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Diese Vierbeiner sind mopsfidel

Ein wahres Hunde-Eldorado war das erste Mops-Festival in Friedberg für Liebhaber der speziellen Rasse. Rund 200 Menschen sind der Einladung gefolgt.
Schwarzhaupt und Dreikandt mit ihren Hunden. Schwarzhaupt und Dreikandt mit ihren Hunden.
Friedberg. 

Früher, findet Vanessa Rogall, habe der Mops ein wenig das Image gehabt, der typische Hund für „ältere Omis“ zu sein. Wahrscheinlich auf einem Brokatkissen sitzend. Wenn dem so gewesen sein sollte, ist die Frau aus Ilbenstadt das beste Beispiel dafür, dass dieser Nimbus perdu ist. In ihre kunstvoll arrangierten Fingernägel dürfte sie einig Zeit investiert haben, sie trägt bunte Leggins, eine Tattoo auf dem Fuß und hält an einer Leine in Raubtiermuster den fast fünf Jahre alten Rüden Merlin.

Info: Die Geschichte der Rasse

Der Mops blickt mittlerweile auf eine über 2000-jährige Geschichte zurück. Es gilt als bewiesen, dass der Hund ursprünglich aus China stammt.

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„Schon als Kind wollte ich einen Mops haben. Spätestens seit ich im Film Pocahontas einen gesehen habe. Es ist so ein schöner Hund“, erzählt sie. Bei einem derartigen Mopsauf- und auslauf wie jetzt auf dem Grillplatz in Friedberg-Ockstadt, konnten Liebhaber dieser Hunderasse schon mal ins Schwärmen kommen. Ein herzallerliebster Anblick – gut und gerne achtzig Möpse tollten in einem fröhlichen Tohuwabohu über die Wiese, liefen wie aufgezogen hintereinander her, knuddelten sich im Pulk. Über dem Geschehen lag das eigentümliche Hecheln dieser Hunderasse, das von einem Ende des Platzes zum andere echote.

Eingeladen zu dieser nicht alltäglichen Hunde-Party, nämlich zum ersten Mopsfestival der Wetterau, hatten Petra Schwarzhaupt und Ben Dreikandt. Wie das Paar auf den Mops gekommen ist? „Eigentlich“, erzählt er, „habe er vor einigen Jahren einen Dackel kaufen wollen. In einer Art Rettungsaktion habe ich dann aber einen Mops mit nach Hause gebracht. Bertha war damals sozusagen ein Secondhand-Hund.“ Auch seine Partnerin war sogleich in Bertha verliebt.

 

Immer gut gelaunt

 

Allerdings war die kleine Hündin offenbar so traumatisiert, dass sie mühsam mit dem Löffel ernährt werden musste. Da sie immer noch trauerte, riet der Tierarzt dazu, Bertha eine Gefährtin zur Seite zu stellen. So kam das heute zweijährige Paulinchen ins Haus. „Es ist ein spezieller Hund“, sagt Ben Dreikandt mit einer Überzeugung, wie es wohl die Besitzer anderer Vierbeiner auch äußern werden.

„Er ist charaktervoll, ein Schauspieler, sozial, kinderlieb. Will immer dabei sein. selbst wenn man nur auf die Toilette geht. Wenn Sie so wollen: Eine Mischung aus Mensch und Hund.“ Immer gut gelaunt – nicht umsonst kennt die deutsche Sprache den Begriff mopsfidel – und frei von Aggressionen. Aber, aufgepasst: „Wenn im Haus etwas nicht in Ordnung ist, meldet er.“ Die Idee zum Mopsfestival kam ihr, weil sie das 22-jährige Bestehen ihres Fachgeschäfts für Dessous & Bademoden in der Friedberger Altstadt feiern wollte. „Und die Möpse sind doch das Wappentier des Ladens“, erklärt Petra Schwarzhaupt. Es meldeten sich 140 Besucher an, am Ende dürften es gut und gerne 200 Besucher gewesen sein. Zu sehen gab es noch eine Ausstellung mit Fotos, die Ben Dreikandt von den Knautschgesichtern mit den neugierigen, hervorstechenden Augen gemacht hat.

 

Das ultimative Bekenntnis

 

Für diese wiederum gab es zum Kosten das Lieblings-Menü von Bertha und Paulinchen, frisch zubereitet: Huhn mit Reis und bunten Möhren, Joghurt mit Äpfel und Zimt sowie „Gänsewein“. Der Vorteil: Da können Frauchen und Herrchen gleich mitspeisen.

So etwa Maike und Sascha Stöhr aus Reichelsheim, Besitzer von Mylow. „Wir haben ihn bekommen, als er acht Wochen war. Vom Wesen her ist er ein richtiger Clown“, sagt sie. „Hundemäßig gibt es für uns keine Alternative zum Mops. Kein Urlaub mehr ohne Mylow“, bekräftigt er. „550 Kilometer im Auto und er steigt putzmunter aus.“

Alles rund um den Mops sammeln Ingeborg (65) und Klaus Conradi (71) aus Limeshain – von „amerikanischem Kitsch bis hin zu Meissner Porzellan“. Einige sind an Ingeborg Conradi selbst zu bestaunen: Ein Mops baumelt an der Halskette, einer thront auf ihrem Ring und um das Handgelenk laufen einige am Armband. Das ultimative Bekenntnis zum Mops: Über dem Knöchel hat sie sich den Namen der Rasse in blauer Farbe stechen lassen.

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