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Dokudrama «George» stößt auf Kritik

Das Dokudrama «George» über den Schauspieler Heinrich George stößt vor seiner Ausstrahlung in dieser Woche auf Kritik.
Götz George bei der Premiere des ARD-Films "George" im Kino Babylon in Berlin. Foto: Rainer Jensen Götz George bei der Premiere des ARD-Films "George" im Kino Babylon in Berlin. Foto: Rainer Jensen
München/Berlin. 

In dem Film, der diesen Montag (22.7.) auf Arte und Mittwoch in der ARD gezeigt wird, spielt «Schimanski»-Darsteller Götz George seinen berühmten Vater. Der gilt wegen seiner Karriere in der Hitler-Zeit bis heute als Mitläufer der Nazis. Filmproduzent Artur Brauner (94), der den Holocaust überlebte, schreibt im Nachrichtenmagazin «Focus», das Dokuwerk habe ihn «tief aufgewühlt». Er sei «nachhaltig verärgert». George sei in der Nazi-Zeit nicht «wehrlos» gewesen. «Er war dem Regime zu Diensten, das den größten Massenmord aller Zeiten befohlen hat.»

Aus Sicht des Stuttgarter Regisseurs Joachim Lange hat Götz George alles gegeben. «Es war psychisch und physisch sehr anstrengend für ihn», erzählte Lang den «Stuttgarter Nachrichten» (Montag). «Er hatte einen Fatsuite an, weil Heinrich George wesentlich korpulenter war. Der Schweiß stand Götz in den Schuhen». George hatte zuvor zahlreiche Angebote für ähnliche Projekte ausgeschlagen, ließ sich von Langs Konzept schließlich überzeugen. Die doppelte Ausstrahlung in dieser Woche ist eine Hommage an den Sohn, der am Dienstag seinen 75. Geburtstag feiert.

Schauspielerisch gesehen sei der Film «herausragend», lobt auch Brauner. Doch Götz George glorifiziere seinen Vater darin. Er stelle ihn als großen Schauspieler dar, der «nicht viel zur Verbreitung der Nazi-Ideologie beigetragen» habe, schreibt Brauner. «Dabei weiß er genau, wer sein Vater war. Er war eine der Vorzeigefiguren der Nazis.» George habe über seine Rollen, mit seinen Reden und seiner Überzeugungskraft «Millionen beeinflussen» können.

Heinrich George («Berlin - Alexanderplatz») habe sich «ganz bewusst mit dem schrecklichsten Regime aller Zeiten eingelassen», schreibt Brauner, der den Nazi-Terror überlebte, aber zahlreiche seiner jüdischen Angehörigen verlor. Heinrich George habe genau gewusst, was es bedeute, in einem Film wie dem Nazi-Propaganda-Werk «Jud Süß» mitzuwirken. «Er war ja intelligent genug.» George sei ein «Mitläufer im höchsten Sinne des Wortes» gewesen.

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