Forscher entwickeln essbare Verpackung aus Nordsee-Algen

Snacks zum Mitnehmen werden immer beliebter. Dadurch steigt der Verbrauch von Verpackungen immens. Nun wollen Forscher und die Wirtschaft essbare Behälter aus Algen entwickeln. Umweltschützer sind skeptisch.
Die konventionelle Snackbox könnte bald Geschichte sein: Nordsee arbeitet mit Forschern an einer essbaren Verpackung aus Algen. Foto: David Ebener Die konventionelle Snackbox könnte bald Geschichte sein: Nordsee arbeitet mit Forschern an einer essbaren Verpackung aus Algen.
Bremerhaven. 

Forscher wollen zusammen mit der Restaurantkette

Nordsee Behälter aus Algen für Snacks zum Mitnehmen entwickeln. Die

Hochschule Bremerhaven, das Alfred-Wegener-Institut und

die Fisch-Fast-Food-Kette unterzeichneten dazu einen

Vertrag.

Das Forschungsprojekt ist auf zwei Jahre angelegt, gefördert

wird es aus Bundesmitteln. Ziel ist es, einen nachhaltig produzierten

Behälter für den Außer-Haus-Verkauf herzustellen, der kompostierbar

ist. „Wunsch ist, dass er sogar essbar ist”, sagte

Projektleiterin Frederike Reimold von der Hochschule Bremerhaven.

Wichtig sei, dass die Box weder nach Alge schmecke noch abfärbe oder

schnell aufweiche. Das Produkt soll ausschließlich aus Meeresalgen

aus der Nordsee bestehen. „Wir wollen das gesamte Gewebe verwerten

und nicht nur einen Inhaltsstoff isolieren”, unterstrich Britta

Grote, Wissenschaftlerin am Bremerhavener Alfred-Wegener-Institut für

Polar- und Meeresforschung.

Die Nutzung von Serviceverpackungen in der Gastronomie hat sich nach

Angaben des Umweltbundesamtes von 110 Kilotonnen im Jahr 2000 auf 256

Kilotonnen im Jahr 2015 immens erhöht. Auch die Restaurantkette

Nordsee verzeichnet einen immer höheren Bedarf. In den rund 400

Filialen setze das Unternehmen ausschließlich auf ökologisch

abbaubare Schachteln sowie auf Recycling-Materialien.

Der Umweltverband BUND hält biologisch abbaubare Behälter nicht für

den richtigen Weg im Kampf gegen die Verpackungsflut. „Ich fürchte,

dass der Konsument dann denkt, es sei nicht so schlimm, wenn er die

Box ins Gebüsch wirft”, sagte BUND-Meeresschutzexpertin Nadja

Ziebarth der dpa. Ein weiteres Problem sei, dass die Sortiermaschinen

in der Abfallwirtschaft Verpackungen aus dem Biomüll aussortierten,

auch wenn sie kompostierbar seien. „Am Ende werden sie dann doch

verbrannt”, sagte sie. Nachhaltig sei nur ein Mehrwegsystem.

(dpa)
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