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Christian Sehorsch: Mit sechs Triathlons durch Deutschland

Von Der Athlet der TSG Eppstein gehörte zu den 19 Startern, die die Strecke von 16,5 Kilometer Schwimmen, 680 Kilometer Radfahren und 63,5 Kilometer Laufen absolvierten.
Am Ziel: Mit seiner Tochter Leyla an der Hand läuft Christian Sehorsch von der TSG Eppstein bei Nebel über die Ziellinie bei der letzten Etappe des Tri across Germany. Bilder > Am Ziel: Mit seiner Tochter Leyla an der Hand läuft Christian Sehorsch von der TSG Eppstein bei Nebel über die Ziellinie bei der letzten Etappe des Tri across Germany.
Eppstein. 

Christian Sehorsch ist ein Triathlet und ein Ausdauersport, der in Wiesbaden den 70.3 Ironman sowie in Berlin den Marathon absolviert hat. Als er davon hörte, dass eine Gruppe vom Triathlon-Verein Berlin 2013 diesen Triathlon durch Deutschland selbst getestet hatten und ihn nun als Wettkampf ausschrieben, wollte er unbedingt dabei sein. „Das ist sehr spannend“, erklärte er. Nach einem halben Jahr Vorbereitung und sieben Tagen Wettkampf hatte er auf dem Tegelberg in den bayerischen Alpen sein Ziel erreicht – als zweitbester Mann im Feld.

 

Intensive Vorbereitung

 

Auch mit der Hilfe seines Vereins – der TSG Eppstein – absolvierte der 40-Jährige ein Programm, um optimal vorbereitet in diesen Wettkampf zu gehen. „Wenn man in so einen Wettkampf hereingeht, muss man sich richtig einschätzen können“, erklärte der Vertriebsmitarbeiter einer Bausparkasse. „Nachdem ich es hinter mich gebracht hatte, habe ich es zusammengerechnet: Ich habe in dieser Vorbereitung einen Umfang von 3500 Kilometer Radfahren, 1000 Kilometer Laufen und 60 Kilometer Schwimmen absolviert.“

Besonders freute sich Sehorsch auf die familiäre Atmosphäre bei diesem Wettkampf. Ein Großteil der Triathleten war mit Wohnmobilen auf den Campingplätzen unterwegs, dazu frühstückten die Teilnehmer gemeinsam, denn die Veranstalter kümmerten sich darum auf den Campingplätzen. Abends saßen die Athleten zusammen. „Allerdings haben sich unsere Wege früh getrennt. Spätestens um neun Uhr haben wir in unseren Betten gelegen“, berichtete Sehorsch. Der Eppsteiner hatte auch Unterstützung. Seine Frau Tanja, die selbst als Triathletin aktiv ist, und seine 14 Jahre alte Tochter Leyla fuhren mit dem Wohnmobil eine Woche mit. „Sie haben mich morgens in den Neoprenanzug gequetscht“, sagt Sehorsch lachend. „Aber es ist ganz klar. Ohne ein tolles Team um mich herum wäre gar nichts gegangen. Sie haben mich unheimlich gut betreut.“ Und noch eins nahm er mit: „So ein Erlebnis schweißt zusammen.“

 

Der Start

 

In Boltenhagen begann das einwöchige Abenteuer für die Triathleten, die Organisatoren, die Begleiter und Betreuer. In den Boddengewässern der Ostsee ging es auf die drei Kilometer lange Schwimmstrecke. „Die Ostsee war anspruchsvoll, außerdem musste man immer wieder auf die Quallen und das Seegras aufpassen“, berichtete Sehorsch, der sich dann auf das Radfahren freute: „Die Strecke war flach wie ein Spiegel. Es war ein gutes Aufwärmen auf sehr guten Straßen.“ Die Strecke führte 129 Kilometer lang in den Süden über Grevesmühlen und das Mecklenburgische Elbetal nach Gartow an die ehemalige Grenze zur DDR. Anschließend folgte dort eine zehn Kilometer lange Laufstrecke, ehe die Athleten die erste Etappe beendet hatten. „Wir waren ganz nahe bei Gorleben. Das war schon ein etwas komisches Gefühl, aber es war sehr schön dort“, berichtete der 40-Jährige.

 

Blaualgen

 

In Gartow erlebten Organisatoren und Athleten vor dem Start der zweiten Etappe eine unliebsame Überraschung: Das Wasser im See war umgekippt bei der zuletzt herrschenden Wärme. Es gab Blaualgen. „Die Behörden haben uns mitgeteilt, dass wir dort auf eigene Gefahr schwimmen“, erklärte Sehorsch. „Da haben die Organisatoren die Strecke auf 500 Meter gekürzt. Eigentlich sollten wir 2 Kilometer schwimmen.“ Für den Eppsteiner war es ein besonderer Tag: Er gewann die Etappe an einem Tag, bei dem er mit mehr als 40 Grad für ihn beste Bedingungen hatte. „Die Radstrecke war welliger, als es in Richtung des Harzes nach Halberstadt ging. Für mich, der die Strecken des Taunus gewöhnt ist, war es aber eher flach“, beschrieb Sehorsch die Strecke durch die Niedersächsiche Elbtalaue, die über Salzwedel und Helmstedt führte. „Von dem Ziel des Radfahrens aus ging es über einen Hügel, über den Huy, den da oben jeder kennt“, erklärte der Eppsteiner und war stolz auf seinen Etappensieg. „Es war ein Supertag – und unfassbar heiß“, fasste Sehorsch seine Eindrücke zusammen.

