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Thea Klämt vom TV Elz hat ein großes Ziel: Sie möchte für Deutschland antreten: Körperspannung und Disziplin

Von Höher, weiter, besser und vor allem auf internationaler Ebene turnen. Dafür tut Thea Klämt sehr viel. In manchen Wochen trainiert das elfjährige Mädchen vom TV Elz bis zu 20 Stunden.
Viel Körperspannung und Konzentration: Thea Klämt auf dem Schwebebalken Viel Körperspannung und Konzentration: Thea Klämt auf dem Schwebebalken
Limburg. 

Thea Klämt hat ein Ziel. Eines Tages will die elfjährige Leistungsturnerin vom TV Elz für Deutschland antreten. Unwahrscheinlich ist das nicht, sagt ihre Trainerin. Für den Bundeskader hat Thea sich bereits qualifiziert, als erste Sportlerin ihres Vereins. Sie ist talentiert und ehrgeizig, und sie investiert sehr viel Zeit in ihren Sport. An vier Tagen in der Woche trainiert sie. Manchmal setzt sie noch eine fünfte Übungseinheit drauf, nach der Schule und an den Wochenenden. Turnen ist ihre größte Leidenschaft, sagt Thea.

Das war schon immer so, sagt ihre Mutter und Trainerin Jutta Mücke-Klämt, die früher selbst einmal geturnt hat und sich „auf hessischer Ebene ganz gut präsentiert“ habe. Als sie mit Thea zum Mutter-und-Kind-Turnen ging, merkte sie, dass ihre Tochter „wendig und geschickt ist und Kraft hat“. Da war Thea drei Jahre alt. Purzelbäume und Luftsprünge reichten der Kleinen bald nicht mehr. Sie wollte schwierigere Elemente ausprobieren, intensiver üben und mehr erreichen. Als Thea zu ihrem ersten Wettkampf, einem Turnfest auf Gau-Ebene, antrat, war sie noch im Kindergarten. Gute Ergebnisse und Erfolge spornten sie an. Wie viele Urkunden und Medaillen sie inzwischen errungen hat, weiß sie nicht.

Bloß nicht abstürzen! Thea Klämt steigert den Schwierigkeitsgrad. Bild-Zoom
Bloß nicht abstürzen! Thea Klämt steigert den Schwierigkeitsgrad.

Sechs Jahre später, im Frühsommer dieses Jahres, turnte sich Thea Klämt beim Kader-Turn-Cup des Deutschen Turnerbundes auf den zweiten Platz. Der aufregendste und schönste Wettkampf sei das gewesen, erzählt sie. Und der wichtigste. Aus der kleinen Mutter-und-Kind-Turnerin ist ein zierliches, aber durchtrainiertes junges Mädchen geworden. Jede Woche 15, manchmal sogar 20 Stunden Kraft-, Ausdauer- und filigranes Elemente-Training haben Theas Körper geformt.

Es läuft gut für die Turnerin, auch weil sie sehr diszipliniert ist, sagt ihre Mutter. Einen strukturierten Tagesablauf einzuhalten ist kein Problem. Für Thea heißt das: Aufstehen um 6.15 Uhr, gesund frühstücken und zur Marienschule gehen. Nach dem Mittagessen und den Hausaufgaben fährt sie von ihrem Wohnort Dietkirchen ins Leistungszentrum, einem Hallentrakt der Kreissporthalle. Drei bis dreieinhalb Stunden trainiert sie in diesem Mikrokosmos, der mit Schwebebalken, Reck und Ringen, Barren und Sprungtisch vollgestellt ist und der von einem Hauch von Magnesium durchzogen wird. Der Boden ist mit einer großen Matte gepolstert, auf deren Markierungen die Turner an Körperspannung und Präzision feilen. Schließlich zählt bei jedem Element nicht nur der optische Eindruck der Bewegung, sondern auch die punktgenaue Landung.

Die klappt natürlich nicht immer, sagt Thea unbeeindruckt. Wenn etwa eine neue Choreographie, eine andere Schraube oder Figur einstudiert werden muss, dann könne man schon mal „absteigen“, also abstürzen. Und dann tut’s weh? Nein, im Training landet man in der „Schnitzelgrube“, einem mit Schaumstoffquadern ausgestopften Becken. Und bei einem schmerzhaften Abstieg im Wettkampf kann Theas Vater helfen. Marcus Klämt ist Physiotherapeut.

Aber nicht nur das. Marcus Klämt ist ebenso wie seine Frau Begleiter, Betreuer und Berater der Tochter. Etwa wenn Thea alle zwei Wochen zu einem Sondertraining nach Detmold fährt oder wenn es um die Frage geht, ob das Mädchen auf eines der Sportinternate für Turner wechseln wird.

„Ein oder zwei Jahre ist das hier noch gut zu machen“, sagt Jutta Mücke-Klämt. Dann wird man entscheiden müssen. „Wenn Thea auf ein Sportinternat gehen möchte, werden wir auch das unterstützen“, sagt die Mutter. Wenn nicht, ist das auch in Ordnung. Thea sagt, „vorstellen kann ich mir ein Internat schon, aber hingehen möchte ich jetzt noch nicht“. Hauptsache sie kommt ihrem Ziel näher: einmal als Turnerin für Deutschland anzutreten.

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