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Londons Royal Opera will für alle da sein

Das Londoner Opernhaus Covent Garden wird transparent: Mit neuen Eingängen, eleganten Foyers, Restaurants und einem Operncafé will die Royal Opera künftig rund um die Uhr Besucher anziehen - ob Operngänger oder nicht.
Der Blick auf die Londoner Royal Opera Covent Garden. Foto: Luke Hayes/London Royal Opera Der Blick auf die Londoner Royal Opera Covent Garden.
London. 

Die roten Samtbänke im Foyer der Royal Opera, auf denen die Besucher in der Pause Sandwich oder Eis verzehren, waren zwar gemütlich - man konnte dort gelegentlich auf prominente Fans treffen, wie zum Beispiel den Pianisten Alfred Brendel, und ihn spontan nach seiner Meinung befragen.

Aber Sehen und Gesehenwerden war eine mühsame Sache, da sich die Menschenmenge nur langsam vorwärts schob, hin und weg von den Schlangen zu Toilette, Bar und Garderobe.

Damit ist es jetzt vorbei: Der Haupteingang des Royal Opera House mit der klassischen Säulenfront wurde in einem Umbauprojekt schlicht nach links verlegt. Ab jetzt gelangen Besucher und Musikliebhaber durch die imposante Glas-und Eisenfassade der Blumenhalle des ehemaligen Frucht-und Gemüsemarktes Covent Garden in das Haus. Ein weitläufiges, Licht durchflutetes Foyer mit schwungvoller Treppe zu den höheren Etagen bietet Luft und Raum. „Eine Verbindung von Grandeur und zeitgenössischer Eleganz”, wie Geschäftsführer Alex Beard am Mittwoch betonte.

Mehr Toiletten, Garderoben, Restaurants, Cafés, Ausstellungsvitrinen und ein modernisiertes Theater für experimentelle Aufführungen - das Linbury Theatre - sind Teil des Umbau-und Erneuerungsprojekts „Open Up”, das vor drei Jahren begann und 50,7 Millionen Pfund (57 Mio Euro) kostete. Auch der einst gedrängte „Hintereingang” der Oper, der auf den zentralen großen Platz in Covent Garden stößt, wurde erweitert und geöffnet. Ziel ist es, Opern-und Ballettfreunde ebenso anzuziehen wie Passanten.

Aus diesem Grund geht das Royal Opera House auch bei den Öffnungszeiten neue Wege. Das Haus ist ab diesem Freitag täglich von 10 Uhr morgens an geöffnet. Angeboten werden Ausstellungen über Geschichte, Musik und Kostümkunst, Touren hinter die Kulissen, Vorstellungen, Bildungsprogramme und Tanztee. Ziel des Projekts sei es, der „Oper jeden Hauch von Privileg zu nehmen”, sagt Beard. Das Royal Opera House richte sich nach der Devise, dass Oper und Ballett „für alle” da sind.

Ob das Konzept aufgeht, wird die Zukunft zeigen. Für das Stammklientel der Hauptoper, deren Auditorium von den Umbauplänen unberührt blieb, ändert sich zunächst wenig. Plätze zu Spitzenpreisen sichern eine gewisse Exklusivität, obwohl auch Billig-Tickets zu haben sind. Demnächst auf dem Programm steht „Der Ring des Nibelungen” unter Chefdirigent Antonio Pappano. Die Aufführung von „Die Walküre” wird am 28. Oktober live in Kinos weltweit übertragen.    

(Von Anna Tomforde, dpa)
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