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Lesung: In die Tiefen der menschlichen Seele blicken

Von Als Thriller-Autor und Gerichtsmedizinerin sind Veit Etzold und seine Frau Saskia ein unschlagbares Gespann. Aufregende Unterhaltung ist garantiert, wenn es am Freitag um 20 Uhr in Friedberg heißt: „Die Schöne und er liest“. Dieser Zeitung hat Etzold über sein Leben als Schriftsteller erzählt.
Saskia und Veit Etzold treten am Freitagabend in Friedberg auf. Foto: FinePic. Helmut Henkensiefken Saskia und Veit Etzold treten am Freitagabend in Friedberg auf.
Friedberg. 

Als Veit Etzold zum ersten Mal den Obduktionsraum der rechtsmedizinischen Abteilung der Berliner Charité betrat, sah er eine Leiche und eine blonde Frau namens Saskia. Sie war die Gerichtsmedizinerin, die den Toten obduzierte. Heute ist sie seine Gattin, die ihn auch auf die Bühne begleiten wird, wenn es am Freitag in Friedberg „Die Schöne und er liest“ heißt.

In der Reihe „Friedberg lässt lesen“ stellt Etzold seinen neuesten Thriller „Tränenbringer“ aus dem Knaur-Verlag vor, während seine Frau kriminaltechnische Hintergründe schildert. Ort ist die Hauptverwaltung der Ovag (Hanauer Straße 9-13).

Den Obduktionsraum hatte der heute 45-Jährige damals aufgesucht, weil er gemeinsam mit dem Chef der Rechtsmedizin, Michael Tsokos, das Buch „Dem Tod auf der Spur“ schrieb. Etzold erinnert sich: „Ich hatte ihm gesagt, wenn wir zusammen so etwas machen, muss ich mal eine Obduktion sehen. Er sagte: ’Das ist aber schwer.’ Ich bin nicht umgekippt.“ Etzold war fasziniert von Saskia und den anderen Mitarbeitern, allesamt lebensbejahende Leute. „Die ganze Atmosphäre hat mich beeindruckt. Es ist anders als in den Krimis, wo Gerichtsmediziner verschroben sind.“

Von King inspiriert

Schon als Teenager schrieb Etzold spannende Geschichten. „Ich hatte viel Fantasy gelesen, bin dann irgendwann zu Stephen King gekommen und war angefixt.“ Er belegte Kurse in kreativem Schreiben, reichte Textproben bei Verlagen ein. Es klappte nicht. „2006 habe ich gedacht: ’Du musst es jetzt richtig machen’ und habe mir eine Literaturagentur gesucht.“ Das funktionierte, sein erster Thriller „Das große Tier“ kam bei „Kiepenheuer und Witsch“ heraus. „Und dann hat mich Bastei Lübbe entdeckt, ich ging zu ihnen und ’Final Cut’ erschien, der erste Band mit Clara Vidalis.“

Das war 2012 und brachte ihm erstmals einen Platz auf der Spiegel-Bestsellerliste. Zu seiner weiblichen Heldin Clara, die als Ermittlerin Serienkiller jagt, inspirierte ihn der Film „Das Schweigen der Lämmer“. Die Protagonistin in einem Männerumfeld sagte ihm zu. Etzold: „Gerade bei der Polizei sind ganz viele Männer in Führungspositionen. Auch die Serienkiller sind meistens Männer.“

Je blutiger, desto besser

Zu Beginn seiner Laufbahn hätten ihm aber auch seine Agentur und sein Lektor erklärt, dass die Hauptzielgruppe für Thriller eher die weiblichen Leser sind. „Je blutiger es ist, desto mehr Frauen lesen es“, konstatiert er. Bei seiner Arbeit ist Ehefrau Saskia mithin nicht nur eine Unterstützung, um Dinge aus der Forensik zu erklären, sondern die 38-Jährige gibt ihm auch Tipps wie: „Nein, so würde sich eine Frau nie benehmen.“

Als Autor Erfolg zu haben, erklärt Etzold, habe zwar immer auch etwas mit Glück zu tun, allerdings gebe es drei Anfängerfehler: Wichtig sei das klare Genre, das Werk vor der Einsendung einem professionellen Lektor zu geben und eine Agentur zu beauftragen.

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