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Frankreichs Ex-Präsident Sarkozy in Polizeigewahrsam

Im politischen Umfeld Sarkozys laufen Verfahren wegen der Finanzierung seines Wahlkampfes. Foto: Julien Warnand/Archiv Im politischen Umfeld Sarkozys laufen Verfahren wegen der Finanzierung seines Wahlkampfes. Foto: Julien Warnand/Archiv
Paris. 

Als erster ehemaliger Staatschef Frankreichs ist Nicolas Sarkozy am Dienstag in Polizeigewahrsam genommen worden. Der 59-Jährige muss sich in einer Affäre um die angebliche Bestechung eines ranghohen Staatsanwalts verantworten.

Dies gilt als schwere Belastung für eine mögliche politische Rückkehr des Hoffnungsträgers vieler französischer Konservativer. Sarkozy, der nicht mehr von der Immunität eines Staatspräsidenten vor juristischer Verfolgung geschützt wird, ist innerhalb der völlig zerstrittenen konservativen Oppositionspartei UMP immer wieder als möglicher Kandidat bei der Präsidentenwahl 2017 im Gespräch. Er hatte 2012 gegen den jetzigen Staatschef François Hollande verloren.

Sarkozy wurde in Nanterre bei Paris im Rahmen der Untersuchung einer Antikorruptionsstelle vernommen. Im Laufe der Ermittlungen war er zu Jahresbeginn monatelang abgehört worden. Er soll einem wichtigen Staatsanwalt Unterstützung bei der Bewerbung um einen Beraterposten im Fürstentum Monaco angeboten haben. Im Gegenzug könnte der Jurist Sarkozy über Justizinformationen aus anderen Verfahren gegen ihn informiert haben.

Auch die Terminkalender des Ex-Präsidenten sind Teil des Verfahrens. Um deren Rückgabe hat sich der Politiker bisher vergeblich bemüht. Sarkozy, der alle Vorwürfe bestreitet, hatte die Abhöraktion gegen ihn mit Methoden der DDR-Staatssicherheit verglichen.

In Bedrängnis war Sarkozy zuvor in der Bettencourt-Affäre geraten. Bei den inzwischen eingestellten Ermittlungen gegen ihn ging es um den Verdacht, er könne die Demenzerkrankung der L'Oréal-Erbin Liliane Bettencourt ausgenutzt haben, um an Geld für seinen Wahlkampf 2007 zu kommen.

Bereits am Montag war Sarkozys Anwalt in der aktuellen Affäre in Gewahrsam genommen worden, ebenso wie ein anderer ranghoher Jurist des Kassationshofes sowie der betroffene Staatsanwalt. Dessen Anwalt äußerte die Hoffnung, dass sein Klient bald freikomme. Mit den Befragungen wollen die Ermittler angeblich die Angaben der vier Betroffenen abgleichen.

Polizeigewahrsam kann in Frankreich bis zu 24 Stunden dauern. Danach kann es einmal verlängert werden. Anschließend müsste über ein formales Ermittlungsverfahren entschieden werden.

Sarkozy war von 2007 bis 2012 Staatschef in Frankreich. Im politischen Umfeld des Politikers laufen mehr als ein halbes Dutzend Verfahren. Häufig geht es dabei um Finanzen, etwa eine möglicherweise illegale Finanzierung seines Wahlkampfes.

(dpa)
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