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Anschläge in Paris: Ist er der Drahtzieher der Anschläge?

Abdelhamid Abaaoud auf einem Foto der IS-Propaganda. Foto: - (DABIQ) Abdelhamid Abaaoud auf einem Foto der IS-Propaganda.
Brüssel/Paris. 

Den Namen Abdelhamid Abaaoud dürfte mancher Franzose künftig im selben Atemzug nennen mit dem früheren Al-Kaida-Terrorführer Osama bin Laden. Der 28-Jährige ist verdächtig, ein Drahtzieher der Pariser Anschläge zu sein. Das berichteten die belgischen Tageszeitungen „De Standaard“ und „Het Nieuwsblad“ unter Berufung auf Sicherheitsdienste. Mindestens einer der Selbstmordattentäter seien Freunde von Abaaoud gewesen.

Er gilt bereits seit längerem als der meistgesuchte Islamist Belgiens. Der belgische Staatsbürger mit marokkanischen Wurzeln soll sich zuletzt in Syrien aufgehalten und dort für die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) gekämpft haben. Früher lebte er in dem Brüsseler Stadtteil Molenbeek.

Abaaoud wird in Belgien seit einem vereitelten Terroranschlag auf Polizisten in Verviers im vergangenen Januar gesucht. Bei dem Einsatz von Spezialkräften waren zwei Terroristen ums Leben gekommen, Abaaoud soll Kopf der gesprengten Terrorzelle gewesen sein.

Abaaoud verheimlichte seine Terrorpläne keineswegs: Nach Angaben der englischen Tageszeitung „Guardian“ rühmte er sich in einem Interview mit dem über das Internet verbreiteten Propagandamagazin „Dabik“ des Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) mehrerer Terrorplanungen gegen den Westen. Diese habe er von Belgien aus und „direkt vor der Nase des belgischen Geheimdienstes“ organisiert.

Nach dem Terror von Paris werden immer mehr Details über die Attentäter bekannt. Hier ein Überblick:

Omar Ismail Mostefai (29): Der Franzose stammt aus der Pariser Vorstadt Courcouronnes, er gehörte zum Terrorkommando im Musikclub „Bataclan“. Der Polizei war Mostefaï bekannt als Kleinkrimineller, er saß aber nie im Gefängnis.

Samy Amimour (28): Ebenfalls Franzose und gebürtiger Pariser. Er gehörte zu den Terroristen im „Bataclan“. Gegen Amimour wurde nach Angaben der Staatsanwaltschaft im Oktober 2012 wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung ermittelt. Damals soll er auch geplant haben, in den Jemen zu reisen. Im Herbst 2013 tauchte Amimour unter.

Ibrahim Or Brahim Abdeslam (31): Der Franzose aus dem Brüsseler Stadtteil Molenbeek sprengte sich im Restaurant „Comptoir Voltaire“ in die Luft. Er soll ein Freund des mutmaßlichen Drahtziehers Abaaoud gewesen sein. Abdeslams Bruder Salah (26) wird seit Sonntag mit internationalem Haftbefehl gesucht, auch er könnte zu den Attentätern von Paris gehört oder ihnen geholfen haben.

Bilal Hadfi: Der Franzose und Wahl-Belgier gehört zu den Terroristen, die versucht haben sollen, ins Stade de France zu gelangen. Mehrere Medien melden, der 20-Jährige habe ebenfalls Zeit in Syrien verbracht und sich dort dem IS angeschlossen.

Ahmed El-Mohammed (25): Ein syrischer Pass mit seiner Identität wurde laut Staatsanwalt in der Nähe einer Leiche beim Stade de France gefunden. Außerdem sollen die Fingerabdrücke des Toten mit denen eines Mannes übereinstimmen, der im Oktober in Griechenland mit dem Pass als Flüchtling eingereist war. Allerdings war am Montag noch nicht abschließend klar, ob das Dokument echt ist.

(dpa)
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