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Handelsportal Dawanda leitet Nutzer zu Etsy um

Ob gehäkelter Kaktus oder Nudelholz mit Gravur: Die Plattform Dawanda verkaufte (gefühlt) alles. Jetzt hat der Anbieter dichtgemacht. Ein US-Unternehmen springt in die Lücke.
Claudia Helming, Gründerin und Geschäftsführerin von Dawanda, hat die Reißleine gezogen und das Handelsportal eingestellt. Nutzer sollen nun zu Etsy wechseln. Foto: Stephanie Pilick Claudia Helming, Gründerin und Geschäftsführerin von Dawanda, hat die Reißleine gezogen und das Handelsportal eingestellt. Nutzer sollen nun zu Etsy wechseln.
Berlin. 

Nach rund zwölf Jahren hat der Online-Marktplatz Dawanda in der Nacht zum Freitag (31. August) geschlossen. Auf dem Portal verkauften Händler viel Selbstgemachtes.

Seit Freitagmorgen werden Besucher der Website automatisch auf die Seiten des ehemaligen Konkurrenten Etsy umgeleitet, mit dem Dawanda eine entsprechende Vereinbarung getroffen hat. Dawanda hatte die Schließung vor rund zwei Monaten angekündigt.

Damals schrieb Gründerin und Geschäftsführerin Claudia Helming, man habe handgemachte Produkte als neue Kategorie im Onlinehandel etabliert. „Dennoch mussten wir uns in den letzten Jahren zunehmend eingestehen, dass es uns alleine nicht gelingen wird, das Wachstum weiter voranzutreiben.” Dawanda sei nicht insolvent, aber man habe handeln müssen, um den Verkäufern „auch langfristig das Bestehen ihrer Unternehmen, ihre Einkommen und weiteres Wachstum zu sichern”.

Dawanda wurde Ende 2006 in Berlin gegründet. Angeboten wurden auch Kleidung, Dekorationen, Kindersachen - von der Häkelmütze bis zur Schnullerkette. Seinen Verkäufern hatte Dawanda empfohlen, zum US-Shopping-Portal Etsy zu wechseln. Beide Portale hätten eine Vereinbarung getroffen und ein Tool entwickelt, damit Dawanda-Verkäufer ihre Shops umziehen können.

Dawanda war ein Portal für Menschen aus der „Do-it-yourself”-Szene, die mit ihren Produkten Geld verdienen wollten. Über die Zeit hatten sich rund 7 Millionen Mitglieder registriert. Sie sollen ihre Nutzerprofile noch bis Ende Oktober einsehen können. Bis Ende des Jahres soll Dawanda auch noch per E-Mail erreichbar sein.

(dpa)
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