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Fußball: Aus New York zu Türk Gücü

Von Er durchlief viele Stationen in den Nachwuchsteams der Frankfurter Eintracht und war bis 2012 im Kader der längst ausgelöschten U23 der Riederwälder. Nach sechs Jahren in den USA spielt Lukas Zarges wieder hierzulande – und er wählte den kurzen Weg zu Türk Gücü Friedberg.
Der (grün-weiße) Schein trügt: Nicht für den ruhmreichen Celtic FC aus Glasgow kurbelte Lukas Zarges das Spiel an, sondern für die Lansdowne Bhoys aus New York. Der (grün-weiße) Schein trügt: Nicht für den ruhmreichen Celtic FC aus Glasgow kurbelte Lukas Zarges das Spiel an, sondern für die Lansdowne Bhoys aus New York.
Frankfurt. 

An den Weg zu seiner neuen Wirkungsstätte wird sich Lukas Zarges schnell gewöhnen. Anstatt mit der Subway, der U-Bahn, eine halbe Stunde von Manhattan in die Bronx zu rauschen, ist er nun ein Grenzgänger zwischen Hochtaunus- und Wetteraukreis. Sein Team trägt nicht mehr grün-weiße Querstreifen, sondern präferiert die Farbe Rot. Nach sechs Jahren in den Vereinigten Staaten von Amerika kickt Zarges wieder in hiesigen Gefilden, und zwar für Türk Gücü Friedberg. Am Sonntag, beim 2:2 des Hessenliga-Aufsteigers gegen die Spvgg. Neu-Isenburg, gab der 26-Jährige seinen Einstand.

Es war der erste Punktgewinn des Hessenliga-Neulings in bislang für ihn höchster Ebene, nach der Premieren-Niederlage gegen den FV Bad Vilbel. „Ich muss mich noch an die neue Liga gewöhnen. In New York, dort spielte ich zuletzt, dominierten wir meistens und waren ziemlich erfolgreich. Bei Türk Gücü muss viel mehr Defensivarbeit geleistet werden, und es gibt weniger Ballbesitz“, schildert Zarges seine Eindrücke.

Sein voriges Meisterschaftsmatch hierzulande hatte er in der Saison 2011/12 absolviert. Für die U23 der SG Eintracht Frankfurt absolvierte er unter Trainer Oscar Corrochano sieben Partien, seine Teamkollegen waren unter anderen Marcel Titsch-Rivero, Daniyel Cimen und Dimitrij Nazarov.

Technisch versiert

Damals, vor seinem Sprung über den Teich in die USA, hatte Lukas Zarges noch insgeheim Ambitionen gehegt, Profifußballer zu werden. Eine Chance, sich in der MLS zu beweisen, bekam der technisch versierte, aber nicht robuste Mittelfeldakteur nicht. Über die Collegeteams von Greensboro und North Carolina State University in Raleigh wechselte er vor anderthalb Jahren zu einem herausragenden Amateurverein aus New York, den Lansdowne Bhoys Football Club. Und nun also Türk Gücü Friedberg.

Über einen ehemaligen Teamkollegen von der Eintracht, Sebastian Bartel, sei der Kontakt hergestellt worden. Während Bartel versucht beizutragen, den Laden dicht zu halten, kommt Zarges die Aufgabe zu, für spielerische Elemente zu sorgen. In New York hatte ihm dies reichlich Freude bereitet, avancierte der Lansdowne Bhoys FC doch laut Zarges „zum besten Amateurclub in den USA“. Den wichtigsten Wettbewerb habe man 2017 gewonnen, die Cosmopolitan Soccer League (Division 1), dazu noch einen bedeutenden Cup. Etwa 40 Pflichtspiele waren zu absolvieren. Trainings- und Heimspielstätte der Bhoys liegt in Yonkers, also im Umfeld der Bronx. „In Manhattan habe ich gewohnt. Von dort dauerte es mit der Subway eine halbe Stunde bis in die Bronx.“

In dem Viertel von Yonkers dominierten – wie bei dem Club – die Farben Grün und Weiß. „Man hat sich wie in Irland gefühlt. Dort gab es auch viele irische Geschäfte, Märkte und natürlich Pubs. Wir hatten auch eine Mannschaftsbar“, sagt Zarges. So trinkfest wie die amerikanischen Iren konnte und wollte er freilich nicht sein.

Auf dem Spielfeld, da wollte er – wie bereits in den Collegeteams – Akzente setzen. Unteres Regionalliga- beziehungsweise unteres Hessenliga-Niveau hätten in den sechs Jahren die Gegner repräsentiert. Bei den Bhoys, so werden in Glasgow auch die Fans von Celtic genannt, spielte er auch mit zwei ehemaligen Profis: Sean Kelly vom Arsenal FC und Daryl Kavanagh, der in der ersten irischen Liga bei vielen Clubs mitwirkte. Bei dem Verein mit Keltenkreuz und vierblättrigem Kleeblatt in der Mitte trainierte er auch die Nachwuchsmannschaften U8 und U12.

Auf Beruf konzentrieren

Das Thema Profifußball hat sich indes für Lukas Zarges erledigt. „Oberligafußball ist für mich das Höchste. Ich will mich auf den Beruf konzentrieren“, betont der Seulberger. Während seiner Studienzeit in den USA legte er den Bachelor- und Masterabschluss hin, in der Betriebseinheit „International Business“. Wenn es klappt, wird Zarges bald bei einer Personalvermittlungsagentur tätig werden. Mit täglichem Training wäre dies nicht vereinbar.

So war der Schritt, sich Türk Gücü Friedberg anzuschließen, irgendwie folgerichtig. „Der Verein war auch mein erster Ansprechpartner. Ich wollte beispielsweise nicht zwei Stunden bis nach Kassel fahren.“ Von seinem Wohnort in Friedrichsdorf-Seulberg bis nach Rosbach, wo der Aufsteiger spielt und trainiert, betrage die Fahrtzeit lediglich zehn Minuten.

Die Aufgabe, mit Türk Gücü in der Hessenliga zu bestehen, hält Lukas Zarges für machbar, sonst hätte er auch nicht bei den Friedbergern unterschrieben. „Das Ziel ist der Klassenerhalt, ein Mittelfeldplatz wäre ein gutes Ergebnis.“

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