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Dominikanische Republik bricht mit Taiwan

Mit seiner Wirtschaftsmacht zieht China erneut einen Verbündeten Taiwans auf seine Seite. Die Dominikanische Republik erhofft sich Geschäfte durch den Wechsel. Wird es immer enger für Taiwan?
„Gute Freunde”: Die Außenminister Chinas und der Dominikanischen Republik, Miguel Vargas (l) und Wang Yi. Foto: Andy Wong/AP „Gute Freunde”: Die Außenminister Chinas und der Dominikanischen Republik, Miguel Vargas (l) und Wang Yi.
Peking/Santo Domingo. 

Im diplomatischen Machtkampf mit China hat Taiwan einen weiteren Verbündeten verloren. Die Dominikanische Republik brach mit der demokratischen Inselrepublik und nahm diplomatische Beziehungen zu China auf.

Die Außenminister Chinas und der Dominikanischen Republik, Wang Yi und Miguel Vargas, unterzeichneten in Peking eine entsprechende gemeinsame Erklärung. China habe damit „einen weiteren guten Freund in Lateinamerika”, sagte Wang Yi. Er stellte dem Karibikstaat „beispiellose und enorme Gelegenheiten” in Aussicht.

Damit gibt es weltweit nur noch 19 Länder, die den Inselstaat diplomatisch anerkennen, darunter vor allem kleine Pazifikländer, Karibikinseln und Staaten in Mittelamerika. In einer Reaktion sagte der taiwanesische Außenminister Joseph Wu in Taipeh, dass sich Taiwan „dem Druck aus Peking nicht beugen wird”. Erst im Juni vergangenen Jahres hatte der wichtige Verbündete Panama die Seiten gewechselt. Deutschland ist in Taipeh auch nur mit einem Deutschen Institut vertreten.

Die Dominikanische Republik erhoffe sich von dem Wechsel wirtschaftliche Vorteile, sagte der Rechtsberater der Regierung, Flavio Darío Espinal. Schon bald sollten Abkommen über Tourismus, Handel, Landwirtschaft, Bildung und Technologie unterzeichnet werden. Mit einem Handelsvolumen von etwa zwei Milliarden US-Dollar pro Jahr ist das Land nach eigenen Angaben der zweitwichtigste Wirtschaftspartner Chinas in der Karibik und Mittelamerika.

Außenminister Vargas sagte in Peking, seine Regierung erkenne die Pekinger Position an, dass Taiwan ein „unabtrennbarer Teil Chinas” sei. Mit seiner Ein-China-Doktrin erlaubt die kommunistische Führung in Peking keinem Land, diplomatische Beziehungen sowohl mit der Volksrepublik als auch mit Taiwan zu unterhalten. Die Inselrepublik wird von China nur als abtrünnige Provinz angesehen.

Seit in Taiwan die aus der Unabhängigkeitsbewegung hervorgegangene Fortschrittspartei 2016 die Wahlen gewonnen hatte, hat Peking seine Bemühungen verstärkt, das Land international zu isolieren.

(dpa)
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