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Forscher: Flüchtlinge mit Teilqualifikationen fit machen

Bildung ist der Schlüssel - um jeden Preis? Der Vorschlag, für gering qualifizierte Flüchtlinge eine Art Teilausbildung im Schnelldurchlauf einzuführen, fällt beim DGB durch.
In der Volkshochschule Leipzig stehen Rabie Akila aus Palästina und Mohamed Abdurhman aus Eritrea beim Deutsch-Unterricht im Integrationskurs mit ihrer Lehrerin Wuyunsudu Chahaertugeyan (l-r) an der Tafel. Foto: Waltraud Grubitzsch In der Volkshochschule Leipzig stehen Rabie Akila aus Palästina und Mohamed Abdurhman aus Eritrea beim Deutsch-Unterricht im Integrationskurs mit ihrer Lehrerin Wuyunsudu Chahaertugeyan (l-r) an der Tafel. Foto: Waltraud Grubitzsch
Berlin. 

Für eine reibungslose Integration brauchen Flüchtlingskinder und jugendliche Asylsuchende nach Expertenansicht so rasch wie möglich Zugang zu Kindergärten, Schulen und Lehrstellen. Dafür seien in Deutschland schnelle praktische Lösungen gefragt.

So sollten für junge erwachsene Flüchtlinge „ein- bis zweijährige teilqualifizierende Berufsausbildungen” stark ausgebaut werden. „Wir können nicht alle Flüchtlinge zu Mechatronikern ausbilden, aber für teilqualifizierte Landschaftsgärtner oder Helfer in der Alten- und Krankenpflege könnte es am deutschen Arbeitsmarkt viel Potenzial geben”, sagte der Leiter des ifo Zentrums für Bildungsökonomik, Ludger Wößmann, vor einer Fachtagung in Berlin.

Bei jungen Erwachsenen müsse der Aufenthaltsstatus zügig geklärt werden, damit Sprachkurse schnell und flächendeckend ansetzen können. Ein großer Teil der jungen Flüchtlinge komme gering qualifiziert hierher.

Die stellvertretende DBB-Vorsitzende Elke Hannack lehnte den Vorschlag umgehend ab: „Was beim Mindestlohn nicht gelungen ist, versuchen arbeitgebernahe Bildungsforscher nun bei der Ausbildung durchzusetzen: Wichtige soziale Standards sollen geschliffen werden, um Flüchtlinge als billige Arbeitskräfte auszubeuten. Flüchtlinge dürfen keine Auszubildenden zweiter Klasse werden.”

Die Folgen wären fatal. „Unterhalb einer vollwertigen Ausbildung gäbe es dann noch einen parallelen Markt mit Häppchen-Ausbildungen, die die Menschen auf schlechte Arbeit in prekären Verhältnissen vorbereiten.”

Gerade für Kinder und Jugendliche sei gute Bildung und Ausbildung „Anker und Hoffnung für eine Zukunft zugleich”, heißt es in einem Antrag der Grünen-Bundestagsfraktion an die schwarz-rote Bundesregierung. Der Bund solle „die Länder und Kommunen dabei unterstützen, allen Kindern und Jugendlichen, die als Flüchtlinge nach Deutschland kommen, schnellstmöglich einen guten Kita- beziehungsweise Schulplatz (...) zur Verfügung zu stellen”.

Zudem müsse die Regierung der Forderung des Bundesrates und der Wirtschaft nach Rechtssicherheit für Auszubildende und Betriebe Rechnung tragen. „Es soll sichergestellt werden, dass Betriebe und Auszubildende durch Beratung und ausbildungsbegleitende Angebote und Strukturen so unterstützt werden, dass junge Menschen unabhängig von ihrem Aufenthaltsstatus eine echte Zugangschance zur dualen Ausbildung im Betrieb erhalten”, verlangen die Grünen.

(dpa)
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