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Ärzte ohne Grenzen mit „Glas der Vernunft” ausgezeichnet

Volker Westerbarkey, Vorstandsvorsitzender von Ärzte ohne Grenzen. Foto: Kay Nietfeld/Archiv Volker Westerbarkey, Vorstandsvorsitzender von Ärzte ohne Grenzen.
Kassel. 

Die deutsche Sektion der Ärzte ohne Grenzen ist am Sonntag in Kassel mit dem „Glas der Vernunft” ausgezeichnet worden. Der Bürgerpreis ist mit 10 000 Euro dotiert und wird durch Spenden finanziert. Er werde an Personen und Institutionen verliehen, die sich in besonderer Weise um Vernunft, Aufklärung sowie die Überwindung ideologischer Schranken verdient gemacht hätten, erklärte die Gesellschaft der Freunde und Förderer des Kasseler Bürgerpreises.

Nicole Deitelhoff vom Vorstand des Leibniz-Instituts der Hessischen Stiftung Friedens- und Konfliktforschung sprach in ihrer Preisrede von einem „Fanal der Vernunft in unvernünftigen Zeiten”. Der Einsatz von Ärzte ohne Grenzen im Kontext der Seenotrettung von Flüchtlingen im Mittelmeer stehe sinnbildlich dafür. Auch die Journalistin Antonia Rados würdigte die Leistung der Ärzte ohne Grenzen. Den Preis nahm Volker Westerbarkey entgegen, der Präsident der deutschen Sektion von Ärzte ohne Grenzen.

Die deutsche Abteilung der Ärzte ohne Grenzen existiert seit 1993. Sie hilft in Katastrophen-, Krisen- und Konfliktgebieten. Die Gesellschaft der Freunde und Förderer des Kasseler Bürgerpreises hatten sich für Ärzte ohne Grenzen entschieden, um das humanitäre Engagement und eine „Ethik des Widerstandes” zu fördern. Denn die Ärzte würden nur dort helfen, wo Hoffnung auf Veränderung bestehe, so der Verein. Sie unterstützten keine Regime.

Im vergangenen Jahr hatte der Whistleblower Edward Snowden das „Glas der Vernunft” erhalten. Zum Kreis der Preisträger gehören auch der frühere Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher (FDP), Joachim Gauck und der israelische Diplomat Avi Primor.

(dpa)
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