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Zwölf Jahre Haft: Tochter der Freundin nach Sex erwürgt

Schon vor der Tat gab es Gerüchte: Ein 33-Jähriger und die minderjährige Tochter seiner Freundin pflegen eine ungewöhnliche Nähe. Beide hatten Sex - danach tötete der Mann das Mädchen. Heilbronn
Der Angeklagte Christian S. (r) sitzt im Landgericht in Heilbronn im Verhandlungssaal neben seinem Anwalt vor den Richtern. Foto: Daniel Bockwoldt (dpa) Der Angeklagte Christian S. (r) sitzt im Landgericht in Heilbronn im Verhandlungssaal neben seinem Anwalt vor den Richtern.
Heilbronn.  Weil er Sex mit der 15-jährigen Tochter seiner Lebensgefährtin hatte und sie danach erwürgte, muss ein Mann für zwölf Jahre ins Gefängnis. Das Landgericht Heilbronn verurteilte den 33-Jährigen am Freitag wegen Totschlags und sexuellen Missbrauchs von Schutzbefohlenen. Nach dem einvernehmlichem Geschlechtsverkehr in der gemeinsamen Wohnung in Steinheim an der Murr habe der Beschuldigte das Mädchen im Dezember 2012 «mit großer Gewalt» erwürgt, sagte Richter Norbert Winkelmann.

Motiv weiter unklar

Das Motiv für die Tat blieb weiterhin unklar. Der geständige Angeklagte habe bei der Jugendlichen die Vaterrolle übernommen, sagte der Richter. Die Mutter habe ihm ihre Tochter zur Erziehung und zu Betreuung anvertraut. Mit der langen Haftstrafe wolle das Gericht ein deutliches Zeichen setzen, erklärte Winkelmann. Die Strafkammer blieb mit dem Schuldspruch ein Jahr unter dem Antrag der Staatsanwaltschaft.

Die Verteidigung hatte neun Jahre Gefängnis gefordert. Zu dem Angeklagten, der das Urteil ohne äußerliche Regung aufnahm, sagte der Richter, dem Mann sei bewusst gewesen, dass die Jugendliche 15 war. Schon im vergangenen Sommer sei im Umfeld der Patchwork-Familie aufgefallen, dass es sich nicht um eine «normale Vater-Tochter-Beziehung» gehandelt habe. Nachbarn hielten das Mädchen und den Angeklagten nach Zeugenaussagen für ein Paar.

Doktorarbeiten angesehen

Vor der Tat habe sich der 33-Jährige im Internet noch eine Doktorarbeit über Töten durch Erwürgen angesehen. Der Mann war nach der Tat alkoholisiert und mit einer stark blutenden, aber nicht lebensbedrohlichen Schnittverletzung bei Nachbarn aufgetaucht. Diese brachten ihn in ein Krankenhaus.

Offenbar hatte der 33-Jährige versucht, sich nach der Tötung des Mädchens selbst das Leben zu nehmen. Die Polizei fand die Tote wenig später in der Wohnung. Obwohl der Mann ein Geständnis abgelegt hatte, blieb unklar, was sich genau vor dem Tod des Teenagers im einzelnen abgespielt hatte. Dazu hatte der 33-Jährige keine Angaben gemacht.
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