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Zinssorgen schicken Dax & Co auf Talfahrt

Die Anzeigetafel mit dem Kursverlauf spiegelt sich im Handelssaal der Frankfurter Börse im Schriftzug "DAX". Foto: Christoph Schmidt Die Anzeigetafel mit dem Kursverlauf spiegelt sich im Handelssaal der Frankfurter Börse im Schriftzug "DAX".
Frankfurt/Main. 

Die Furcht vor steigenden Zinsen in den USA hat am deutschen Aktienmarkt einen Kurssturz ausgelöst. Der Leitindex Dax sackte an diesem Donnerstag um 1,97 Prozent auf 12 190,94 Punkte ab und bewegt sich damit wieder auf dem Niveau von Mitte Februar.

Für den MDax, in dem mittelgroße deutsche Unternehmen versammelt sind, ging es um 1,84 Prozent auf 25 791,61 Punkte nach unten. Der konjunktursensible Technologiewerte-Index TecDax büßte 2,57 Prozent auf 2562,23 Punkte ein.

Die Inflationsdaten aus der weltgrößten Volkswirtschaft USA fielen exakt wie erwartet aus, doch ihnen stehen verhaltene aktuelle Konsum- und Einkommensdaten gegenüber. Laut Analyst Ralf Umlauf von der Landesbank Helaba besteht daher zwar vorerst weiterhin kein Handlungsdruck für die US-Notenbank (Fed), den Leitzins über das bereits erwartete Maß hinaus zu erhöhen. Die Teuerungsrate ist eine wichtige Kennziffer für die Fed, wenn es um die künftige Geldpolitik in den Vereinigten Staaten geht.

Trotzdem rücken die Renditen der Staatsanleihen zunehmend in den Blick und werfen Fragen nach der angemessenen Bewertung von Aktien auf. „Derzeit hängen die 3 Prozent Rendite für die richtungsweisenden zehnjährigen US-Bonds wie ein dunkler Schatten über den Märkten”, sagte Sascha Sadowski, Börsenexperte bei LYNX Broker, zumal die Bank of America ihre Jahresendprognose für diese Anleihen auf 3,25 Prozent angehoben hat. Zwar wäre dieses Zinsniveau historisch betrachtet immer noch recht niedrig. Es würde jedoch erstmals seit über vier Jahren wieder eine ernst zu nehmende Rendite bieten und damit eine Alternative zu Aktien.

Mit Blick auf die Einzelwerte hierzulande enttäuschte der Konsumgüterkonzern Beiersdorf vor allem mit seinen Konzernzielen, doch auch die Profitabilität wurde bemängelt. Die Aktien waren zwischenzeitlich auf den tiefsten Stand seit rund einem Jahr gefallen und verloren schließlich am Dax-Ende rund 4,5 Prozent. Auch alle anderen Werte im deutschen Leitindex schlossen im Minus.

Im MDax sackten die Papiere des Online-Modehändlers Zalando nach endgültigen Zahlen und laut Analysten „enttäuschenden Zielen” für 2018 um rund 6 Prozent ab. Der Gabelstapler- und Lagertechnik-Hersteller Kion hingegen will nach einem Gewinnsprung nun mehr Barmittel als Dividende ausschütten als von Analysten erwartet. An der MDax-Spitze ging es für die Anteilsscheine daher um fast 4 Prozent hoch.

Mit einem Minus von beinahe 7 Prozent waren die Aktien von Freenet der größte Verlierer im TecDax. Der Mobilfunkkonzern liege mit seinen Zielen für das operative Ergebnis sowie für den Barmittelzufluss unter den Markterwartungen, urteilte etwa die US-Investmentbank Goldman Sachs.

Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um 1,16 Prozent auf 3399,16 Punkte nach unten. Auch Paris und London verbuchten Verluste von um die 1 Prozent. In den USA hingegen bewegte sich der Dow Jones Industrial zum Börsenschluss in Europa nur wenig.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von 0,45 Prozent am Vortag auf 0,42 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,20 Prozent auf 139,51 Punkte. Der Bund-Future legte um 0,12 Prozent auf 159,67 Punkte zu. Der Kurs des Euro gab nach: Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,2171 (Mittwoch: 1,2214) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8216 (0,8187) Euro.

(dpa)
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