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Säuberung: Anglerverein macht mit bei Flussreinigungsaktion

Alle zwei Jahre reinigen Hunderte Angler von der Stadt Nidda bis zur Flussmündung in Frankfurt den Fluss Nidda. Daran beteiligt sich auch der Bad Vilbeler Anglerverein gerne, so wieder am Samstag. Von den Brücken werfen die Angler ihre Haken ins Wasser, doch eben nicht um Fische zu fangen, sondern um so viel Müll wie möglich aus dem Gewässer zu holen. Das bringt allerlei Kurioses ans Tageslicht.
Kurioser Fund: Eine Zapfanlage lag am Grund der Nidda. Foto: Niklas Mag Kurioser Fund: Eine Zapfanlage lag am Grund der Nidda.

Nachdem die Bad Vilbeler Angler die Nidda rund um die Holzbrücke an der Alten Mühle gesäubert haben, zieht es sie zur nächsten Fußgängerbrücke. Auf der schmalen blauen Brücke, die in die Frankfurter Straße auf Höhe des Restaurants »Down Under« führt, haben sie sich erneut postiert. Mit geübtem Auge erkennt einer der Angler sofort, dass da etwas im Wasser nicht stimmt. »Da liegt doch etwas drin«, sagt er und beginnt damit, die Böschung hinunterzusteigen. Ein beherzter Griff ins Wasser und tatsächlich: »Was ist das denn?«, fragt ein Angler, der dazu kommt. »Es ist eine Zapfanlage!« Das Gelächter ist groß, denn der Fund zählt definitiv zu den kurioseren der vergangenen Jahre.


Volker Zuleger ist seit 50 Jahren Angler und weiß: »Wir haben schon einiges aus der Nidda gezogen, aber eine Zapfanlage noch nicht.« Mofas und sogar ein Tresor seien besondere Funde gewesen. »Da musste sogar die Polizei kommen.« Doch auch auf die sogenannten Klassiker ist Verlass: »Fahrräder und vor allem Einkaufswagen finden wir zu Massen.« Mit Bier beladen würden Feiernde diese durch die Stadt schieben und dann aus jugendlichem Übermut und zudem unter Alkoholeinfluss in der Nidda versenken. Doch das Gute: »Dieses Jahr haben wir noch nicht annähernd so viele Einkaufswagen gefunden, wie sonst«, bilanziert Zuleger.


Niedriger Wasserstand


Der niedrige Wasserstand der Nidda im Sommer sei dafür vermutlich verantwortlich: »Die Wagen versinken nicht richtig, deshalb wurden nicht so viele hinein geworfen. Auch der Zweite Vorsitzende des Bad Vilbeler Angelsportvereins, Marco Weller, nimmt an der Aktion teil. »Vier Fahrräder und ein Bauzaun«, hat er an diesem Samstagvormittag bereits aus dem Fluss gezogen. Die Stadt stelle den Anglern einen Container zur Verfügung, in dem sie den Müll abladen können. Mit zehn seiner Angler will er die größten Brocken aus der Nidda im Rahmen des Aktionstages entfernen. »Wir angeln heute mal anders«, meint er und lacht. »Es sind größtenteils Dinge, die Menschen in den Fluss hineingeworfen haben.«
Es sei wichtig, diese Teile hin und wieder aus der Nidda zu holen und zudem habe die Aktion, gemeinsam die Nidda zu reinigen, auch einen gewissen symbolischen Wert. »Insgesamt befindet sich die Nidda aber auf einem sehr guten Weg. Gerade die Renaturierungsmaßnahmen tun dem Fluss und vor allem den Fischen gut«, findet der Zweite Vorsitzende, schultert den nächsten Müllsack und trägt ihn in Richtung Container. Volker Zuleger hat sich derweil wieder in der Mitte der blauen Brücke platziert und schwingt den massiven Haken, der an einen Enterhaken erinnert, mit dem die Angler sicherlich auch eine kleine Festung erobern könnten.
Mit lautem Platschen


In hohem Bogen fliegt dieser erneut in Richtung Wasseroberfläche, landet mit lautem Platschen. Dann ziehen die Angler vorsichtig an dem Seil, in der Hoffnung, dass sich möglichst viel Müll verhakt. Leider bleibt der Haken dieses Mal leer. Oder ist das nicht eher ein gutes Zeichen? »Wir finden deutlich weniger Müll, als noch in den vergangenen Jahren«, berichtet Volker Zuleger. Mit der Nidda habe er in 50 Jahren einige Hochs und Tiefs erlebt. »Der Fluss hat sich verbessert«, ist auch er sicher. Der Bad Vilbeler Gewässerökologe Gottfried Lehr, der in großen Teilen für die Renaturierung des Flusses verantwortlich ist, sei ein Segen für die Nidda, findet Zuleger.


»Diesen Aktionstag heute mag ich sehr, denn die Angler können sich so auch einfach mal präsentieren und gemeinsam etwas machen«, sagt er. Noch bis zur Brücke am Freibad wollen die Angler gehen und dabei die Ufer absuchen und von den Brücken aus nach

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