 

Der Härtetest

 

Die dritte Etappe hatte es in sich. „Es war bombenheiß, und wir hatten wieder mehr als 40 Grad“, erklärte der Eppsteiner, „da ging es richtig zur Sache“. Auf einem Rundkurs, der drei Mal absolviert werden musste, ging es am Campingplatz in den See, ehe die anspruchsvolle Radstrecke folgte. Über den Harz und die Saale mussten die Triathleten fast 160 Kilometer fahren und hatten dabei 1800 Höhenmeter zu bewältigen. „Da hat es schon ordentlich gekracht“, sagte Sehorsch, der zwei Stunden nach dem Sieger ins Ziel kam, aber immerhin noch viereinhalb Stunden vor den Letzten. Auch die Laufstrecke von neun Kilometern absolvierte er souverän, ehe er das Ziel in Porstendorf bei Jena erreichte.

 

Ruhetag

 

Nach diesen anstrengenden Wettkämpfen stand für die Sportler ein Ruhetag an. Aber ganz ohne Anstrengung ging es auch an diesem Tag nicht ab. Sie mussten drei Kilometer durch die Saale schwimmen, was sie letztlich an diesem „ruhigen Tag“ auch schafften.

 

Im Triathlon-Mekka

 

Nun wurden die Starter von Thüringen nach Roth in Bayern gebracht, wo der traditionsreichste Triathlon in Deutschland stattfindet. Und etwas von diesem Flair lernten die Teilnehmer auch kennen, denn sie starteten mit dem Rad im Zielbereich des Ironman Roth. Von dort aus ging es über 86 Kilometer bei weiterhin großer Hitze nach Gremheim an der Donau. Für Christian Sehorsch lief es wieder optimal, auch auf der Laufstrecke an der Donau kam er sehr gut zurecht und nur zwei Minuten hinter dem Zweitplatzierten ins Ziel.

Bei gleichen Witterungsbedingungen starteten die Triathleten auf de vorletzte Etappe. In Dillingen ging es in die Donau auf einer 5 Kilometer langen Strecke flussabwärts, ehe die Teilnehmer 91 Kilometer auf dem Rad durch Schwaben an Augsburg vorbei nach Eching an den Ammersee fuhren. Dort verlief auch die Laufstrecke über 7 Kilometer. „Dort habe ich meinen zweiten Etappensieg verpasst. Im Sprint kam ich zehn Sekunden hinter dem Sieger ins Ziel“, ärgerte sich Sehorsch nicht wirklich über den zweiten Platz.

 

Wetterwechsel

 

Direkt vom Campingplatz in Utting starteten die Triathleten nun auf die abschließende letzte Etappe mit einem zwei Kilometer langen Rundkurs im Ammersee. Nun ging es endgültig in Richtung Alpen, und auch das Wetter wechselte. „Am Ammersee schien noch die Sonne, doch schon auf der Radstrecke wurde es immer trüber und kälter“, erklärte Sehorsch, der sich nach den 80 Kilometern auf dem Rad auch noch 13 Kilometer auf die Tegelbergstation hochquälen musste, die auf 1700 Metern lag. Die letzten 3 Kilometer hatten richtigen Berglaufcharakter, doch Sehorsch schaffte es als Zweiter der Gesamtwertung ins Ziel. „Toll war die Unterstützung durch die Teamkollegen und die Familie. Zwei Vereinskameradinnen kamen an den Ammersee und überraschten mich dort. Mein Vereinskollege Christoph Lansche hatte ein Gerät entwickelt, mit denen die Teamkollegen immer wussten, wo ich war, und mich immer wieder per SMS unterstützten.“

Tri across Germany

Eine kleine Gruppe Triathleten aus Berlin – die „Ausdauerfreunde“ – hatten eine Idee: Einen Triathlon durch ganz Deutschland zu absolvieren, in dem es möglich ist, aus eigener Kraft in einer

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Von den 19 Teilnehmern hatten 18 das Ziel erreicht, Sehorsch war als Zweiter der Männerwertung einer von ihnen. Nur ein Triathlet musste aus gesundheitlichen Gründen aufgeben. „Das war eine Gruppe von erfahrenen Triathleten, die sich ihrem Sport verschrieben haben. Da war vom Rechtsanwalt über einen Harley-Davidson-Chefmechaniker und einer Grundschulrektorin alles dabei“, berichtete Lansche. „Und gewonnen hat ein Triathlon-Profitrainer mit A-Lizenz. Gegen ihn war kein Kraut gewachsen.“

Würde Christian Sehorsch es noch einmal machen ? „Es war eine tolle Woche, aber sie war auch total anstrengend“, sagte der Eppsteiner. Er hätte gerne einen Rollentausch: „Meine Frau soll mal an den Start gehen, und ich würde mich um die Organisation kümmern.“ Ob das realistisch ist? „Sie überlegt noch“, sagt er. Im nächsten Jahr haben sich beide erst einmal für den Ironman in Nizza angemeldet.

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