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Medienkonsum richtig bewerten

Wenn Kinder dauernd auf dem Handy tippen und eine SMS nach der anderen schreiben, werden Eltern schnell nervös. Dabei sollten sie besser überlegen, wie der Medienkonsum ihrer Kinder insgesamt aussieht. Und auch da gibt es keine Regeln für alle.
Wie lang ist zu lang? Wann die Gesamtzeit der Mediennutzung zu hoch ist, lässt sich nicht pauschal für jedes Kind beantworten. Foto: Armin Weigel Wie lang ist zu lang? Wann die Gesamtzeit der Mediennutzung zu hoch ist, lässt sich nicht pauschal für jedes Kind beantworten. Foto: Armin Weigel
Nürnberg. 

Eltern sollten nicht gleich meckern, wenn ihr Kind viele SMS schreibt oder oft am Computer spielt. Wichtiger ist die Frage, wie es mit dem Medienkonsum insgesamt aussieht, erläutert

Heinz Thiery von der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung (bke). Zwar macht es einen Unterschied, ob der Nachwuchs mehr oder weniger passiv vor dem Fernseher sitzt oder ob er sich mit dem Smartphone in Sozialen Netzwerken tummelt. «Andererseits geht es um die Wirkung des gesamten Medienkonsums, gerade weil Jugendliche inzwischen oft beim Fernsehen das Smartphone benutzen.»

Wann die Gesamtzeit, in der Kinder Handy, PC, Notebook und Spielekonsolen benutzen, zu hoch ist, lässt sich nicht pauschal beantworten. Deshalb helfe es wenig, Regeln aufzustellen, die keine Rücksicht auf das einzelne Kind nehmen: «Es gibt Kinder, die spielen mehrere Stunden am Tag am PC, haben aber keine Probleme in der Schule», sagt Thiery. Entscheidend sei, ob die Eltern den Eindruck haben, dass negative Folgen bereits sichtbar sind - also etwa, dass Kinder in ihrem Verhalten auffällig werden oder sich isolieren und kaum noch mit Freunden treffen.

Wie skeptisch Eltern dem Medienverhalten des Nachwuchses gegenüberstehen, hat aber auch viel mit ihnen selbst zu tun. Es macht einen Unterschied, ob die Eltern zur vordigitalen Generation gehören, die vor allem die Gefahren der neuen Medien betont, oder zur digitalen, die Handy und PC schon aus der Zeit kennt, als sie selbst noch im Teenageralter war. Für die sogenannten Digital Natives sind Smartphones und Computer selbstverständlicher Bestandteil des Alltags. Sie sehen die Mediennutzung der eigenen Kinder meist gelassener.

Bei Computerspielen erhöht es die Suchtgefahr, wenn sie über ein Bestrafungssystem funktionieren. Das verleite Kinder und Jugendliche dazu, möglichst lange dabeizubleiben, da es sonst eine Bestrafung in Form eines Punkt- oder Rangabstiegs gibt. Darauf weist Raphael Gaßmann von der Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) hin. Er rät Eltern zu klaren Absprachen: Sie sollten ihrem Nachwuchs erklären, warum sie das unkontrollierte Spielen nicht akzeptieren können. Dann treffen sie am besten Vereinbarungen, wie oft und wie lange in der Woche das Spielen in Ordnung ist.

Generell für bedenklich hält der Suchtexperte Spiele, bei denen das Fortkommen davon abhängt, möglichst viele Menschen realistisch umzubringen, zu erniedrigen oder zu quälen. Wenn Eltern auf taube Ohren stoßen, sollten sie sich Rat von Erziehungsberatern, Psychologen oder Suchtberatern einholen, empfiehlt Gaßmann.

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