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Entwicklungsminister Müller will faire Löhne in der Textilindustrie

Entwicklungsminister Gerd Müller hat sich für Standards ausgesprochen, zu denen sich die Hersteller selbst verpflichten und die anschließend auch kontrolliert werden. Foto: Barbara Walton Entwicklungsminister Gerd Müller hat sich für Standards ausgesprochen, zu denen sich die Hersteller selbst verpflichten und die anschließend auch kontrolliert werden. Foto: Barbara Walton
Frankfurt/Main. 

Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) fordert von der Textilindustrie, ökologische und soziale Standards in der Produktion und im Handel einzuhalten.

«Zustände, wie wir sie in der Textilindustrie in Bangladesch oder Kambodscha kennen, sind völlig inakzeptabel», sagte Müller der «Frankfurter Rundschau». «Es kann doch nicht sein, dass Näherinnen im Auftrag westlicher Markenhersteller in Kambodscha für Hungerlöhne von 15 Cent die Stunde 90 Stunden die Woche arbeiten und entlassen werden, wenn sie schwanger sind.»

Nötig seien Standards, zu denen sich die Hersteller selbst verpflichten und die dann anschließend auch kontrolliert werden. «Ich will dafür sorgen, dass die Verbraucher genau wissen, welcher Hersteller sich zu welchen Standards verpflichtet hat und ob deren Einhaltung auch überprüft wird.» Vorbild sei das anerkannte «Fair Trade»-Siegel der Lebensmittelbranche, das beispielsweise bei Kaffee verwendet wird.

Nach der zunehmenden Kritik an den Arbeitsbedingungen in asiatischen Textilfabriken hatten überwiegend mittelständische Hersteller in der vergangenen Woche angekündigt, die Produktionsbedingungen ihrer Zulieferer prüfen. Etwa ein Drittel der 360 deutschen Bekleidungshersteller hätten eine Überprüfung durch unabhängige Organisationen veranlasst, teilte der Industrieverband German Fashion mit.

(dpa)
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