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Drogrenschmuggel fliegt auf: Haschisch ins Gefängnis geschmuggelt: Haftstrafe

Dass nicht jeder Liebesbeweis ehrenwert ist und manchmal sogar im Gefängnis enden kann, das musste ein türkischstämmiges Ehepaar aus Frankfurt nun am eigenen Leib erfahren.
Butzbach/Friedberg. 

Vom Friedberger Schöffengericht erhält ein Ehepaar aus Frankfurt Gefängnisstrafen wegen des Einschmuggelns von Haschisch in die Justizvollzugsanstalt (JVA) Butzbach. Dort sitzt nämlich der beteiligte Ehemann seit 2014 eine mehrjährige Gefängnisstrafe ab – und zwar ebenfalls wegen eines Drogendeliktes in Verbindung mit Waffengewalt und Körperverletzung. Es war nicht die erste Straftat des 37-Jährigen.

Am 5. April 2016 wird seine 30-jährige Ehefrau beim Einschmuggeln von 40 Gramm qualitativ hochwertigem Haschisch-Quartz in die JVA Butzbach überführt. Ein ehemaliger Mithäftling hatte nach seiner Entlassung der Polizei den entscheidenden Hinweis gegeben. Laut ihm gibt es in dem Gefängnis zwei Händlerkreise: Der Transport werde über spezielle Gefängnis-Handys organisiert.

Daraufhin werden der Angeklagte und die anderen mutmaßlich mit dem Drogenhandel befassten Häftlinge über Monate überwacht. Da der Ex-Häftling der Polizei auch die Nummer eines der Handys verriet, wird umgehend mit richterlicher Genehmigung eine Telefonüberwachung eingerichtet.

Bei einem der Telefonate erfahren die Ermittlungsbeamten, dass die Ehefrau für den 5. April erneut Besuch beantragen soll – und zwar nicht im allgemeinen Gesprächszimmer, sondern in dem Sonderraum für Ehepartner. Die Ware, also die Drogen, solle sie wieder wie beim letzten Mal verstecken.

Die Beamten konfrontieren die Ehefrau am nächsten Tag schon am Empfang mit ihrer Vermutung. Als sie jedoch leugnet, werden zunächst ihre Kleidung, dann ihre Sachen durchsucht und ihr Körper abgetastet – vergeblich. Also wird sie mit auf das Revier genommen und gebeten, sich auszuziehen. Als auch das ohne Ergebnis endet, kommt der Zufall zur Hilfe: Zwei Mal bittet sie, auf die Toilette gehen zu dürfen. Beide Male jedoch in Begleitung einer Polizeibeamtin. Das erste Mal geht für sie gut aus, beim zweiten Mal hingegen findet die Beamtin ein Haschkügelchen im Toilettenbecken.

Daraufhin wird die 30-Jährige mit richterlichem Beschluss ins Krankenhaus nach Bad Nauheim gebracht und gynäkologisch untersucht. Dabei finden die Ärzte mehrere Beutel mit 43,5 Gramm hochwertigem Hasch. Daraufhin wird auch ihre Wohnung in Frankfurt durchsucht, wobei die Polizei weitere 37 Gramm, eine Feinwaage und einen Zettel finden, der wie eine Schuldnerliste aussieht.

Beide Angeklagten äußern sich vor Gericht nicht zu dem Sachverhalt, lassen aber ihre Anwälte mitteilen, dass das Haschisch nur zum persönlichen Verbrauch des Angeklagten gedacht gewesen sei. Die Haft hätte ihn so mitgenommen, dass er mittlerweile depressiv sei und die Drogen zur Aufmunterung bräuchte. Bei der Liste handele es sich im Übrigen nicht um eine Schuldnerkartei, sondern um eine Auflistung der Gebete seiner Frau.

Die Buchstaben stünden für die Suren im Koran, die Zahlen für die Anrufung von Allah. Die Schuld für den Rechtsbruch übernimmt großzügig der Ehemann. Doch das Gericht nimmt ihnen den persönlichen Gebrauch nicht ab: Der 37-Jährige wird wegen Drogenhandels in größerem Stil zu zwei Jahren und sechs Monaten verurteilt, seine Frau, ebenfalls Wiederholungstäterin, erhält ein Jahr und neun Monate Gefängnis.

Dem Angeklagten wird schon jetzt die Ausweisung und Abschiebung in die Türkei nach Absitzen der Haftstrafe angekündigt.

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