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Verbraucherschützer fordern klarere Ökostrom-Kennzeichnung

Wer die Umwelt schützen will, kann das auch mit der Wahl eines Ökostrom-Anbieters tun. Doch erst mal muss man die Angaben der Versorger zur Herkunft ihres Stroms verstehen. Ist der wirklich öko? Verbraucherschützer fordert hier mehr Klarheit.
Solarmodule in Bayern. In Deutschland beziehen bereits mehr als 7,4 Millionen Haushalte Ökostrom. Foto: Sven Hoppe/Archiv Solarmodule in Bayern. In Deutschland beziehen bereits mehr als 7,4 Millionen Haushalte Ökostrom. Foto: Sven Hoppe/Archiv
Düsseldorf/Hamburg. 

Die Verbraucherzentrale NRW fordert eine klarere Kennzeichnung von Ökostrom im Angebot der Stromversorger. Bisher verstehe kaum ein Kunde das Wirrwarr von bunten Tortendiagrammen in der Stromrechnung zur Herkunft des Stroms.

Das sagte der Energieexperte der Verbraucherzentrale, Udo Sieverding, der Deutschen Presse-Agentur. Die rund 1100 deutschen Stromversorger müssen jedes Jahr bis zum 1. November angeben, aus welchen Quellen ihr Strom stammt. Damit soll umweltbewussten Kunden die Möglichkeit gegeben werden, sich gezielt für Öko-Tarife zu entscheiden. Dies werde durch die teils irreführenden Angaben erschwert, sagte Sieverding. Nach Zahlen der Bundesnetzagentur von 2014 beziehen bereits mehr als 7,4 Millionen Haushalte in Deutschland Ökostrom-Tarife.

Vor allem würden die bundesweiten EEG-Umlagenkosten zur Förderung des Ökostroms von weit mehr als 20 Milliarden Euro im Jahr fiktiv in die Angaben der Versorger hereingerechnet, auch wenn diese de facto kaum Ökostrom für ihr Angebot verwendeten, kritisierte Sieverding. Dadurch seien bis zu 46 Prozent angeblicher Ökostromanteil in den Tarifunterlagen möglich, die durch die Realität teils nicht gedeckt sind. Das könne zur Täuschung der Verbraucher führen. Sieverding sprach von einem „kranken System”.

In einer aktuellen Kurzstudie des Hamburg Instituts im Auftrag des Ökostrom-Versorgers Lichtblick wird etwa ein Stadtwerk gezeigt, das tatsächlich nur rund 0,4 Prozent Ökostrom verwendet, in der Bilanz aber 37,3 Prozent „Erneuerbare Energien - gefördert nach dem EEG-Gesetz” ausweist. „Die tatsächliche Beschaffungspolitik eines Stromanbieters wird von der Stromkennzeichnung immer weniger abgebildet”, heißt es in der Studie. Lichtblick spricht von „staatlich verordnetem Etikettenschwindel”.

Die Studie schlägt eine Rechtsänderung und die Abbildung der EEG-Umlage an anderer Stelle vor. In den Rechnungen der Versorger sollten dagegen nur noch die realen Beschaffungsquellen angegeben werden, um die Kunden nicht zu verwirren.

(dpa)
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