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Tischtennis: TTC OE Bad Homburg: Der unfreiwillige Topfavorit

Von Am Samstag startet die 2. Tischtennis-Bundesliga – mit Meisterschaftskandidat TTC OE Bad Homburg. Wer eines der größten Talente dieser Sportart verpflichtet, muss wohl mit dieser Einschätzung der Konkurrenz leben.
Gehen gut gelaunt in die Zweitliga-Saison: Manager Johannes Herrmann (r.) und Harald Andersson, die Nummer zwei des Vizemeisters. Foto: Heiko Rhode (Heiko Rhode) Gehen gut gelaunt in die Zweitliga-Saison: Manager Johannes Herrmann (r.) und Harald Andersson, die Nummer zwei des Vizemeisters.
Ober-Erlenbach. 

In der Fachzeitschrift „Tischtennis“ war es schwarz auf weiß nachzulesen, Johannes Herrmann ist es natürlich auch aufgefallen. Angesprochen auf den Meisterschaftsfavoriten in der 2. Bundesliga, hat die Konkurrenz den TTC OE Bad Homburg genannt, seinen Verein. Fast ausnahmslos. Herrmann, Team-Manager des aktuellen Vizemeisters aus dem Stadtteil Ober-Erlenbach, sind die Vorschlusslorbeeren nicht unbedingt unrecht. Allerdings gibt er für die dieses Mal nur auf einer Position veränderte Profi-Mannschaft aus dem Taunus trotzdem nur ein gewohnt defensives Saisonziel aus.

„Wir möchten oben mitspielen“, sagt Herrmann vor dem ersten Rundenspiel am Samstag (18 Uhr) beim stark eingeschätzten FSV Mainz 05, „unter den ersten fünf wollen wir uns platzieren.“ Spricht da ein Meister des Understatements? Wenn es nach dem TTC-OE-Manager geht, lautet die Antwort „nein“, einen triftiger Grund dafür nennt Herrmann direkt.

Der TTC OE Bad Homburg verfolgt sein Konzept, möglichst auf aufstrebende, junge Spieler zu setzen, mit einer größeren Konstanz als zuletzt. Das freut Herrmann und bestimmt auch die Anhänger. Dieses Mal gibt es nur einen Neuzugang (Rares Sipos für Saniel Shetty) für den Zweitligakader zu vermelden. Vor allem da mit dem noch 17-jährigen Rumänen ein „Juwel“ (Herrmann) künftig an eins spielt, schätzt die Konkurrenz den TTC OE so hoch ein. Jedoch wechselte der U 18-Weltranglisten-Zweite auch deshalb in den Hochtaunus, weil sich sein neuer Verein als besonders flexibel gibt. Heißt: Sipos wird zwar meistens – vor allem zu Hause – aber nicht immer mitspielen. Das Ausnahmetalent kann damit den Fokus auf seine Einzelkarriere legen, beispielsweise Turniereinsätze vorziehen. Vielleicht erhielt Bad Homburg gerade deshalb auch den Zuschlag, interessiert waren an einer Verpflichtung des jungen Rumänen nämlich mehrere deutsche Clubs.

Falls Sipos nicht mittun kann – wie jetzt beim Saisonauftakt in Mainz – kann Trainer Xiaojung Gao auf Dominik Scheja als fünften Mann bauen oder einen anderen Spieler aus der Oberliga-Mannschaft. Einen solchen Unterbau hat mancher Ligarivale nicht parat. „Wenn von den vier Top-Leuten anderswo einer ausfällt, ist das ein großes Problem“, weiß Herrmann. Beim TTC OE nicht. Das Bad Homburger Team verliert nichtsdestotrotz an Qualität. Und deshalb hält man sich selbst nicht für den Topfavoriten.

Definitiv mit von der Partie soll der Bad Homburger Neuzugang im ersten Heimspiel gegen Aufsteiger Neckarsulmer SU (29. September, 18 Uhr) sein. Vielleicht auch gegen Bundesligist ASV Grünwettersbach, auf den der TTC OE im Pokal-Achtelfinale am 3. Oktober trifft. Kein so schlechtes Los für den Zweitliga-Vize, findet Herrmann, denn mit Ricardo Walther und dem früheren Ober-Erlenbacher Dang Qiu spielen beim Favoriten zwei Akteure aus dem deutschen Nationalkader. Gänzlich chancenlos ist der Herausforderer aber nicht.

Etat angehoben

Der zweite Einzug ins Viertelfinale des DTTB-Pokals nach 2015 würde dem Club auch von der Einnahmenseite her guttun, immerhin hat man den Etat auf rund 100 000 Euro angehoben. Freilich fehlt immer noch eine Menge Geld, um auch eine erstligataugliche Mannschaft bilden zu können. Während die Tischtennis-Konkurrenz dem TTC OE Bad Homburg die sportliche Qualifikation also allemal zutraut, fehlt es weiterhin an der finanziellen Grundlage, um Bundesliga-Tischtennis zu stemmen. Herrmann und der Sportliche Leiter Mirko Kupfer sind derweil nicht mehr alleine auf der Suche nach Geldgebern. Erstmals hat der mit 15 Mannschaften größte Tischtennis-Club im Hochtaunus eine Agentur eingeschaltet, die auf Sportsponsoring spezialisiert ist.

Länderspiel im November

Was die eigenen Sport-Events anbetrifft, gehen die Ober-Erlenbacher ebenfalls neue Wege. Mit dem EM-Qualifikationsspiel der Damen zwischen Deutschland und Luxemburg am 20. November wird in der Ober-Erlenbacher Wingert-Sporthalle erstmals ein Tischtennis-Länderspiel durchgeführt.

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