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Nidderau: Neue Züge, alte Züge

Von Schicke neue Triebzüge fahren ab dem Fahrplanwechsel auf der Niddertalbahn. Eigentlich sollten dann auch auf der Strecke Hanau – Friedberg neue Zeiten anbrechen. Doch das muss der Rhein-Main-Verkehrsverbund erstmal auf unbestimmte Zeit verschieben.
Die leisen und laufruhigen Triebzüge vom Typ Desiro werden ab dem Fahrplanwechsel zum Standard auf der Niddertalbahn. Zwischen Hanau und Friedberg müssen die Fahrgäste auf den Komfort des neuen Zuges Talent 2 (kleines Bild) dagegen noch warten.	Fotos: Dennis Pfeiffer-Goldmann Bilder > Die leisen und laufruhigen Triebzüge vom Typ Desiro werden ab dem Fahrplanwechsel zum Standard auf der Niddertalbahn. Zwischen Hanau und Friedberg müssen die Fahrgäste auf den Komfort des neuen Zuges Talent 2 (kleines Bild) dagegen noch warten. Fotos: Dennis Pfeiffer-Goldmann
Nidderau. 

Immerhin ein Positives bleibt: Wer aus Nidderau, Ostheim oder Assenheim nach Hanau, Friedberg oder Gießen will, ist künftig sonntags nicht mehr auf sein Auto angewiesen. Künftig fahren wieder Züge auf dieser Strecke, die "Betriebsruhe" auf der Bahnstrecke zwischen Samstagabend und Montagmorgen hat ein Ende.

Sonntagsverkehr startet

Allerdings wird es für die Fahrgäste mindestens in der ersten Zeit keine Erbauung, die neue Verbindung zu nutzen. "Wir werden dort Reisezugwagen einsetzen", kündigt Thomas Liehr an, Leiter der Bahn-Tochter DB Regio Hessen. Sie betreibt die Strecke seit Dezember 2011 – und wollte von Anfang an neue Elektrotriebzüge von Bombardier vom Typ Talent 2 einsetzen. Doch die lassen auf sich warten.

So fahren seit einem Jahr zunächst die Triebwagen der Hessischen Landesbahn weiter. Nun ist ein zweiter Startversuch mit dem Talent 2 zum 9. Dezember gescheitert: Bombardier hat noch immer keine Zulassung für die im Werk Wittenberge bereitstehenden Züge. Bis die in einigen Monaten ausgeliefert werden, sollen alte Reisezugwagen eingesetzt werden. "Wir suchen aber die besten raus", verspricht Liehr. Bisher seien diese Waggons beispielsweise in Verstärker- und Schülerzügen auf der Main-Weser-Bahn eingesetzt.

RMV-Geschäftsführer Knut Ringat verzieht bei dieser Nachricht die Mundwinkel. "Das ist eine nicht so schöne Situation."

Nicht warten müssen die Fahrgäste außerdem auf die andere Verbesserung im Fahrplan: Die Züge werden zwischen Hanau und Gießen wieder durchgebunden, das Umsteigen in Friedberg entfällt. Eine echte Neuerung ist das aber nicht, sondern die Züge fuhren früher schon jahrzehntelang derart.

Mit dem Fahrplanwechsel deutlich besser wird dagegen der Komfort für die Fahrgäste der Niddertalbahn: Bis auf die stärksten Pendlerverbindungen werden künftig alle Fahrten von leisen, laufruhigen, innen schön hellen und großzügigen Dieseltriebwagen vom Typ Desiro gefahren. Die FNP hatte die Fahrzeuge der Baureihe 642, die bisher in Thüringen fuhren und fürs Stockheimer Lieschen aufgemöbelt werden, im Sommer vorgestellt.

Seien die Fahrzeuge derzeit "vereinzelt im Vorlaufbetrieb" auf der Strecke unterwegs, gingen sie zum 9. Dezember "in den Vollbetrieb" zwischen Frankfurt und Stockheim über Bad Vilbel, Nidderau und Altenstadt, erklärt Stefan Müller vom Marketing der Bahn in Frankfurt. Bis zum Spätsommer sollten alle Desiros innen erneuert werden. Außerdem würden alle 19 verbleibenden Doppelstockwaggons erneuert.

Zweitwagen verzichtbar

2014 sollten dann auch die neuen, leiseren Dieselloks von Bombardier geliefert werden. Damit denke man auch an die Anwohner, erinnert RMV-Geschäftsführer Ringat. "Für sie ist der Lärm der Loks ein Problem", räumt er ein. Das Problem werde schon jetzt zum Fahrplanwechsel gelöst und 2014 mit den neuen Loks dann ganz getilgt.

Mit knapp einem Viertel mehr Fahrgästen seit Start des neuen Betriebsprogramms vor vier Jahren ist der Erste Kreisbeigeordnete des Main-Kinzig-Kreises und amtierende RMV-Aufsichtsratschef André Kavai zufrieden. Was das bedeute, merke man in Heldenbergen, Büdesheim oder Niederdorfelden bereits: "Viele junge Familien verzichten wegen des guten Lieschen-Angebots auf ihren Zweitwagen", sagt Kavai. Das helfe auch den Pendlern, die auf den Straßen unterwegs seien. Hessen Seite 17

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