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Abriss des Bürgerhauses: Wo sollen die Löffelmänner bloß hin?

Gegen einen Abriss des Bürgerhauses haben alle Vereine aus Ilbenstadt kürzlich Front gemacht. Aus ihrer Sicht hat die CDU eventuelle Neubaukosten zu niedrig eingeschätzt. Einen Beschluss darüber fällte der Haupt- und Finanzausschuss auf seiner jüngsten Sitzung nicht – die Debatte geht weiter.
Rund 500 Käfige für Ausstellungen im Bürgerhaus Ilbenstadt haben zum Beispiel die Kleintierzüchter parat, für Events wie diese Rasse-kaninchen-Kreisschau. Ein Abriss der Stätte wäre für sie fatal. Rund 500 Käfige für Ausstellungen im Bürgerhaus Ilbenstadt haben zum Beispiel die Kleintierzüchter parat, für Events wie diese Rasse-kaninchen-Kreisschau. Ein Abriss der Stätte wäre für sie fatal.
Niddatal. 

Die Diskussion ausgelöst hatte ein Antrag der CDU-Fraktion im Rathaus, mit dem der Magistrat aufgefordert wurde, erste Zahlen für einen Abriss des Bürgerhauses und den Neubau an anderer Stelle dem Parlament vorzulegen. Rund 750 000 Euro würde die überfällige Sanierung des Bürgerhauses kosten, rechnen die Christdemokraten nun vor. Hinzu kämen weitere 150 000 Euro für eine neue Heizung. „Bei einem so defizitären Haushalt muss einer Fraktion auch mal gestattet werden, über Alternativen nachzudenken“, so Fraktionschef Michael Hahn gegenüber den Vereinen.

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Steht das marode, sanierungsbedürftige Bürgerhaus aus den Sechziger-Siebzigerjahren im Niddataler Stadtteil Ilbenstadt vor dem Abriss? Mit diesem Vorschlag hatte die CDU sich den geballten

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Die stemmen sich kräftig gegen Pläne, die einzig wirklich laufende Gaststätte im Ort abzureißen. „Das ist unser einziger Treffpunkt, zu dem auch Leute von außerhalb kommen“, betont der Vorsitzende des Kleintierzüchtervereins, Peter Treulieb. Er sieht sogar den Todesstoß für seinen Verein kommen, wenn das Bürgerhaus nicht mehr besteht. „Wir haben dort jeden November unsere große Ausstellung; eine Alternative gibt es nicht.“

 

Stadt soll Geld sparen

 

Ein Abriss käme laut CDU die Stadt allerdings günstiger als die seit Jahren versprochene Sanierung. Denn mit dem Verkaufserlös des Grundstückes, auf dem das jetzige Bürgerhaus steht und einem bereitstehenden Investitionsdarlehen, müsse die Stadt nur 350 000 Euro aufbringen. Der vom Rathaus beauftragte Architekt Lothar Link rechnete am Dienstag abend vor, was der Abriss (120 000 Euro) und der Neubau an anderer Stelle (912 000 Euro) kosten würde. Dafür könne man ein Bürgerhaus mit einem 135 Quadratmeter großen sowie einem mit 57 Quadratmeter kleinen Saal finanzieren. Küche, Stuhllager, Sanitäranlagen und eine Bühne kämen hinzu, einschließlich der Bestuhlung mit 192 Plätzen. Ob die CDU ihre Pläne weiter verfolgt, ist angesichts der heftigen Gegenwehr von Vereinen fraglich.

In einem Treffen aller Vereine hatten zahlreiche Spitzenvertreter ihre Bedenken kund getan. Harald Bolte vom Tischtennisverein sagte, die veranschlagten Kosten für einen Abriss seien zu niedrig. Und Hans Schöniger vom Fahrradclub 1903 gibt zu bedenken, dass Radfahren in einer kleineren Halle kaum vorstellbar sei. Für sie war der nicht aufteilbare Raum im Bürgerhaus ursprünglich konzipiert gewesen. Angst haben alle Vereinsvertreter, dass bei einem Abriss und einem Neubau mindestens zwei Jahre vergehen würden. Während dieser Zeit stünde den Vereinen kein größerer Saal zur Verfügung, und viele Mitglieder würden dies wahrscheinlich nicht hinnehmen, und in andere Vereine wechseln. Mit dem derzeitigen Wirt der angegliederten Klosterschänke, Roger Veith, besteht seit 26 Jahren ein Pachtvertrag, der sich im Sommer soeben stillschweigend für weitere drei Jahre verlängert hat, also bis 2017 gültig ist.

„Seit zwölf Jahren werde ich immer wieder vertröstet auf eine Sanierung“, beschwert sich Veith. Als ihn die CDU kürzlich gefragt habe, ob er am Erwerb des Bürgerhauses interessiert sei, habe er abgewunken, so Veith: „Vor zwölf Jahren ja, aber jetzt?“ Seine Gaststätte gilt seit Jahren als notgedrungen einziger Treffpunkt in der Gemeinde.

 

Wald nicht verkaufen

 

Mit einigen Vereinsvertretern hat die CDU vergangenes Wochenende auch nochmal separat gesprochen, um ihnen die Haushaltslage klar zu machen. Seitdem, heißt es, werde in allen Fraktionen weiterhin um die beste Lösung gerungen.

Auch bei Verkaufsüberlegungen städtischen Waldbesitzes fand der Hauptausschuss in seiner jüngsten Sitzung noch keinen gemeinsamen Nenner. Forstamtsleiter Bernd Reißmann warnte alle Politiker ausdrücklich vor dem Verkauf; dessen Erlös sei niedriger als langfristige Renditen aus der Waldwirtschaft.

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