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Finanzinstitut: Deutsche Bank stärkt Frankfurt

Den großen Umzug von London nach Frankfurt wird es wegen des britischen EU-Austritts bei der Deutschen Bank nicht geben. Doch Deutschlands größtes Geldhaus bereitet sich auch auf das schlimmstmögliche Brexit-Szenario vor.
Die Französin Sylvie Matherat ist seit knapp drei Jahren im Vorstand der Deutschen Bank. Sie ist zuständig für Regulierungsfragen. Foto: Kay Nietfeld (dpa) Die Französin Sylvie Matherat ist seit knapp drei Jahren im Vorstand der Deutschen Bank. Sie ist zuständig für Regulierungsfragen.
Frankfurt. 

Die Deutsche Bank will trotz des Brexits nur eine überschaubare Anzahl ihrer Mitarbeiter aus London abziehen. „Wir werden in der Deutschen Bank keine große Anzahl an Mitarbeitern von London nach Kontinentaleuropa umziehen“, sagte Vorstandsmitglied Sylvie Matherat im Gespräch mit der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. „Derzeit beschäftigen wir etwa 7000 Mitarbeiter in UK.“

Seinen Heimatstandort will Deutschlands größtes Geldhaus aber auf jeden Fall verstärken. „Wir werden unser Hauptbuchungszentrum nach Frankfurt verlegen“, kündigte Matherat an. „Diese Entscheidung fiel übrigens unabhängig vom Brexit. So haben wir dann Vermögenswerte am gleichen Ort wie Kapital und Liquidität. Das Brexit-Votum hat diesen Prozess beschleunigt.“ Die Bank habe „die erforderlichen IT-Kapazitäten aufgebaut“, damit sie ihre Transaktionen in Frankfurt buchen könne.

Der britische EU-Austritt (Brexit) zwingt Banken am Finanzplatz London, sich umzuorientieren. Außer Frankfurt buhlen auch etliche weitere Städte in Europa um Banker. „Es ist absolut klar, dass die Vertriebsteams in der EU sitzen müssen“, sagte Matherat, die im Deutsche-Bank-Vorstand für Regulierungsthemen zuständig ist. „Aber das wird nicht nur in Frankfurt sein.“ So ziehe etwa das italienische Team nach Mailand und das spanische nach Madrid.

Ein Weckruf

„Die Entscheidung für den Austritt Großbritanniens ist ein Weckruf für die europäischen Institutionen“, sagte Matherat. Sie zeigte sich zuversichtlich, dass in den zähen Verhandlungen zwischen Brüssel und London über die Ausgestaltung der Scheidung letztlich eine Lösung gefunden wird. Noch ringen beide Seiten um einen Austrittsvertrag.

Für den Fall, dass Großbritannien am 30. März 2019 doch ohne Abkommen aus der Europäischen Union austreten sollte, sei die Deutsche Bank gewappnet: „Natürlich bereiten wir uns als Großbank auch auf einen harten Brexit vor. Abzuwarten, ob in letzter Minute eine Einigung erzielt wird, wäre leichtsinnig. Unabhängig davon, wie die politischen Verhandlungen ausgehen, müssen wir bereit sein.“ Das gilt nach Matherats Einschätzung auch für die Finanzbranche insgesamt: „Mein Eindruck ist, dass die Finanzbranche diese Herausforderung meistern wird; sie ist widerstandsfähig“, sagte die frühere Bankenaufseherin.

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