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Kinderporno-Verdacht: Polizei sucht nach Edathys Laptop

Wurde Sebastian Edathy vor den polizeilichen Ermittlungen gewarnt, so dass er Beweisstücke in Sicherheit bringen konnte? Seinen dienstlichen Laptop hat er offenbar beim Bundestag als gestohlen gemeldet.
Berlin. 
Ganz legales Material: Das sagt SPD-Politiker Edathy über die Bilder, aufgrund derer gegen ihn ermittelt wird. Foto: Maurizio Gambarini/Archiv Bild-Zoom
Ganz legales Material: Das sagt SPD-Politiker Edathy über die Bilder, aufgrund derer gegen ihn ermittelt wird. Foto: Maurizio Gambarini/Archiv
Der frühere SPD-Abgeordnete Sebastian Edathy hat vergangene Woche seinen dienstlichen Laptop beim Bundestag als gestohlen gemeldet.

Parlamentssprecher Ernst Hebeker bestätigte am Montagabend einen entsprechenden «Stern»-Bericht. Die Diebstahlsmeldung sei am 12. Februar per Fax bei der Bundestagsverwaltung eingegangen, sagte Hebeker der dpa. In dem auf den 11. Februar datierten Schreiben werde angezeigt, dass der dienstliche Bundestags-Laptop des abgetauchten SPD-Politikers Sebastian Edathy gestohlen worden sei.

Ob diese Information an die Staatsanwaltschaft Hannover weitergeleitet worden sei, die wegen des Verdachts auf Besitz von Kinderpornografie gegen Edathy ermittelt, konnte Hebeker nicht sagen. Die Ermittlungsbehörde bestreitet dies: «Das war uns bisher nicht bekannt», sagte Sprecherin Kathrin Söfker dem «Stern». Man nehme das mit Verwunderung auf.

Bundesweite Fahndung nach Laptop

In der Regel, so Hebeker gegenüber Spiegel Online, löse eine solche Anzeige "eine bundesweite Sachfahndung" nach dem Gerät aus. Er gehe davon aus, dass diese inzwischen auch eingeleitet worden sei. Im konkreten Fall wäre dafür die Polizei Berlin zuständig. Dass diese Fahndung bereits eingeleitet wurde, bestätigte eine Polizei-Sprecherin am Montagabend jedoch nicht.

Am 7. Februar hatte Edathy sein Mandat niedergelegt, am 10. Februar durchsuchte die Staatsanwaltschaft Hannover Wohnung und Büros des SPD-Politikers. Dabei fanden die Ermittler allerdings nur wenig Beweismaterial. Es steht der Vorwurf im Raum, dass Edathy frühzeitig über die Ermittlungen informiert worden war und Beweismittel beiseiteschaffen konnte.

Zumindest ungewöhnlich ist in diesem Zusammenhang auch, dass das offizielle Schreiben der zuständigen Staatsanwaltschaft Hannover über die Ermittlungen gegen Edathy unverschlossen im Büro von Parlamentspräsident Norbert Lammert (CDU) einging. Die Staatsanwaltschaft Hannover hatte den Brief am 6. Februar 2014 losgeschickt. Er kam allerdings erst knapp eine Woche später in Lammerts Büro in Berlin an, wie Bundestags-Sprecher Ernst Hebeker am Montag bestätigte. Über einem Postaufkleber der «Citipost» mit dem Aufdruck «Justizbehörden Hannover» und dem Datum «07.02.2014» sei ein weiterer mit dem Aufdruck der «PIN Mail AG» aufgeklebt worden, der das Datum «11.02.2014» trage.

Wurde Edathy gewarnt?

Der SPD-Landtagsabgeordnete und frühere niedersächsische Innenminister Heiner Bartling. (Foto: dpa) Bild-Zoom
Der SPD-Landtagsabgeordnete und frühere niedersächsische Innenminister Heiner Bartling. (Foto: dpa)
Nach Darstellung des früheren niedersächsischen Innenministers Heiner Bartling (SPD) will Edathy von Informanten Gerüchte über Ermittlungen erfahren habe. Bei einem Telefongespräch habe Edathy vergangene Woche «zum Ausdruck gebracht, dass er gerüchteweise etwas gehört hätte, und zwar von irgendwelchen Informanten, also insbesondere nicht von irgendwelchen Amtsträgern, sondern von Leuten, die das ihm mitgeteilt hätten, als Gerücht», sagte Bartling dem NDR.

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(sh/dpa)
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