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Absturz von Raumlabor „Tiangong 1”

Es regnet Weltraumschrott: Das ausgediente chinesische Raumlabor „Tiangong 1” wird voraussichtlich in der Nacht in Einzelteilen auf die Erdoberfläche herabfallen. Bis zu 3,5 Tonnen könnten die Trümmer insgesamt wiegen
Nachricht an Mutter Erde: Video-Übertragung aus dem chinesischen Raumlabor „Tiangong 1”. Foto: How Hwee Young/EPA Nachricht an Mutter Erde: Video-Übertragung aus dem chinesischen Raumlabor „Tiangong 1”.
Darmstadt/Berlin. 

Teile des chinesisches Raumlabors „Tiangong 1” werden in der Nacht zum Ostermontag zwischen 1 Uhr und 5 Uhr (Mitteleuropäischer Zeit) auf die Erdoberfläche fallen.

Am wahrscheinlichsten sei ein Absturz gegen 3.00 Uhr, teilte die Europäische Raumfahrtagentur (Esa) am Sonntagabend in ihrer letzten Prognose mit. Der größte Teil der ursprünglich samt Treibstoff 8,5 Tonnen schweren Raumstation wird demnach verglühen. Etwa 1,5 bis 3,5 Tonnen können als kleine Teile auf Land oder Meer treffen, wie Esa-Experte Holger Krag im Vorfeld sagte.

Ein genauer Ort war auch wenige Stunden vor dem Absturz nicht zu prognostizieren. Das Gebiet, über dem Teile des rund zwölf Meter langen Raumlabors herunterfallen könnten, ist riesig: ein erdumspannender Gürtel von 43 Grad südlich bis 43 Grad nördlich des Äquators. Damit könnten Länder wie die USA, China und Australien sowie Staaten Afrikas, Südeuropas und Südamerikas betroffen sein. Die Trümmerschleppe könne sich über eine Länge von mehr als 1000 Kilometern erstrecken, hatte Krag erklärt.

Die Gefahr für Menschen wurde als äußerst gering eingestuft. „Die Wahrscheinlichkeit für ein Individuum, von einem Trümmerteil verletzt zu werden, ist so hoch wie die Möglichkeit, von einem Blitz zweimal in einem Jahr getroffen zu werden”, sagte Holger Krag von der Europäischen Raumfahrtagentur (Esa). In der Geschichte der Raumfahrt gab es bisher noch keinen bestätigten Fall, in dem ein Mensch von herabfallendem Weltraumschrott verletzt wurde.

China hatte „Tiangong 1” 2011 ins All geschossen. Ein gezielter, kontrollierter Absturz über unbesiedeltem Gebiet war nicht möglich, weil seit März 2016 kein Kontakt mehr zum „Himmelspalast” bestand und die Triebwerke nicht gezündet werden konnten.

(dpa)
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