Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Laufsport - Alles rund um den Mainova Frankfurt Marathon ... Hofheim am Taunus 28°C

Filmkritik zum vielfach ausgezeichneten Musikfilm: Ryan Gosling wirkt in "La La Land" völlig unterbeschäftigt

Von Ryan Gosling und Emma Stone tanzen in dem Musikfilm „La La Land“ durch die Stadt der Engel von gestern und heute. Unsere Kultur-Redakteurin Sabine Kinner weiß, warum die bittersüße Romanze trotzdem nicht überzeugen kann.
Sebastian (Ryan Gosling) und Mia (Emma Stone) in LA. Foto: Dale Robinette Sebastian (Ryan Gosling) und Mia (Emma Stone) in LA.

Der Retro-Trend hat schon viele Filme hervorgebracht, die in längst verflossenen Zeiten spielen. Sehr beliebt sind etwa die 70er Jahre, die sich auch gerade in der Kleidermode sowie im Möbeldesign wiederfinden. Eines der schönsten Kinowerke über die besondere Stimmung und den Menschenschlag der frühen 80er war vor einigen Monaten „Everybody wants some!!“. Darin zog ein junger Baseballspieler auf seinem College-Campus ein und füllte die letzten Sommerferientage vor Semesterbeginn mit dem üblichen Studentenleben. Um zu erzählen, wie es damals zuging, hat Regisseur Richard Linklater gar keine erwähnenswerte Handlung gebraucht. Es war ihm lediglich darum zu tun, das unwiederholbare Daseinsgefühl einer ganzen Generation zu zeigen. Weit entfernt von solch filmischer Qualität hat nun der amerikanische Filmemacher Damien Chazelle etwas Ähnliches versucht. Mit seinem Musikfilm „La La Land“ wollte er nichts Geringeres als den „Traum“ inszenieren, in die Filmmusicals der 40er, 50er und 60er Jahre zurückkehren zu können.

Und so schickt er ein nostalgisch gestimmtes künstlerisches Liebespaar von heute in das Los Angeles von gestern. Sebastian (Ryan Gosling) ist ein Miles-Davies-Romantiker, der gerne eine eigene Jazz-Kneipe eröffnen würde, sich aber als Schnulzen-Pianist Geld verdienen muss. Mia (Emma Stone) ist eine Schauspielerin, die sich aus Geldmangel um erbärmliche Fernsehrollen bewerben muss, obwohl sie lieber ein eigenes Theater führen würde. Gemeinsam malen die beiden sich aus, wie es wohl wäre, in den guten alten Zeiten gelebt zu haben, als alle anderen noch genauso dachten wie sie selbst. Dazu tanzen die beiden in lauer Nacht zu eigens von Justin Hurwitz geschriebenen Songs wie „City Of Stars“ oder „Someone In The Crowd“.

Der Verlauf dieser bittersüßen Romanze wirkt vielleicht deshalb so kläglich, weil Ryan Gosling als hochrangiger Schauspieler mit ein paar Tanzschrittchen und geträllertem „La La La“ völlig unterbeschäftigt ist. Den besseren Part hat Emma Stone, die eben jene Naivität ausstrahlt, die zur Unverfänglichkeit des Geschehens passt. Die ungelenke Inszenierung des Ganzen lässt wiederum mit Wehmut an jene schwungvollen alten Musicalfilme („Singin’ in the Rain“, 1952) denken, die so hochprofessionell hergestellt waren, wie es sich „La La Land“ nur zurückwünschen kann. Schwach

 

Frankfurt: Berger (D+E), Cinema, Eldorado, Metropolis (D+E)

 

Zur Startseite Mehr aus Kultur

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse