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Ironman: Nicht alle heimischen Triathleten waren vom Glück verfolgt

Von Neben den Sindlingern nahmen wieder zahlreiche weitere heimische Athleten am Ironman in Frankfurt teil – und hatten wieder viel zu erzählen.
Bei ihm lief es einfach nicht: Christian Frankenbach. Bilder > Bei ihm lief es einfach nicht: Christian Frankenbach.
Main-Taunus. 

Das Ehepaar Corinna und Patrick Aschenbrenner, Frank Waldschmidt (alle SG Nied), der Schwalbacher Florian Schreiber, der Schwanheimer Christian Frankenbach sowie der Weilbacher Fabian Klug gingen das Abenteuer „Ironman Germany “ an und hatten – wie zu erwarten – verschiedene Wahrnehmungen.

Vorfreude aufs Laufen

Nicht so einen guten Tag erwischte Corinna Aschenbrenner. Wie alle anderen Athleten hatte auch sie am Langener Waldsee Probleme mit der tiefstehenden Sonne, schwamm aber dennoch eine starke Zeit mit 1:03 Stunden. „Das war super. Damit war ich zufrieden“, freute sich Aschenbrenner. Auf dem Rad war es für sie unangenehm: „Ich bekam Rückenprobleme. Wenn man sich sechs Stunden lang überreden muss, weiterzufahren, dann ist das nicht so gut. Aber ich habe mich aufs Laufen gefreut.“ Nachdem sie im Vorjahr ihr Debüt beim Ironman gegeben hatte, war es in diesem Jahr anders: „Ich war vom Kopf her nicht so da. Aber da ich auch noch schneller gelaufen bin, war es okay.“ Das Laufen entschädigte sie etwas, vor allem die Anfeuerungen der Teamkollegen: „Was unsere Fans von der SG Nied am Main veranstaltet haben, war spitze.“ Nach 12:12,48 Stunden kam sie ins Ziel.

Zielankunft entschädigt

Ziemlich genau 45 Minuten später folgte ihr Ehemann Patrick Aschenbrenner bei seinem Ironman-Debüt. „Ich hatte auf dem Rad Magenprobleme, die sich bis auf die Laufstrecke gezogen haben“, berichtete der Nieder Triathlet, „mein Ziel war es, anzukommen. Ich habe eisern durchgehalten, und die Zielankunft hat mich ein bisschen entschädigt“. Die Anstrengung hält ihn aber nicht ab, eine Wiederholung auszuschließen. „Der Kopf und die Beine waren da. Nur mein Magen wollte nicht so“, meinte er nach 12:57,44 Stunden.

Eine andere Vorbereitung

Etwas schneller war ihr Teamkollege Frank Waldschmidt. Er hatte sich in diesem Jahr etwas anders vorbereitet. „Es gab zwar auch die langen Einheiten, aber ich habe viele kleine intensive Trainingseinheiten mit Intervallen eingestreut. Das ist eine Abwechslung und bringt mehr“, berichtete Waldschmidt, der mit seiner Schwimmzeit sehr zufrieden war. Auch auf dem Rad kam er gut zurecht, wenn auch auf der ersten Runde das Feld noch zu sehr zusammen war. „Ich wollte unter elf Stunden bleiben, aber ich konnte beim Laufen das Tempo in der dritten Runde nicht mehr halten, weil ich zu schnell angegangen war. Ohne die Nieder Fans und meine Familie hätte ich es nicht geschafft“, berichtete der ehemalige Handballer, „ich habe mich durchgebissen und hatte anfangs gemischte Gefühle wegen der Zeit. Doch habe ich mich gut verbessert“.

Pech für Frankenbach

Pech hatte der Schwanheimer Christian Frankenbach. Drei Tage vor dem Start bekam er eine Mandelentzündung mit 38,5 Grad Fieber, nachdem er verletzungsfrei und ohne Probleme seine Vorbereitung absolviert hatte. Zwar schwitzte Frankenbach das Fieber heraus, aber so richtig lief es bei ihm nicht. Nach dem Schwimmen fand er erst einmal sein Fahrrad nicht, dann verlor er nach 80 Kilometern seine Verpflegung. „Danach fehlte mir die Leistung. Ich bin zu Ende gelaufen und bei der Vorgeschichte kann ich kein gutes Rennen mehr machen“, so Christian Frankenbach, der sich für Hawaii qualifizieren wollte und die benötigten 9:15 Stunden auch hätte schaffen können, wenn alles wie gewohnt gelaufen wäre. Mit 10:14:36 Stunden braucht er sich aber auf keinen Fall zu verstecken.

„Schlimmste Langdistanz“

Ebenfalls nicht optimal lief es für den Weilbacher Fabian Klug. „Das war meine schlimmste Langdistanz“, beschrieb er seinen siebten Ironman, den er in 11:28,46 Stunden absolvierte. Er hatte auf der zweiten Radrunde Magenprobleme bekommen und konnte anschließend nur noch Wasser trinken. „Die erste Laufrunde war noch okay, danach war ich leer“, beschrieb er seinen schlechtesten Ironman, „ich bin viel gegangen und hatte viel Aufmunterung von Freunden und Familie erhalten. Es hat einfach nichts gepasst. Ich kannte das bisher nur aus Erzählungen. Jetzt kann ich mitreden“.

Ein tolles Debüt

Ein vielversprechendes Debüt lieferte der Niederhöchstädter Florian Schreiber ab. Der ehemalige Handballer der SG Wallau absolvierte seinen ersten Ironman in beachtlichen 10:17 Stunden. „Das lief besser als erwartet. Ich hatte als Ziel, zum Tatort wieder zu Hause zu sein“, fasste Schreiber dieses Resultat nüchtern zusammen. Seit vier Jahren, nachdem er mit dem Handball aufgehört hatte, läuft er Marathon, seit November hatte er sich auf den Ironman vorbereitet.

Dabei hatte er beim Schwimmen ein Problem: „Ich bin 200 Meter zur falschen Boje geschwommen.“ Dennoch war er elf Minuten schneller als er es selbst erwartet hatte. So wollte er sich eigentlich auf dem Rad erst einmal zurückhalten und einen Schnitt von 30 Kilometer halten. „Um mich herum waren aber nur schnelle Radfahrer. So habe ich die erste Radrunde mit einem 37er-Schnitt beendet“, berichtete Florian Schreiber, „auf der zweiten Runde hatte ich einen 33er-Schnitt. Auf den letzten Kilometern hatte ich aber das Gefühl, als bläst mir einer mit einem warmen Föhn ins Gesicht“. So beendete er die Radstrecke nach 5:17-Stunden, geplant hatte er sechs Stunden. „Ich bin mit einem extrem mulmigen Gefühl auf die Laufstrecke gegangen, denn ich dachte, irgendwann kommt der berühmte Mann mit dem Hammer“, erklärte der ehemalige Wallauer Handballer. Doch erst auf der letzten Runde bekam er Probleme, konnte nur Cola zu sich nehmen. So absolvierte er den Marathon in 3:45 Stunden und den Ironman in 10:17 Stunden. Dabei verlor er beachtliche sieben Kilo Gewicht. Es wirkt, dass er nun für das kommende Jahr Blut geleckt hat, auch wenn er an den Tagen danach erst einmal mit den Nachwirkungen der Strapazen zu kämpfen hatte.

Als 21. seiner Altersklasse fehlten ihm nur 25 Minuten zur Qualifikation für Hawaii: „Ich habe bis Freitag Zeit, mir das zu überlegen, ob ich es noch einmal probieren soll. Der Sechste ist noch mitgekommen. Wenn ich meine Vorbereitung noch etwas besser strukturiere, könnte es klappen“, berichtete Schreiber.

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