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Verkehrssicherheitstag: Schüler haben was fürs Leben gelernt

Fast 150 Schüler haben sich mit dem Auto überschlagen, sind gegen ein Hindernis geprallt oder mit 1,2 Promille Auto gefahren. Verletzt wurde niemand. Aber die jungen Leute haben beim Verkehrssicherheitstag am Bad Vilbeler Georg-Büchner-Gymnasium jede Menge neue Erkenntnisse gewonnen.
In dem Smart bekommen die Schüler ein Gefühl dafür, wie es ist, wenn das Auto mit 30 Stundenkilometern gegen ein Hindernis prallt. Bilder > In dem Smart bekommen die Schüler ein Gefühl dafür, wie es ist, wenn das Auto mit 30 Stundenkilometern gegen ein Hindernis prallt.
Bad Vilbel. 

Michelle und Celina stehen noch ganz unter dem Eindruck von dem, was sie eben erlebt haben. Sie haben gerade den Überschlagsimulator verlassen. Das ist eine Vorrichtung, in dem ein Ford Focus hängt, der aufs Dach gedreht wird. Die beiden Schülerinnen sind noch aufgeregt. „Das war ganz toll“, sagen sie. „Wir haben viel gelernt.“

Nämlich zum Beispiel, dass sie, wenn sie in eine solche Situation kommen, immer eine Hand über dem Kopf haben müssen. Die Erklärung gibt Paul Fischer von der Obertshausener Firma „crash-instructor“ allen Schülern, als sie in den Simulator einsteigen. „Wenn ihr das nicht macht, brecht ihr euch das Genick, wenn ihr euch wieder abschnallt.“

Mit 1,2 Promille dabei

Auch das will in dieser Situation gelernt sein: Die Füße Richtung Körper bringen, weiter abgestützt bleiben und erst dann den Sicherheitsgurt lösen. „Ihr habt dafür genug Zeit“, erklärt Fischer, „denn Autos, die sich überschlagen, brennen nur bei RTL donnerstags um 20.15 Uhr.“

Der Simulator ist nur eine der drei Außenstationen beim Verkehrstag am Georg-Büchner-Gymnasium. Rund 150 Schüler der elften und zwölften Klassen testen auch, welche Kräfte wirken, wenn ein Smart mit nur elf Stundenkilometern gegen ein Hindernis prallt. „Wow, so einen Druck hätte ich nicht erwartet“, ruft einer der Schüler in die Runde. Oder die Büchnerianer haben erfahren, wie es sich anfühlt, mit 0,8 oder 1,2 Promille Auto zu fahren.

Das passierte in einem Fahrsimulator des ADAC: „Abstand zu gering“, „verbotswidrig rechts überholt“, leuchtet auf den Monitoren auf. Die Umstehenden feixen, bis sie selbst ans Steuer müssen...

Während drei Gruppen draußen Erfahrungen sammeln, sind weitere Gruppen in den Klassenräumen. Dort gibt es Vorträge, die verschiedene Aspekte der Verkehrssicherheit ansprechen. Jürgen Sill vom Regionalen Verkehrsdienst Wetterau aus Butzbach spricht über die Aktion BOB, Fahren ohne Alkohol, bei der ein Jugendlicher ein alkoholfreies Getränk gratis erhält, wenn er nüchtern bleibt und seine Freunde nach Hause fährt.

Die seit elf Jahren durchgeführte Aktion zeigt nach Angaben Sills Erfolg: „Die Zahl alkoholbedingter Unfälle in Mittelhessen geht ständig zurück.“

Tränen in den Augen

Im Nebenraum spricht Notfallseelsorger Gregor Rettinghaus so eindringlich, dass ein Schüler sogar den Klassenraum verlässt, anderen die Tränen in den Augen stehen. Ein paar Türen weiter berichtet Gerhard Rauschenberg von den Problemen mit Alkohol. Die Schüler können anschließend mit einer Rauschbrille versuchen, einen Parcours ordentlich zu durchlaufen oder mit dem Bobbycar zu durchfahren.

Außerdem spricht der Lauterbacher Notarzt Dr. Freier, und in einer weiteren Station geht es um das Thema Ablenkung. Die Schüler sitzen in Gruppen, einer muss fahren, die anderen versuchen ihm alles mögliche zu erzählen oder feiern im „Auto“.

„Wir wollen die Schüler von allen Seiten packen“, erläutert Heinz Euler von der Verkehrswacht Wetterau das Anliegen der Veranstaltung.

Sie ist Teil einer bundesweiten „Aktion junge Fahrer“, die unter dem Motto steht: „Schnell kann alles vorbei sein“. Die Schüler sollen lernen, sich im Auto anzuschnallen, keinen Alkohol zu trinken und während der Fahrt nicht aufs Handy zu schauen oder darauf etwas zu tippen.

Michelle und Celina haben viel gelernt. Für sie war das „ein spannender Tag“. Die Erfahrungen und Erkenntnisse können sie gut gebrauchen. Im nächsten Jahr machen sie Abitur, „und dann gibt’s das erste Auto“.

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