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8,7 Prozent mehr Geld: Piloten und Lufthansa nehmen Schlichterspruch an

Seit langem ringen die Lufthansa und ihre Piloten um einen Tarifvertrag. Nun ist der erste Punkt geklärt: Die 5400 Piloten bekommen mehr Geld.
Es gibt mehr Geld: Piloten im Cockpit eines Lufthansa-Airbus A380. Foto: Daniel Reinhardt Bilder > Foto: Daniel Reinhardt Es gibt mehr Geld: Piloten im Cockpit eines Lufthansa-Airbus A380. Foto: Daniel Reinhardt
Frankfurt/Main. 

Im Tarifkonflikt mit den Piloten haben Lufthansa und die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit eine Teillösung erreicht. Beide Seiten nahmen die Empfehlung des Schlichters Gunter Pleuger an.

Zudem sind noch viele weitere Tarifthemen offen, über die weitere Gespräche vereinbart wurden. Dazu gehören die Betriebsrenten und die Übergangsversorgung. Dabei sind neue Streiks nicht ausgeschlossen.

Die rund 5400 Piloten im Konzerntarifvertrag (KTV) von Lufthansa, Lufthansa Cargo und Germanwings erhalten nach der Einigung in vier Stufen insgesamt 8,7 Prozent mehr Geld. Zusätzlich gebe es eine Einmalzahlung im Gesamtvolumen von rund 30 Millionen Euro, was voraussichtlich einer Ausschüttung von 5000 bis 6000 Euro je Beschäftigten entspreche. Die Laufzeit der Vergütungstarifverträge gilt laut Lufthansa bis Ende 2019.

Der Konzern bezifferte die Gesamtkosten auf 85 Millionen Euro, die an anderer Stelle kompensiert werden müssten. Bereits vereinbart ist, dass 40 Flugzeuge außerhalb des KTV für Lufthansa eingesetzt werden dürfen. Der Konzern will dafür möglicherweise eine neue Gesellschaft gründen.

Formal ging es in der Mitte Januar begonnenen Schlichtung ausschließlich um die Gehälter der 5400 Piloten, die nach dem Konzerntarifvertrag für die Gesellschaften Lufthansa, Lufthansa Cargo und Germanwings fliegen. Pleugers Schlichterspruch musste sich folglich auf dieses Thema beschränken.

Kurz vor Ende des Schlichtungsverfahrens hatte Lufthansa die Piloten vor einem zu hohen Abschluss gewarnt. Zusätzliche Millionenkosten könnten dazu führen, dass Investitionen für neue Flugzeuge in andere Teilgesellschaften des Konzerns gelenkt würden, hatte Vorstandsmitglied Harry Hohmeister gesagt.

Der umstrittene Konzerntarifvertrag sieht vor, dass Flugzeuge der Marke Lufthansa nahezu ausschließlich von Piloten geflogen werden dürfen, die nach dem KTV beschäftigt werden. Lufthansa sucht daher nach Wegen, Flugzeuge mit billigeren Piloten betreiben zu können. Im Konzern sind die KTV-Piloten bereits in der Minderheit. Bei allen Töchtern wie Swiss, Austrian, Brussels und Eurowings wird weniger gezahlt.

Der Tarifkonflikt läuft seit bereits seit 2012 - mit mittlerweile 14 Streiks, 500 Millionen Euro Kosten und ungezählten Verhandlungsrunden. Der bislang letzte Streik hatte Reisepläne von Lufthansa-Kunden Ende November durcheinander gebracht.

(dpa)
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