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Frauke Petry: evangelisch, konservativ, durchsetzungsstark

Frauke Petry, Spitzenkandidatin der Alternative für Deutschland Sachsen, auf der Wahlparty der AfD. Foto: Jan Woitas Frauke Petry, Spitzenkandidatin der Alternative für Deutschland Sachsen, auf der Wahlparty der AfD. Foto: Jan Woitas
Berlin. 

Frauke Petry ist es gewohnt, auf vielen Hochzeiten gleichzeitig zu tanzen. Bisher war die promovierte Chemikerin und Mutter von vier Kindern dabei auch immer erfolgreich.

Nur als Unternehmerin ist sie gescheitert. Ende 2013 musste sie für ihre Leipziger Firma Insolvenz anmelden. Mitten im sächsischen Landtagswahlkampf folgte dann auch noch die Privatinsolvenz.

Doch die 39-Jährige, die mit einem evangelischen Pfarrer verheiratet ist und im Kirchenchor singt, hat sich von diesem beruflichen Misserfolg nicht beirren lassen.

Mit Bienenfleiß ging die gebürtige Dresdnerin im Sommer dieses Jahres auf Stimmenfang. Ihre Strategie: so viele direkte Bürgerkontakte wie möglich. Gleichzeitig lancierte sie mindestens ein Aufreger-Thema pro Woche - von der «Drei-Kind-Familie» als gesellschaftlichem Ideal bis hin zu den Vorzügen des DDR-Bildungssystems.

Petry, die in Großbritannien und Göttingen studiert hat, brachte es binnen kurzer Zeit zu einem erheblichen Bekanntheitsgrad. Bei der Alternative für Deutschland, zu deren Gründungsmitgliedern sie gehört, zählt die politische Newcomerin zum Spitzenpersonal. Sie ist Vorsitzende des sächsischen Landesverbandes und eine von drei Sprechern der Bundespartei.

Rhetorisch ist die zierliche Frau mit dem Kurzhaarschnitt vielen ihrer männlichen Parteifreunde überlegen. Die tragen es meist mit Fassung und überlassen Petry gerne das Mikrofon.

Die sagt dann Sätze wie: «Wir wollen Sach- und nicht Machtpolitik machen.» Ihre Gegner finden das banal. Doch für die Petry-Anhänger ist das erfrischend und authentisch.

(dpa)
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