Ginsheimer Bürgerhaus ist für die meisten keine Option.
Die Vertreter der Gutavsburger haben vor Beginn der politischen Beratungen zum neuen Bürgerzentrum verdeutlicht, welche schädlichen Auswirkungen ein zu kleiner Saal hat. Die Vertreter der Gutavsburger haben vor Beginn der politischen Beratungen zum neuen Bürgerzentrum verdeutlicht, welche schädlichen Auswirkungen ein zu kleiner Saal hat.
GUSTAVSBURG. 

500 Karten verkauft der Gustavsburger Carneval-Club (GCC) in der Regel für seine Damensitzung. Gut 400 sind es bei der Fremdensitzung. Der GCC muss also in jeder Kampagne mehr als 900 Besucher unterbringen, was im Saal des Bürgerhauses bestens funktioniert. Kommt dagegen das Bürgerzentrum in der Form, wie es die Verwaltung den Fraktionen in der am Dienstag beginnenden Gremienrunde vorstellt, wird der GCC vor einem massiven Problem stehen.

Denn gerade einmal 199 Personen würde der Saal fassen, in einigen wenigen Ausnahmefällen 250 – mehr definitiv nicht. Der GCC müsste also zwei Damensitzungen und zwei Fremdensitzungen organisieren, um alle seine närrischen Fans zum Schunkeln zu bringen.

Doppelte Kosten

„Das ist nicht zu machen“, kann GCC-Vorsitzender Hermann Frank über solch einen Vorschlag nur den Kopf schütteln. „Wir hätten dann zwar die früheren Einnahmen, aber im Prinzip das Doppelte an Kosten.“ Und ins Ginsheimer Bürgerhaus ausweichen? Auch da schüttelt der GCC-Vorsitzende nur den Kopf. „Das ist so gut wie unmöglich.“

26 Gustavsburger Vereine sind im Sport- und Kulturbund (SKB) organisiert. Der SKB hat sich bereits mit einem Brief an die Fraktionen und den Magistrat gewandt und darum geworben, den Entwurf der Verwaltung für das Bürgerzentrum abzulehnen – wir haben berichtet. Der SKB moniert vor allem, dass die Größe des Saals und auch die knapp 50 Quadratmeter große Bühne an den Bedürfnissen der Vereine vorbeigehe.

Saal ist zu klein

Der SKB fordert einen Saal für mindestens 300 Personen und eine 80 Quadratmeter große Bühne. Wie der GCC lehnen nicht wenige Vereine in Gustavsburg den Entwurf der Verwaltung zum geplanten Bürgerzentrum kategorisch ab. Frederic Diercks ist Erster Vorsitzender des Turnvereins Gustavsburg, der eine rührige Tanzabteilung hat. „Die rund 200 Aktiven trainieren mehrmals in der Woche im Bürgerhaus. Hinzu kommen jährlich zwei Tanztee-Veranstaltungen.“ Ihm geht es in erster Linie darum, dass der geplante Saal zu klein für das Tanzen als bewegungsintensiver Sport mit viel Platzbedarf ist. Und nach Ginsheim ausweichen? Auch Diercks schüttelt den Kopf. „Das Ginsheimer Bürgerhaus wird schließlich bereits von etlichen Vereinen genutzt.“

Der Gesangverein Einigkeit hatte kürzlich ein Konzert mit gut 300 „echten“ Besuchern. Hinzu kam der Platzbedarf für diejenigen, die am Konzert aktiv beteiligt waren. Auch Edgar Kownatzki, Vorsitzender der Einigkeit, lehnt den Entwurf der Verwaltung ab.

Gespräche führen

Und nach Ginsheim ausweichen? „Wie soll ich das unserem überwiegend aus älteren Leuten bestehenden Aktiven und dem Publikum vermitteln?“, lautet die Gegenfrage, die die Antwort erahnen lässt.

Hartmut Seiz, Vorsitzender des VdK Ginsheim-Gustavsburg, kritisiert, dass die Kommune das Gustavsburger Bürgerhaus seit etlichen Jahren habe verkommen lassen. Der SKB befürchtet eine massive Beeinträchtigung des Gustavsburger Vereinslebens, das negative Konsequenzen nach sich ziehe, die Jahrzehnte nachwirken könnten, würden die Pläne der Verwaltung umgesetzt.

Der Dachverband beharrt deshalb auf seiner Forderung nach einem größeren Saal und einer größeren Bühne. Um dem Nachdruck zu verleihen, will der Sport- und Kulturbund weitere Gespräche mit Politik und Verwaltung führen und bei der Sitzung der Stadtverordnetenversammlung am 3. Mai Präsenz zeigen.

Zur Startseite Mehr aus Rüsselsheim

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse