E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Hofheim am Taunus 24°C

Gegen den Kirchenvorstand: Gegner des Verkaufs der Oberburg erheben schwere Vorwürfe

Massive Vorwürfe erhebt die Interessengemeinschaft gegen den Verkauf der Oberburg in Burg-Gräfenrode gegen den Kirchenvorstand. Der Vorstand habe die Kosten „künstlich hochgerechnet“ und keinerlei Einnahmemöglichkeiten aufgezeigt, lautet die Kritik.
Die Idylle trügt: Um die Zukunft der Oberburg in Burg-Gräfenrode ist ein heftiger Streit entbrannt. Die Idylle trügt: Um die Zukunft der Oberburg in Burg-Gräfenrode ist ein heftiger Streit entbrannt.
Karben. 

Die Sitzung in der Kirche wirkt bei den Gegnern des Oberburg-Verkaufs noch nach. Noch tage später sind Wut und Enttäuschung spürbar. „Wir sind gar nicht richtig zu Wort gekommen. Der Moderator hat uns mit abweisenden Handbewegungen ständig nach hinten geschoben.“ Und das hatte seinen Grund, denn Vertreter der Evangelischen Kirche Hessen und Nassau sowie die stellvertretende Vorsitzende des Kirchenvorstandes der evangelischen Gemeinde Burg-Gräfenrode begründeten mit vielerlei Zahlen, warum sie das historische Gebäude verkaufen wollen. Doch nicht nur die Art der Versammlungsführung ärgert das Quintett aus Astrid Fielding, Karlfred Heidelbach, Kurt W. Rühle, Ekkehard Müller und Martin Hahn. Auch die dort präsentierten Zahlen belegen nach ihrer Ansicht: „Der Kirchenvorstand hat sich keine Gedanken um Einnahmen gemacht.“

Info: Mehrfacher Umbau

Die Oberburg wurde 1429 erstmals erwähnt und diente bis zu deren Aussterben 1729 als Sitz von Angehörigen der Familie von Carben. Sie wurde ursprünglich im gotischen Stil erbaut.

clearing

Die dargestellten 300 000 Euro zur Sanierung der Elektrik seien durch den geplanten Verkauf eines Teils des Grundstücks an die Stadt Karben gedeckt. Danach hätten die Vertreter der Kirche für die nächsten 30 Jahre 1,2 Millionen Euro Sanierungskosten geschätzt. „Den Kosten haben sie aber keinerlei Einnahmen entgegengesetzt“, beklagen die Gegner. Zudem bezweifeln sie die hohen Ausgaben. So seien viele Fenster in der Burg Mitte der Neunziger Jahre neu gemacht worden. „Das Dach ist ebenfalls in dieser Zeit erneuert worden. Es wird jedes Jahr kontrolliert.“ Für die Gegner des Verkauf ist die Oberburg „in baulich ordentlichem Zustand“.

Wohnungen vermietet

Bei der Sanierung des auf dem Gelände stehenden Lieselturms habe sich eine große Spendenbereitschaft bei den Burg-Gräfenrödern gezeigt. Gerade Ortsvorsteher Karlfred Heidelbach (CDU) war unterwegs, um Spenden einzutreiben. Zudem gebe es die Möglichkeit, Teile der Kollekte für die Sanierung der Burg zu verwenden oder Feste zu veranstalten. Zudem gebe es Zuschüsse vom Denkmalschutz. In der Burg seien im Obergeschoss zudem zwei Wohnungen vermietet worden. Deren Mieten lägen 50 bis 60 Prozent unter den ortsüblichen Mieten. „Die ganze Rechnerei ist unseriös“, sagt Ekkehard Müller.

Für die Verkaufsgegner, die 532 Unterschriften gesammelt haben, ist klar, dass die Sache „ein Geschmäckle“ hat. Nicht nur die Präsentation von Philipp von Leonhardi als Käufer belege das. Man wisse aus dem Kirchenvorstand, dass es bei einer ersten Abstimmung ein Patt gegeben habe.

Zudem sei nach dem Ausscheiden von einem Kirchenvorstandsmitglied eine Nachrückerin berufen worden, „die gar nicht auf der Wahlliste stand“. Die beiden eigentlichen Nachrücker, Gegner des Burgverkaufs, seien nicht berücksichtigt worden. „Dann stand es plötzlich fünf zu drei für den Verkauf“, wundern sich die Gegner.

Mitarbeit angeboten

Trotz aller Kritik bieten sie nach wie vor ihre Mitarbeit an. „Wir sind bereit, uns aktiv einzubringen, auch mit Fachwissen“, sagt etwa Ingenieur Hahn. Mit dem Pfarrer sei man so verblieben, dass er sich die Argumente der Gegner anschaut und sich dann wieder meldet. Das bestätigt Pfarrer Eckart Dautenheimer gegenüber dieser Zeitung. Er wundert sich indes, „dass sich bei mir niemand über den Verlauf vom Sonntag beschwert hat“.

80 Prozent der Redezeit hätten am Sonntag die Gegner gehabt, berichtet er. Die Unterschriften seien erst zum Schluss übergeben worden, „weil wir davon nichts gewusst haben“. Falsch sei, dass die Einnahmen nicht dargestellt worden seien. Dautenheimer betont, man sei kein Privatmann, sondern eine Anstalt des öffentlichen Rechts. „

Wir müssen also Gelder vorhalten und kriegen keinen Kredit.“ Dies wäre nur möglich, wenn der Haushalt positiv wäre. „Aber die Kirchengemeinde hat ein strukturelles Defizit“, sagt der Vorsitzende des Pfarrgemeinderates.

Zur Startseite Mehr aus Wetterau/Main-Kinzig

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutz Über unsere WerbungRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse

Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen