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Abenteuerfilm „Alpha“: Überleben in der Eiszeit vor 20 000 Jahren

Der amerikanische Regisseur Albert Hughes hat vor gewaltiger Naturkulisse das Epos um einen halbwüchsigen Jäger und seinen vierpfotigen Begleiter inszeniert.
Der junge Jäger Keda (Kodi Smit-McPhee) und sein Wolf Alpha schlagen sich durch die Wildnis der Eiszeit. Kälte und Hunger drohen ihnen. Der junge Jäger Keda (Kodi Smit-McPhee) und sein Wolf Alpha schlagen sich durch die Wildnis der Eiszeit. Kälte und Hunger drohen ihnen.

Zwischen all den Superhelden und schnellen Actionthrillern hat nun ein fast wortloser Film über eine ungewöhnliche Freundschaft, die vor 20 000 Jahren beginnt, ihren Platz gefunden. Beide Hauptdarsteller sind recht schweigsam: Keda ist ein junger Jäger, der sich mit simplen Wortbrocken einer Eiszeit-Sprache verständigt. Sein Gegenspieler Alpha ist ein heulender Wolf, der anfangs furchterregend knurrt und die Zähne fletscht.

Doch ist dies kein possierliches Tiervergnügen. Vielmehr gibt es nervenaufreibende Szenen, die mit dem brutalen Survival-Drama „The Revenant – Der Rückkehrer“ mithalten können. Mit grandiosen Aufnahmen von Mammut-Herden, riesigen Wasserfällen und feuerspeienden Vulkanen stimmt der amerikanische Regisseur Albert Hughes ein bildgewaltiges Epos aus der Zeit vor 20 000 Jahren an. Ein Stamm unter dem Anführer Tau (Johannes Haukur Johannesson) schickt die besten in Leder und Felle gekleideten Jäger auf eine gefährliche Büffeljagd. Erstmals nimmt Tau seinen eher sanften als kriegerischen Sohn Keda (Kodi Smit-McPhee) mit, dessen Mutter (Natassia Malthe) das Schlimmste befürchtet. Der Junge führe durch sein Herz, nicht durch den Speer, warnt sie. Das ist fast der ganze Text, den die norwegische Schauspielerin für den Film zu lernen hatte.

Gefährliche Stürme

In einer spektakulären Jagdszene geht für Keda alles schief. Tot geglaubt wird der junge Höhlenmensch auf einem Vorsprung an einer steilen Felswand zurückgelassen. Die Odyssee, die nun folgt – mit reißenden Fluten, eisigen Schneestürmen, gefährlichen Bestien und mageren Würmern als Mahlzeit – ist kaum zu überleben. Mit selbstgebastelten Speerspitzen wehrt Keda ein Rudel Wölfe ab, doch bald hat er Mitleid mit einem verletzten Tier. „Ich nenne dich Alpha“, und „Ich halte dich am Leben“, murmelt er dem knurrenden Wolf zu. Und so entwickelt sich langsam eine Freundschaft, die trotz Ungereimtheiten, Vorhersehbarkeit und einem zuckersüßen Ende ans Herz geht.

Die Stärke von „Alpha“ ruht auf den Hauptdarstellern: Der Wolfhund mit dem wirklichen Namen Chuck wurde so trainiert, dass er Furcht einflößen kann, spielerisch ein Stöckchen fängt und in einer fesselnden Szene Keda aus einem zugefrorenen See rettet. Auch der 22-jährige Australier Kodi Smit-Mc-Phee überzeugt in seiner fast stummen Rolle, wie er sich zunehmend mutiger den harschen Naturgewalten stellt und gemeinsam mit dem Wolf den Weg zurück zu seinem Stamm findet. Smit-McPhee, der in „X-Men: Apocalypse“ den blauhäutigen Nightcrawler spielte, hatte sich in der düsteren Bestseller-Verfilmung „The Road“ (2009) schon einmal durch eine bedrohliche Welt geschlagen, damals an der Seite von Viggo Mortensen in einer packenden Vater-Sohn-Beziehung. „Alpha“-Regisseur Albert Hughes setzte früher auf städtische Szenarien. Mit seinem Zwillingsbruder Allen drehte er 1993 „Menace II Society“ über schwarze Ghettos in Amerika. In „The Book of Eli“ (2010) schickten sie Denzel Washington als postapokalyptischen Helden durch eine zerstörte Welt. Bei „Alpha“ führte Albert Hughes erstmals alleine Regie.

Wildnis in Kanada

Mit seinem österreichischen Kameramann Martin Gschlacht („Ich seh, Ich seh“), fängt er großartige Bilder ein. Das Team drehte unter anderem in der kanadischen Provinz Alberta und in Island. Vor allem im Imax- und 3D-Format zieht „Alpha“ in seinen Bann. Das macht die recht einfache Story wett. Regisseur Hughes hätte wohl gerne die Zähmung des Hundes in knapp 100 Minuten erklärt. Sehenswert

In diesen Kinos

Frankfurt: Cinestar, E-Kinos (D+E), Metropolis (D+E). Sulzbach: Kinopolis (D+E). Limburg: Cineplex. Hanau: Kinopolis (D+E). Mainz. Cinestar (D+E)

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