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Triathlon: Mythos Ironman Hawaii

3,86 Kilometer Schwimmen im Pazifik, 180,2 Kilometer Radfahren durch die Lavawüste und zum Abschluss ein Marathonlauf auf schattenlosen Straßen – zwei Triathleten des SC Oberursel starten an diesem Wochenende beim legendären Ironman auf Hawaii. Pascal Ramali erzählte uns seine Geschichte.
Triumphator: Pascal Ramali vom SC Oberursel nach dem Zieleinlauf beim Ironman in Maastricht. Bilder > Triumphator: Pascal Ramali vom SC Oberursel nach dem Zieleinlauf beim Ironman in Maastricht.
Oberursel. 

Um 19.05 Uhr mitteleuropäischer Zeit wird es am kommenden Samstag (13. Oktober) auf Hawaii für Pascal Ramali ernst. Für den Triathleten des SC Oberursel (SCO) beginnt mit dem Sprung in den Pazifik am Pier von Kailua-Kona der vielleicht härteste Tag seiner sportlichen Laufbahn.

Erstmals nimmt er am Ironman Hawaii, der offiziellen Triathlon-Weltmeisterschaft, teil. Ramali, 32 Jahre alt, startet in der Altersklasse M 30. Die Profis mit den deutschen Mitfavoriten Patrick Lange und Sebastian Kienle werden bereits eine halbe Stunde vor ihm auf die Strecke geschickt.

Bis vor einem Jahr war auch Pascal Ramali Profi – und das, obwohl er erst 2014 mit dem Triathlon-Sport begann und in Vollzeit als Luft- und Raumfahrtingenieur arbeitet. Nach zwei erfolgreichen Jahren im Profilager folgte aber eine eher durchwachsene Saison 2017. Ramali fühlte sich müde und ausgezehrt, eine Verletzung führte zum Abbruch des Venedig-Triathlons.

Ramali fasste den Entschluss, ins Amateurlager zu wechseln. Der Trainingsaufwand ist seitdem zwar nicht weniger geworden; „20 bis 23 Stunden pro Woche“ rechnet er zusammen. Aber die Saisonplanung ist anders: Als Profi startete er bei drei Rennen, verteilt über die gesamte Saison, und trainierte das komplette Jahr über intensiv. Als Amateur kann es Ramali „entspannter“ angehen, begann zusammen mit Trainer Mario Schmidt-Wendling erst im April mit der gezielten Vorbereitung – und setzte alles auf ein einziges Qualifikationsrennen Anfang August.

Der Plan ging auf: Im holländischen Maastricht feierte der SCO-Athlet seinen ersten Sieg auf der Langdistanz. Die Ziellinie bei einem Ironman-Rennen als Erster zu überqueren, war für ihn „ein Traum“– „unbeschreiblich“ das Gefühl, den bis dato Führenden auf der Laufstrecke zu überholen. In 8:55:44 Stunden blieb der SCO-Athlet, der eine Bestzeit von 8:35 Stunden aufweist, erneut unter der Neun-Stunden-Marke. Die Aussicht auf den Start auf Hawaii bereitet ihm Gänsehaut: „Das ist natürlich ein ganz besonderes Rennen“, sagt Ramali, der zugibt, sich zu Beginn seiner Triathlon-Laufbahn sämtliche Dokumentationen über das berühmte Rennen auf YouTube angesehen zu haben. „Jetzt auf einmal fliegt man selber hin, das ist schon cool!“

Auch Mölling ist dabei

Vor dem Schwimmen im Pazifik hat er besonders großen Respekt, zumal der erste von drei Abschnitten im Wasser nicht zu seinen Stärken zählt. Ramali, der in Mörfelden wohnt, rechnet damit, dass er auf seinen Vereinskollegen Jan-Luca Mölling (M 25), der sich ebenfalls eines der begehrten Hawaii-Tickets sichern konnte, „bestimmt 15 Minuten“ verliert. „Irgendwie bin ich zum Schwimmen zu untalentiert“, findet Ramali. Aber er habe sich damit abgefunden, das Feld von hinten aufzurollen. Für Hawaii könnte das sogar ein Vorteil sein, hofft er: Besonders die Radstrecke bei sengender Hitze und meist starkem Wind durch die Lavafelder entlang der Kona- und Kohala-Küste ist brutal hart. „Ich habe kein Problem damit, alleine auf mich gestellt zu sein“, sagt Ramali. Natürlich sei es nicht leicht, angesichts von deutlichem Rückstand nach dem Schwimmen und der mitunter großen Einsamkeit auf der Rad- und der Laufstrecke ruhig zu bleiben, aber das sei er ja gewöhnt.

Trotz seines Amateur-Status geht Ramali das Vorhaben Hawaii professionell an. Zur Finanzierung hat er ein Crowd-Funding-Projekt aufgesetzt; 29 Unterstützer, darunter Sponsoren, Freunde und Vereinskollegen brachten fast 4000 Euro zusammen. Nach dem letzten Radtraining daheim wurde das Material gründlich vorbereitet und verpackt. Elf Tage vor dem Rennen ging es über San Francisco nach Hawaii.

Auf der Trauminsel bereitet er sich etwas außerhalb des Trubels vor. Zwei Freunde werden ihn beim Rennen unterstützen. Sie werden sich ums Material kümmern, Zeiten durchgeben und ihn hoffentlich im Ziel auf dem Ali’i Drive in Kona in Empfang nehmen.

Was sich Pascal Ramali vorgenommen hat? Eine der „Holzschüsseln“, die die ersten sechs Eisenmänner jeder Altersklasse in Empfang nehmen dürfen, soll es schon sein – mindestens. Die Saison läuft bislang nach Wunsch, Pascal Ramali ist auf den Punkt topfit. Dem Besucher seiner Internetseite fällt ein Motto ins Auge: „Manchmal muss man einen Schritt zurückgehen, um zwei nach vorne zu machen“, steht dort. Ob das für 2018 gilt? „Das“, sagt der 32-Jährige lachend, „weiß ich ganz genau nach dem 13. Oktober.“

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