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Fußball: Als Mannschaft aufgetreten

Am Ende war es eine ungefährdete Meisterschaft, die der FC Serkevtin Spor in der Kreisliga B Frankfurt hinlegte. Auch dank einer neuen Spielphilosophie und eines neuen Wir-Gefühls.
Mit vereinten Kräften: Can Güler (Mitte) und seine Teamkollegen fuhren sehr überlegen die Meisterschaft in der Kreisliga B Frankfurt ein. Foto: Christian Klein Mit vereinten Kräften: Can Güler (Mitte) und seine Teamkollegen fuhren sehr überlegen die Meisterschaft in der Kreisliga B Frankfurt ein.
Frankfurt. 

Der Siegeszug von Serkevtin Spor zeichnete sich von Anfang an ab: Der multikulturelle Fußball-Club, der in Sachsenhausen seine Spiele austrägt, stand vom ersten Spieltag an nie schlechter als auf Rang drei. „Wir haben uns viel vorgenommen, alles umgesetzt und dabei sehr viel Großes bewegt“, sagt Trainer Berkan Güngör stolz. Vom Vorstand bis zur Zweiten Mannschaft habe alles „super funktioniert“. Dabei habe man den Aufstieg gar nicht offiziell als Ziel ausgegeben: „Wir haben öffentlich nie darüber gesprochen. Unser Ziel waren 20 Siege“, erklärt Güngör.

Auf dem Weg dahin trug sich Serkevtin allerdings in fast allen Ranglisten der B-Klasse (Gruppe 1) ganz oben ein: Mit 29 Siegen ging man nur dreimal nicht mit drei Punkten nach Hause, lediglich eine Niederlage (Mitte November ein 3:4 gegen die TSG Sachsenhausen) hat sonst kein Verein in der Liga vorzuweisen. Im Sommer hatten die Verantwortlichen das Vereinsumfeld ordentlich umgekrempelt, plötzlich standen Disziplin, Fairness und Mentalität ganz oben auf der Liste. Trainer Güngör formte aus dem neu zusammengestellten Team mit vielen guten Technikern und Individualisten eine schlagkräftige Mannschaft. Zudem war der Kader auch in der Breite gut besetzt, Ausfälle wurden mittels der Zweiten Mannschaft immer wieder gut kompensiert. „Aber auch die Einstellung und die Mentalität der Jungs hat gestimmt, man hat sich gegenseitig motiviert. Die Jungs haben verstanden, dass man alleine keine Meisterschaft gewinnen kann. Wir haben die Spiele als Mannschaft entschieden“, betont Güngör, dessen Team es auch verstanden hat, geschlossen nach hinten zu arbeiten und die sonst so ungeliebte Defensivarbeit zu verrichten. „Unsere Taktik ist voll aufgegangen. Wir haben ballorientiert verteidigt, bei Balleroberungen die Räume genutzt und schnell den Weg zum Tor gesucht.“

Auch das Torverhältnis sucht in der Klasse seinesgleichen: Zwar kassierte Serkevtin mit 42 Gegentoren lediglich die drittwenigsten Treffer, bei 167 eigenen Toren (5,2 Treffer im Schnitt pro Spiel) kann aber dennoch kein anderer Club mithalten. Das lag vor allem an Abidin Pamuk, der mit 53 Treffern in der Torjägerliste Bergens Sharafudin Naser (54) nur ganz knapp den Vortritt lassen musste. Den gelernten Innenverteidiger bezeichnet Güngör als „kopfballstarken Allrounder, bei dem auch die Mentalität stimmt“, was Pamuk in Güngörs System als „falscher Neuner“ immer wieder beweisen musste. Aber auch Ugur Kara tat sich mit 28 Treffern hervor, die anderen Tore verteilte Serkevtin vor allem auf die Schultern von Serdar Erinc (16) und Oguz Mert (14), die alle zusammen schon über 100 Tore erzielten. In der Abwehr taten sich vor allem die Innenverteidiger Sükrü Kurt und Erhan Yektas mit ihrer Ruhe hervor, die Güngör als „viel zu stark für diese Liga“ bezeichnet. Gemeinsam mit den variablen Offensivakteuren bildeten sie das Gerüst des Teams.

Den Ausschlag gaben am Ende die souveränen Leistungen gegen die Mitkonkurrenten, denn außer der Niederlage gegen den Drittplatzierten Sachsenhausen, gegen den man sich im zweiten Duell 3:2 durchsetzte, punktete Serkevtin gegen den späteren Vizemeister FFC Victoria (1:1 und 3:0) und auch den FSV Bergen (4./4:2 und 4:0).

In der A-Liga will der Aufsteiger seine eingeschlagene Spielphilosophie weiter verfolgen, Fairness, Disziplin und ein gesundes Defensivverhalten sollen weiter ganz oben stehen. Einen einstelligen Platz könnte sich Güngör gut vorstellen, „unter den ersten Fünf halte ich auch für möglich“. Allerdings wird der Trainer dazu nichts mehr beitragen, er verlässt den Verein, wohin, ist noch offen. Dass war mit den Serkevtin-Verantwortlichen allerdings schon vor der Saison so vereinbart worden. Auch Serdar Erinc wird den Verein verlassen, der Verbleib seines Cousins Orkan Erinc ist noch in der Schwebe. Dagegen seien einige bekannte Frankfurter Akteure als Neuzugänge im Gespräch, wie Güngör berichtet.

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