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Enkel nicht zum Händeschütteln zwingen

Jemandem zur Begrüßung die Hand zu geben, ist in Deutschland ein alter Brauch und Ausdruck von Höflichkeit. Viele Großeltern wollen diese Umgangsform daher gern ihren Enkeln vermitteln. Sollten Eltern das akzeptieren?
Dass man sich zur Begrüßung die Hand gibt, müssen viele Kinder erst noch lernen. Am besten klappt das, wenn Erwachsene es ihnen vormachen. Foto: Silas Stein Dass man sich zur Begrüßung die Hand gibt, müssen viele Kinder erst noch lernen. Am besten klappt das, wenn Erwachsene es ihnen vormachen.
Coburg. 

Viele werden sich noch an diese unangenehmen Situationen in ihrer Kindheit erinnern: Man war irgendwo eingeladen und musste wildfremden Leuten zur Begrüßung die Hand geben. Und jetzt als Oma oder Opa verlangt man das gleiche von den Enkeln. Muss das sein?

Jein, sagt der Psychologe und Ratgeberautor Hans Berwanger. Zwar ist es Teil unserer Kultur, zur Begrüßung die Hand zu reichen und dem Gegenüber in die Augen zu schauen. „Es ist aber völlig normal, dass Kinder das zunächst nicht tun.”

Im Gegenteil: Kinder, die beispielsweise völlig distanzlos Fremde anfassen, seien verhaltensgestört, sagt Berwanger. Statt also zu verlangen, dass das Kind die Hand gibt, lebt man es besser einfach vor: „Wenn die Kinder sehen, dass die Großeltern das immer so machen, machen sie es in der Regel irgendwann nach.”

Großeltern können ihre Enkel aber durchaus dazu ermuntern, indem sie etwa sagen: „Schau mal, so machen wir das - magst du das auch mal ausprobieren?” Meist wirke das deutlich besser als die ständige Aufforderung, etwas zu tun, das der gesunden Skepsis unbekannten Menschen gegenüber widerspricht.

(dpa)
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