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25 Jahre Talentschmiede des deutschen Jazz

Angefangen hat alles vor 25 Jahren. Das neu gegründete Bundesjazzorchester gab sein erstes öffentliches Konzert in der Aula des Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasiums in Bonn. Tags drauf stand der nächste Termin an: Peter Herbolzheimer spielte mit seinen Musikern im Bonner Kanzleramt auf.
Helmut Kohl (r) gratuliert dem Peter Herbolzheimer zum geglückten ersten Auftritt des Bundesjazzorchesters am 7. Januar 1988. Foto: dpa Helmut Kohl (r) gratuliert dem Peter Herbolzheimer zum geglückten ersten Auftritt des Bundesjazzorchesters am 7. Januar 1988. Foto: dpa
Bonn. 

Der damalige Hausherr, Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU), hatte sich persönlich für die Gründung des Ensembles eingesetzt.

Das Bundesjazzorchester (Bujazzo) sei ein Sprungbrett, eine Talentschmiede, eine Phase zwischen Ausbildung und Beruf, sagt der Leiter der Projekte Bundesjazzorchester/Jugend Jazzt beim Deutschen Musikrat, Dominik Seidler. «Bei uns gehen alle durch. Wer die Jazzszene heute prägt, war im Bujazzo. Und ich bin sicher, wer in den nächsten 20 Jahren die Szene prägen wird, ist heute im Bujazzo. Wir sind immer die Besten einer Generation.» Das Orchester sei eine wirkliche Visitenkarten für den deutschen Jazz im In- und Ausland.

Peter Herbolzheimer war der Gründer des Orchesters und maßgeblich beteiligt an der Auswahl der Musik. Er hat es 18 Jahre lang geleitet, von 1988 bis 2006. «Herbolzheimer ist wirklich verantwortlich für den jetzigen Istzustand des Jazz in Deutschland, also für das Selbstbewusstsein und die Akzeptanz des Big-Band-Jazz», sagt Seidler. Seit 2011 hat das Orchester zwei künstlerische Leiter, Niels Klein, und den Chef der BBC-Big-Band, den Posaunisten Jiggs Whigham.

Im Jubiläumsjahr kehrt die Big Band zurück nach Bonn: Am Samstag ist sie im Rahmen des Bonner Jazzfestivals unter der Leitung von Niels Klein in der Bundeskunsthalle zu hören. Nach dem Auftritt in Bonn wartet auf die 19 Musiker ein ganz besonderes Erlebnis. Für gut drei Wochen geht es auf Tournee nach Westafrika. In Senegal und Guinea-Bissau soll gemeinsam mit afrikanischen Musikern geprobt und konzertiert werden. Sieben Konzerte sind geplant.

Initiator und Gastdirigent der Begegnungsreise ist Mike Herting, der mit dem Projekt «GlobalMusic Orchestra» seit Jahrzehnten transkulturelle Begegnungen inszeniert. Die Deutsche Welle wird über das Ereignis in einem eigenen Blog berichten.

«Das wird nicht nur musikalisch sondern auch menschlich und persönlich eine nachhaltige Sache», sagt Seidler. Bei den Konzerten in Saint-Louis, Kaolack, Ziguinchor, Bissau und Ilha de Bubaque werden zahlreiche afrikanische Musiker auf der Bühne stehen. «Das wird die Leute vom Hocker reißen», meint Seidler.

Seit der Gründung hat das Bundesjazzorchester 440 Konzerte gegeben und 20 Auslandstourneen unternommen. Die Zahl der erfolgreichen Absolventen hat 750 erreicht.

Seit 16 Jahren gibt es im Zwei-Jahres-Rhythmus analog zu «Jugend musiziert» im klassischen Bereich nun im Jazz den Wettbewerb «Jugend jazzt». Dabei können sich kleine Combos messen. Anders als bei «Jugend musiziert» ist «Jugend jazzt» eine Begegnung mit Workshop-Charakter. Seit 2010 gibt es mit Geld aus der Automobilindustrie zusätzlich die Jugend-Jazzt-Begegnung für große Big Bands. Sie alle laufen unter der Bezeichnung «Jugend jazzt mit dem Skoda Jazzpreis». In geraden Jahren messen sich Big Bands, in ungraden Jahren die Combos.

(Von Günter Wächter, dpa)
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